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Veröffentlicht: 03.11.2012, 19:23 Uhr

Steuertipp Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Wer sich fortbildet, der kann Fahrt- und Verpflegungskosten nun in höherem Umfang bei der Steuererklärung ansetzen. Die Kosten für Fahrten zwischen der Wohnung und der Bildungseinrichtung können in voller Höhe geltend gemacht werden.

© Bengt Fosshag

Weiterbildungen kosten Zeit und Geld. Neben Kurs- und Studiengebühren fallen regelmäßig Fahrt- und Verpflegungskosten an. Der Umfang der steuerlichen Abziehbarkeit der Fahrt- und Verpflegungsausgaben hängt wesentlich davon ab, ob die Bildungseinrichtung als „regelmäßige Arbeitsstätte“ des Steuerpflichtigen gilt. Dies hat der Bundesfinanzhof in zwei Urteilen verneint und damit seine bisherige Auffassung revidiert (Aktenzeichen VI R 42/11, VI R 44/10).

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Eine regelmäßige Arbeitsstätte liegt nach neuer Rechtsprechung auch dann nicht vor, wenn die Bildungseinrichtung über einen längeren Zeitraum besucht wird oder die Weiterbildung die volle Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Die Folge: Fahrt- und Verpflegungskosten können in höherem Umfang bei der Steuererklärung berücksichtigt werden.

Kosten für Verpflegung können in den ersten drei Monaten angesetzt werden

Die Kosten für Fahrten zwischen der Wohnung und der Bildungseinrichtung können steuerlich in voller Höhe (wie eine Dienstreise) geltend gemacht werden. Zur Vereinfachung kann jeder gefahrene Kilometer (bei Hin- und Rückfahrt) mit 30 Cent abgerechnet werden. Verpflegungsmehraufwendungen lassen sich grundsätzlich nur für die ersten drei Monate an der Bildungseinrichtung abziehen.

Die Höhe richtet sich nach der Dauer der täglichen Abwesenheit von der Wohnung - bei mindestens acht Stunden lassen sich sechs Euro anrechnen, bei mindestens 14 Stunden zwölf Euro und bei einer Abwesenheit von 24 Stunden 24 Euro. Der Abzug des Verpflegungsmehraufwands ist auch bei einem Auslandssemester möglich. Voraussetzung ist, dass der Lebensmittelpunkt auf Dauer Deutschland bleibt - zum Beispiel indem der Student unter der Anschrift seiner Eltern gemeldet bleibt.

Kursgebühren, Arbeitsmaterialien und Fachbücher

Allerdings müssen Steuerzahler wissen: Nach einem aktuellen Gesetzentwurf soll in Zukunft nur noch die einfache Entfernungspauschale gelten - also die einfachen Streckenkilometer ohne die Rückfahrt. Dies betrifft Fahrten zu allen Bildungseinrichtungen, die außerhalb des Dienstverhältnisses zu einem Vollzeitstudium oder einer vollzeitigen Bildungsmaßnahme aufgesucht werden. Verpflegungsmehraufwendungen würden dann ganz entfallen.

Die Neuregelung soll ab dem 1. Januar 2014 gelten. Davon unberührt bleibt die steuerliche Abziehbarkeit anderer Kosten wie Kursgebühren, Arbeitsmaterialien und Fachbücher. Diese lassen sich weiter geltend machen.

Der Autor ist Steuerberater bei KPMG in Frankfurt.

Quelle: F.A.S.

 

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