http://www.faz.net/-hbv-94vzw

Finanzen : Was sich von 2018 an bei der Steuer ändert

  • -Aktualisiert am

2018 müssen Steuerzahler einige Änderungen beachten. Bild: dpa

Vom neuen Jahr an erhöht der Fiskus den Kinderfreibetrag und den Grundfreibetrag. Das müssen Sie jetzt wissen.

          Bei den biblischen Erzählungen dieser Tage zu Weihnachten wird auch wieder die Geschichte vom Kindermord des König Herodes rezitiert werden. Der heutige Staat hat hingegen Positives zum Thema Kinder zu berichten.

          Denn vom 1. Januar an erhöht sich das monatlich ausgezahlte Kindergeld auf jeweils 194 Euro für das erste und zweite Kind, auf 200 Euro für das dritte sowie jeweils 225 Euro ab dem vierten Kind. Der Kinderfreibetrag erhöht sich auf 3714 Euro (bei zusammen veranlagten Eltern 7428 Euro). Ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag günstiger sind, prüft das Finanzamt bei der Veranlagung zur Einkommensteuer.

          Aber Vorsicht – auch eine Verschärfung greift von 2018 an. Künftig wird für alle Anträge, die nach dem 31. Dezember 2017 eingehen, das Kindergeld nur noch für sechs Monate rückwirkend gezahlt. Wer einen weiter zurückgehenden Anspruch geltend machen will, muss ihn also bis Jahresende beantragen. Dann wird noch bis zu vier Jahre rückwirkend gezahlt.

          „Kalte Progression“ wird weiter abgemildert

          Wohl eher minimal, aber positiv dürften sich die von 2018 an greifenden weiteren Tarifanpassungen bei der Einkommensteuer bemerkbar machen. So erhöht sich der Grundfreibetrag (der Betrag, der bei jedem Steuerpflichtigen steuerfrei bleibt) von 8820 Euro auf nun 9000 Euro. Auch die „kalte Progression“, die Lohnerhöhungen zum Großteil durch höhere Steuersätze auffrisst, wird weiter abgemildert.

          Erfreulich ist auch eine Änderung, die nicht auf den Gesetzgeber, sondern auf die Steuerrichter und die Finanzverwaltung zurückgeht. Um außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigen zu können, muss die sogenannte Zumutbarkeitsgrenze überschritten sein. Dieser Schwellenwert wird nun in allen noch offenen Fällen anders berechnet und sinkt dadurch. Das kann dazu führen, das bis zu 664 Euro zusätzlich im Jahr geltend gemacht werden können. Entsprechende Belege, etwa Brillen- oder Zahnarztrechnungen, sollten gesammelt und die Kosten in der Einkommensteuererklärung nicht vergessen werden.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Beitrags hieß es im Vorspann, der Grundfreibetrag werde gesenkt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

          Quelle: F.A.S.

          Weitere Themen

          Im Dividenden-Schlaraffenland

          F.A.Z.-Index : Im Dividenden-Schlaraffenland

          Thyssen-Krupp startet die Dividendensaison. Für Aktionäre deutscher Unternehmen brechen goldene Zeiten an, sie bekommen 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Das meiste Geld je Aktie kommt aus der zweiten Reihe.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          SPD vor Groko-Abstimmung : Muss Schulz Opfer bringen?

          In Bonn entscheiden am Sonntag 600 Delegierte darüber, ob die Sozialdemokraten regierungsfähig bleiben. In vielen Landesverbänden wird ein Zeichen des Neuanfangs verlangt – dabei geht es auch um die Zukunft des Parteichefs.

          Ein Jahr im Amt : „Trump hat Deutschland aufs Korn genommen“

          Von echter Zuneigung zwischen dem Kanzleramt und dem Weißen Haus lässt sich kaum sprechen. F.A.Z.-Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger bezieht im FAZ.NET-Videointerview Stellung zum jüngsten Stand der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

          Schmerzmittel : Ibuprofen am Pranger

          Viele Schmerzmittel versprechen Besserung, doch Nebenwirkungen werden oft unterschätzt. Eine neue Studie zeigt: Regelmäßige Einnahme von Ibuprofen kann den männlichen Hormonspiegel empfindlich verändern. Kann darunter gar die Zeugungsfähigkeit leiden?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.