Home
http://www.faz.net/-hbv-75j9g
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Steuertipp Was sich bei Minijobs jetzt steuerlich ändert

Bei den Minijobs hat sich einiges geändert: Die monatliche Verdienstgrenze steigt von bisher 400 auf 450 Euro. Außerdem unterliegt der Minijobber automatisch der Versicherungs- und der vollen Beitragspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Er kann sich aber davon befreien lassen.

© Bengt Fosshag

Minijobs sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Bis zur Verdienstgrenze und bei Pauschalierung der Steuer durch den Arbeitgeber ist die Arbeit für die Minijobber steuer- und - sofern von ihnen gewollt - auch sozialabgabenfrei.

Zu Jahresbeginn ändert sich aber einiges: So steigt die monatliche Verdienstgrenze von bisher 400 auf 450 Euro, für die der Minijobber keine Steuern zahlen muss. Eine weitere Änderung betrifft die Rentenversicherung. Während Minijobs bisher rentenversicherungsfrei waren, die Arbeitnehmer sich aber freiwillig versichern konnten, gilt nun das Umgekehrte: Der Minijobber unterliegt automatisch der Versicherungs- und der vollen Beitragspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, kann sich aber davon befreien lassen.

Minijobber kann sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen

Die neuen Regelungen gelten für alle Arbeitsverhältnisse, die vom 1. Januar 2013 an neu abgeschlossen werden. Alle Minijobber, die schon vor dem Jahreswechsel einen 400-Euro-Job ausgeübt haben, bleiben rentenversicherungsfrei. Wird allerdings ihr monatlicher Verdienst von 400 Euro auf maximal 450 Euro angehoben, greift die automatische Versicherungspflicht. Das heißt: Insgesamt sind 18,9 Prozent des Einkommens an die gesetzliche Rentenversicherung abzuführen. Je nach Arbeitgeber verteilt sich dieser Satz allerdings unterschiedlich. Ist der Minijobber in einem Privathaushalt angestellt, trägt er selbst 13,9 Prozent (62,55 Euro bei einem Verdienst von 450 Euro). Arbeitet er für einen gewerblichen Arbeitgeber, zahlt er nur 3,9 Prozent (maximal 17,55 Euro) - die restlichen 15 Prozent trägt das Unternehmen.

Will der Minijobber diese Beiträge vermeiden, kann er die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragen. Doch Vorsicht: Die eingesparte Beitragszahlung ist nur ein Aspekt. Die Versicherung hat auch Vorteile: Immerhin werden die beitragspflichtigen Beschäftigungszeiten in vollem Umfang auf die Mindestversicherungszeiten (die sogenannten Wartezeiten) angerechnet, die für verschiedene Leistungen zu erfüllen sind. Das gilt unter anderem für den Anspruch auf Rentenzahlungen, für Ansprüche auf Rehabilitationsmaßnahmen oder für den Zugang zu steuerlich geförderten Altersvorsorgeprodukten wie der Riester-Rente. Der Befreiungsantrag sollte daher wohl bedacht sein. Einmal gestellt, ist er für die gesamte Dauer des Beschäftigungsverhältnisses bindend.

Mehr zum Thema

Steuerzahler, die sich in ihrem Haushalt von einem Minijobber helfen lassen, dürfen die Aufwendungen in Höhe von 20 Prozent direkt von ihrer Einkommensteuerschuld abziehen. Pro Jahr sind das höchstens 510 Euro.

Die Autorin ist Steuerberaterin und Senior-Managerin bei Ernst & Young.

Quelle: F.A.S.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Vermögensfrage Denk’ ich an Schäuble in der Nacht

Wer über Jahrzehnte spart, sollte nicht vergessen, dass das Finanzamt am Ende ein dickes Stück vom Kuchen abhaben will. Steuern spielen eine zentrale Rolle bei der Altersvorsorge. Wie tritt man möglichst wenig an den Fiskus ab? Mehr Von Daniel Mohr

22.08.2015, 15:00 Uhr | Finanzen
Schuldenstreit Referendum in Griechenland hat begonnen

In Griechenland ist das Referendum über den Reformkurs angelaufen. Nach monatelangen Verhandlungen mit den Euro-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds will sich die Regierung in Athen der Rückendeckung ihrer Bürger versichern, die Vorschläge der Geldgeber weiter abzulehnen. Mehr

05.07.2015, 11:19 Uhr | Wirtschaft
Zum 1. Januar 2016 Bundesbank: Rentenbeitrag könnte sinken

Die Einnahmen der Rentenkasse entwickeln sich unerwartet gut – trotz Mütterrente und Rente mit 63. Die Bundesbank sieht nun Spielraum für eine Beitragssenkung. Mehr Von Dietrich Creutzburg

17.08.2015, 18:54 Uhr | Wirtschaft
Lucke-Rivalin Petry gewinnt Machtkampf bei der AfD

Frauke Petry ist die neue erste Vorsitzende der Alternative für Deutschland. Die bisherige Co-Vorsitzende setzte sich am Samstag in Essen gegen AfD-Mitbegründer Bernd Lucke mit 60 Prozent der Stimmen durch. Damit wird die sächsische Landesvorsitzende am Jahresende laut Satzung automatisch alleinige AfD-Vorsitzende. Mehr

05.07.2015, 11:31 Uhr | Politik
Weitere Nachrichten Mietervereine zweifeln an Wirkung der Mietpreisbremse

Die inzwischen in vier Bundesländern geltende Mietpreisbremse wirkt nach Ansicht von Mieterverbänden nicht immer wie sie soll. Mehr

31.08.2015, 06:53 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 08.01.2013, 14:53 Uhr

Geld & Leben

"Meine Finanzen" hat die richtigen Tipps für jede Lebenslage. Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Zinsen
Wertpapiersuche