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Veröffentlicht: 17.11.2012, 19:23 Uhr

Steuertipp Steuerfalle Auslandsrenten

Den Ruhestand auf Mallorca, in der Südsee oder in Florida verbringen - wer wünscht sich das nicht. Doch der deutsche Fiskus schlägt auch im Ausland zu. Und das kann teuer werden. Was Rentner beachten müssen.

von Gerrit Adrian
© Bengt Fosshag

Den Lebensabend im Ausland zu verbringen ist für viele ein Traum. Doch auch als Rentner im Ausland wird man die deutsche Einkommensteuer nicht los. Im Gegenteil: Es droht sogar eine verhältnismäßig hohe Besteuerung der deutschen Rente. Denn mit dem Wegzug rutscht der Rentner von der unbeschränkten in die beschränkte Steuerpflicht. Das klingt zunächst gut, kann sich aber negativ auswirken, weil beschränkt Steuerpflichtige eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen nicht bekommen.

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Die Einkommensteuer bemisst sich bei beschränkt steuerpflichtigen Rentenbeziehern nach dem Grundtarif ohne Berücksichtigung des steuerfreien Grundfreibetrags von 8004 Euro. Auch das Ehegattensplitting und außergewöhnliche Belastungen können nicht geltend gemacht werden. Der Ausweg: Wer beschränkt Steuerpflichtiger ist, kann sich auf Antrag wie ein unbeschränkt Steuerpflichtiger behandeln lassen.

Nicht bei jedem Wegzug ins Ausland muss man die Rente in Deutschland versteuern

Dieser Ausweg ist aber an Voraussetzungen geknüpft. Die weltweit erzielten Einkünfte müssen im Kalenderjahr zu mindestens 90 Prozent in Deutschland versteuert werden. Ist dies nicht der Fall, kann dennoch zur unbeschränkten Steuerpflicht gewechselt werden, wenn maximal 8004 Euro (Grundfreibetrag) der Einkünfte nicht in Deutschland besteuert werden. Der Betrag von 8004 Euro wird nach Maßgabe der Verhältnisse im Ausland gekürzt. Eine entsprechende Länderliste hat das Bundesfinanzministerium erstellt. Die Höhe der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegende Einkünfte ist durch eine Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörde nachzuweisen.

Wer zur unbeschränkten Steuerpflicht wechseln will, muss einen Antrag stellen. Dafür ist das Finanzamt Neubrandenburg zuständig, das als zentrales Amt die Steuererklärungen von Rentnern mit ausländischem Wohnsitz bearbeitet. Ein anderes Finanzamt kann zuständig sein, wenn der Steuerpflichtige weitere inländische Einkünfte zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung erzielt.

Nicht bei jedem Wegzug ins Ausland verbleibt eine in Deutschland steuerpflichtige Rente. Auf Grundlage von Doppelbesteuerungsabkommen (die Deutschland mit einer Vielzahl von Ländern abgeschlossen hat) ist im Einzelfall zu prüfen, welches Land das Besteuerungsrecht für die Rentenbezüge hat. Häufig darf Deutschland die Renten noch besteuern. Wer zum Beispiel aber dauerhaft nach Spanien, Tunesien oder in die Vereinigten Staaten gezogen ist, muss die Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr in Deutschland versteuern. Für Neu-Rentner in Spanien ändert sich das. Ab 2015 behält Deutschland eine Steuer von 5 Prozent ein, ab 2030 sind 10 Prozent fällig. Allgemein gilt: Wer seine Rente im Ausland bezieht, sollte sich sorgfältig über die steuerlichen Konsequenzen im Inland und im Ausland informieren.

Der Autor ist Steuerberater und Director bei KPMG in Frankfurt.

Quelle: F.A.S.

 

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