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Steuertipp : So gibt’s mehr Netto vom Brutto

  • -Aktualisiert am

Der formelle Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ist bei dem Finanzamt zu stellen. Bild: dpa

Steuerpflichtige können beim Finanzamt einen Freibetrag in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen eintragen lassen. So erhöht sich das monatliche Nettoeinkommen, denn Arbeitgeber müssen weniger Lohnsteuer vom Arbeitslohn einbehalten.

          Steuerpflichtige mit hohen Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen aufgepasst: Wer sich seine Steuererstattungen im Voraus sichern möchte, kann ab Oktober 2014, spätestens jedoch bis zum 30. November 2015 einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das Jahr 2015 stellen.

          Normalerweise machen sich Fahrtkosten zur Arbeit oder Kosten für einen doppelten Haushalt, Spenden, Kinderbetreuungskosten, Handwerkerleistungen, aber auch Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehe- oder Lebenspartner sowie ein Verlust aus der Vermietung einer Immobilie erst im Rahmen der Steuererklärung bemerkbar. Die monatlich zu viel gezahlte Lohnsteuer wird somit erst im Folgejahr vom Finanzamt erstattet.

          Der Steuerpflichtige hat jedoch die Möglichkeit, beim Finanzamt die Eintragung eines Freibetrags in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) zu beantragen. Dadurch erhöht sich das monatliche Nettoeinkommen, denn der Arbeitgeber muss weniger Lohnsteuer vom Arbeitslohn des Steuerpflichtigen einbehalten. Die Freibeträge sowie alle für die Berechnung der Lohnsteuer wichtigen Daten werden nicht mehr, wie früher, auf einer Papier-Lohnsteuerkarte abgedruckt, sondern als elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale gespeichert und den Arbeitgebern elektronisch zum Abruf bereitgestellt.

          Der formelle Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ist bei dem Finanzamt zu stellen, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige wohnt beziehungsweise sich vorwiegend aufhält. Im Falle, dass der Steuerpflichtige erstmals einen Freibetrag beantragt oder sich der für das Kalenderjahr 2014 gültige Freibetrag erhöht, muss der sechsseitige amtliche Vordruck „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2015“ verwendet werden. Zudem haben Steuerpflichtige bei erstmaliger Antragstellung ihre Angaben glaubhaft zu machen und entsprechende Nachweise vorzulegen. Die Geltungsdauer der Freibeträge im Lohnsteuerermäßigungsverfahren ist derzeit weiterhin auf ein Jahr begrenzt. Folglich hat der Steuerpflichtige, auch wenn er bereits im Vorjahr einen entsprechenden Antrag gestellt hat und der Freibetrag unverändert berücksichtigt werden soll, einen erneuten Antrag zu stellen. Allerdings ist in diesem Fall nur noch der zweiseitige amtliche Vordruck „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2015“ auszufüllen.

          Antragsgrenze beachten

          Wenn die Voraussetzungen für die Bildung eines steuerfreien Betrages erfüllt sind, stellt das Finanzamt den Gesamtjahresbetrag fest und verteilt ihn gleichmäßig auf die der Antragstellung folgenden Monate. Beispiel: Ein Arbeitnehmer lässt sich eine Lohnsteuerermäßigung 2015 im Monat Februar 2015 eintragen. Die Lohnsteuerermäßigung 2015, die durch diesen Antrag zustande kommt, wird auf zehn Monate (März bis Dezember 2015) verteilt. Beantragt der Arbeitnehmer seine Lohnsteuerermäßigung 2015 erst im November 2015, erhält er die gesamte jährliche Lohnsteuerermäßigung 2015 für den Monat Dezember 2015 angerechnet. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn im Dezember 2015 größere Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld erwartet werden.

          Achtung: Im Dezember 2015 eintretende oder beantragte Änderungen können nicht mehr im Ermäßigungsverfahren, sondern nur noch im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Kalenderjahr 2015 berücksichtigt werden.

          Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings - es ist eine Antragsgrenze zu beachten. Damit das Finanzamt einen Freibetrag einträgt, müssen die Aufwendungen des Steuerpflichtigen 600 Euro übersteigen. Dabei zählen für die Berechnung der Antragsgrenze nur diejenigen Aufwendungen, die den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro (bei Versorgungsbezügen 102 Euro) übersteigen. Zudem ist für das entsprechende Kalenderjahr - außer bei sehr geringem Einkommen - stets eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

          Die Autorin ist Steuerberaterin und Partner bei EY.

          Quelle: F.A.S.

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