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Steuertipp Erbschaft Mehr von der Lebensversicherung

Viele wählen eine Lebensversicherung, um die Familie im Fall der Fälle abzusichern. Doch stirbt der Versicherte, erhebt der Fiskus auch auf die Auszahlung der Lebensversicherung die Erbschaftssteuer. Was Betroffene tun können.

© Bengt Fosshag Vergrößern

Wer seine Familie absichern will, wählt dafür häufig eine Lebensversicherung. Denn im Falle eines Falles sichern deren Zahlungen die für die Erben häufig benötigte Liquidität, insbesondere für die Absicherung des eigenen Lebensunterhaltes, aber auch für die Auszahlung von Vermächtnissen oder die Befriedigung von Pflichtteilansprüchen. Das kann dabei helfen, den Verkauf von ererbten Immobilien zu vermeiden oder die Weiterführung eines übernommenen Unternehmens zu sichern.

Aber es gibt ein steuerliches Problem: Die Auszahlung der Versicherungssumme im Todesfall an den Bezugsberechtigten kostet bei üblicher Gestaltung Erbschaftsteuer. Im Normalfall versichert der Beitragszahler sein eigenes Leben und setzt ein Familienmitglied, häufig den Ehepartner, als Bezugsberechtigten im Falle seines Versterbens ein. Der Fiskus greift dann auf die volle Versicherungssumme zu. Erbschaftsteuerfrei sind nur die Teile der Versicherungssumme, die unter dem Freibetrag dieser Steuer liegen. Dabei wird allerdings die gesamte Erbmasse (inklusive der Versicherungsleistung) zusammengezählt. Der Freibetrag beläuft sich bei Ehegatten auf 500.000 Euro, bei Kindern auf 400.000 Euro und bei den Enkeln auf 200.000 Euro. Bei der Ermittlung werden alle „Erwerbe“ der vergangenen zehn Jahre addiert.

„Gekreuzte Lebensversicherungen“ vereinbaren

Ein legaler und verblüffend einfacher Ausweg, die Erbschaftsteuer zu vermeiden, kann in der Vereinbarung „gekreuzter Lebensversicherungen“ liegen, was sich vor allem für Ehepaare lohnt: In diesem Fall schließen beide Ehegatten Lebensversicherungsverträge ab. Man versichert dabei nicht das jeweils eigene Leben, sondern das Leben des jeweils anderen. Versicherte Person ist damit der jeweilige andere Ehegatte. Im Versicherungsfall, das heißt bei Tod des anderen Ehegatten, wird die Versicherungssumme an den überlebenden Ehegatten (Versicherungsnehmer) ausbezahlt.

Dem überlebenden Ehegatten wird damit seine „eigene“ Lebensversicherung ausgezahlt. Damit gehört sie nicht zum Erbe, so dass die Versicherungssumme gänzlich erbschaftsteuerfrei bleibt. Handelt es sich um eine Risikolebensversicherung (bei der also nicht auch zusätzlich gespart wird), sind die Auszahlungen auf jeden Fall auch einkommensteuerfrei. Bei Kapitallebensversicherungen gilt das im Todesfall, das heißt vor Ende der vereinbarten Beitragslaufzeit, ebenso.

Der Abschluss einer „eigenen“ Lebensversicherung auf das Leben des Partners hat noch einen weiteren Vorteil. Da die Auszahlung keine Erbschaft ist, können darauf auch keine Pflichtteilansprüche seitens der Kinder geltend gemacht werden, falls sie - aus welchen Gründen auch immer - vom ersten Erbgang ausgeschlossen sind.

Vermögenderer der beiden Ehegatten kann laufende Lebensversicherungsbeiträge übernehmen

Wichtig für die Praxis: Die laufenden Lebensversicherungsbeiträge können durch den Vermögenderen der beiden Ehegatten übernommen werden. Solange diese in Summe unterhalb des Freibetrages für Ehegatten (alle zehn Jahre immerhin 500 000 Euro) liegen und der Freibetrag nicht für andere Zuwendungen bereits verbraucht ist, ist auch das schenkungssteuerlich unbeachtlich.

Aber was passiert mit der anderen Lebensversicherung? Die Lebensversicherung, die vom verstorbenen Ehegatten selbst auf das Leben des anderen - überlebenden Ehepartners - abgeschlossen wurde, ist Bestandteil der Erbmasse des verstorbenen Ehegatten. Was dort in der Versicherung bisher alles angespart wurde, gehört damit zum Erbe. Fällig ist sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da das Leben des überlebenden Ehegatten versichert ist. Für die Bemessung der Erbschaftsteuer setzt der Fiskus hier den Rückkaufswert an. Im Falle einer Risikolebensversicherung ist dieser erbschaftsteuerlich maßgebliche Wert gleich oder jedenfalls nahe null. Sie bleibt damit im besten Fall steuerfrei.

Der Autor ist Steuerberater und Partner bei Ernst & Young.

Quelle: F.A.S.

 
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