http://www.faz.net/-hbv-9613d

Der Steuertipp : Steuererklärung ohne Belege

  • -Aktualisiert am

Wichtige Neuerung für die Einkommensteuererklärung: Im Regelfall müssen keine Belege mehr eingesendet werden. Bild: dpa

Bald ist es wieder so weit, die Einkommensteuererklärung ruft. Wichtige Neuerung: Im Regelfall müssen keine Belege mehr eingesandt werden. Warum man sie trotzdem fleißig sammeln sollte.

          Zwar ist das neue Jahr noch jung, aber man sollte schon jetzt an die bevorstehende Einkommensteuererklärung denken. Wer eine Steuererklärung für 2017 abzugeben hat und plant, diese selbst anzufertigen, muss dies bis zum 31. Mai 2018 erledigen. Erst die Steuererklärung 2018 unterliegt einer verlängerten Frist – bis zum 31. Juli 2019. Steuerpflichtige, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind (etwa regelmäßige Arbeitnehmer ohne Nebeneinkünfte), können ihre Steuererklärung freiwillig noch bis zu vier Jahre nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres abgeben.

          Eine wichtige Neuerung gilt schon für die Steuererklärung 2017. Steuerpflichtige müssen nämlich im Regelfall keine Belege mehr an das Finanzamt senden. Aber: Fordert das Finanzamt die Nachweise ausdrücklich an, müssen sie vorgelegt werden. Das heißt, um das Sammeln der Belege kommt man dennoch nicht herum. So müssen Handwerkerrechnungen und die entsprechenden Kontoauszüge, aus welchen die Überweisungen ersichtlich sind, nur noch auf Anfrage an das Finanzamt geschickt werden. Das Gleiche gilt für den Nachweis haushaltsnaher Dienstleistungen.

          Wer bei Kapitalerträgen den Kapitalertragsteuereinbehalt oder die Tarifveranlagung mit dem (günstigeren) persönlichen Steuersatz prüfen lassen will (sogenannte Günstigerprüfung), braucht Steuerbescheinigungen nur auf Anforderung des Finanzamts einzureichen.

          Bei Spenden über 200 Euro bleibt eine Spendenbescheinigung erforderlich. Es reicht aber aus, sie nach Bekanntgabe des Einkommensteuerbescheids ein Jahr aufzubewahren. Erteilt der Spender dem Zuwendungsempfänger eine Vollmacht zur elektronischen Übermittlung der Spendenbescheinigung an das Finanzamt, entfällt die Vorhaltepflicht.

          Um erstmals den Behinderten-Pauschbetrag geltend zu machen, muss der Nachweis der Behinderung weiter mit der Steuererklärung abgegeben werden. Auch wenn sich der Grad der Behinderung geändert hat, müssen Steuerpflichtige den entsprechenden Nachweis mit der Steuererklärung einreichen.

          Die Autorin ist Steuerberaterin und Partner bei EY.

          Weitere Themen

          Vorsicht, Einbauküche

          Der Steuertipp : Vorsicht, Einbauküche

          Wer ein Haus erwirbt, muss Grunderwerbsteuer auf den Kaufpreis zahlen. Was hier alles eingerechnet wird, ist manchmal umstritten. Zumindest das Finanzgericht Köln urteilte: Die Einbauküche bleibt als miterworbener Gegenstand steuerfrei.

          Topmeldungen

          Unterricht in einer Schule in Berlin-Schöneberg (Archivbild von 2015)

          Bildung in Berlin : In sieben Tagen zum Lehrer

          In Berlin haben die meisten neu eingestellten Lehrer kein entsprechendes Studium absolviert. Viele lernen das grundlegende Handwerk im Schnellverfahren in Crashkursen. Vor allem Schulen in Brennpunktvierteln trifft das hart.
          Reiner Haseloff (64) ist seit 2011 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.

          CDU-Ministerpräsident : Warnung vor Bündnissen mit Linker oder AfD

          „Nicht mit jedem ins Bett gehen“: Vor Koalitionen mit der Linken im Osten warnt Sachsen-Anhalts Regierungschef Haseloff. Viele hätten wohl keine Vorstellung mehr davon, wie unmenschlich es im SED-Regime zugegangen sei.
          Glückliche Schweine: So sollte es sein. Doch das kostet.

          Bauern fordern : Schweinefleisch müsste doppelt so viel kosten

          Der Bauernverband sieht die Verbraucher in der Pflicht: Wer gutes Fleisch wolle, der müsse auch bereit sein, mehr dafür zu zahlen – zumal nun auch neue Tierschutzauflagen gelten. Viele hätten unrealistische Vorstellungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.