http://www.faz.net/-hbv-8aqty
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 30.11.2015, 15:42 Uhr

Steuertipp Kindergeld mit Tücken

Ein neues Urteil hilft Master-Studenten: Sie können unter Umständen Kindergeld bekommen. Aber das ist nicht immer eine gute Idee.

von Julian Fey
© dpa

Studieren ist teuer. Der Staat trägt mit Kindergeld zur finanziellen Entlastung bei. Kindergeld gibt es bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn das Kind für einen Beruf, zum Beispiel durch ein Studium, ausgebildet wird. Seit 2012 gilt das unabhängig von der Höhe des Einkommens des Kindes. Eine Einschränkung dabei: Während eines Zweitstudiums besteht kein Kindergeldanspruch, wenn das Kind nebenher mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet.

Die Finanzverwaltung unterscheidet dabei grundsätzlich wie folgt: Ein Masterstudium gilt als Zweitstudium, da es in der Regel den Abschluss eines Bachelorstudiums (Erststudium) voraussetzt. Diese Betrachtung hat der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil (Az. VI R 9/15) abgelehnt: Ein Masterstudium kann auch Teil einer einheitlichen Erstausbildung sein, wenn es zeitlich und inhaltlich auf den vorangegangenen Bachelorstudiengang abgestimmt ist und das von den Eltern und dem Kind bestimmte Berufsziel erst darüber erreicht werden kann.

Im zugrundeliegenden Fall beendete das Kind sein Bachelorstudium in Wirtschaftsmathematik im April 2013 und war bereits seit dem Wintersemester 2012/2013 in dem gleichen Studiengang und an derselben Hochschule für den Master eingeschrieben. Eine solche zeitliche Überschneidung sollte aber nicht zwingend erforderlich sein. Nach dem Richterspruch ist ein enger zeitlicher Zusammenhang ausreichend, der vorliege, wenn der weitere Studienabschnitt mit der gebotenen Zielstrebigkeit aufgenommen werde oder zumindest ein Entschluss zur Fortsetzung erkennbar sei. Der inhaltliche Zusammenhang erfordere, dass die Studiengänge hinsichtlich der Berufssparte oder des fachlichen Bereichs im Zusammenhang stehen.

Mehr zum Thema

Das Urteil kann jedoch auch nachteilig sein. Bisher galt, dass die Kosten für ein Masterstudium als Zweitstudium unbegrenzt als Werbungskosten abgezogen werden konnten. Wird ein Masterstudium nun als Teil der Erstausbildung eingestuft, können die Kosten nur noch als Sonderausgaben bis zu 6000 Euro im jeweiligen Kalenderjahr abgezogen werden. Ein Vor- oder Rücktrag in andere Jahre ist nicht möglich.

Zur Homepage