http://www.faz.net/-hbv-94ebu

Der Steuertipp : Kosten der Privatschule absetzen

  • -Aktualisiert am

4000 Euro kostet allein die Reservierung eines Platzes an der Main Taunus International School in Frankfurt. Bild: Patrick Junker

Wer sein Kind auf eine Privatschule schickt, kann sich das meistens leisten. Dennoch kann man den Fiskus daran beteiligen. Dabei gibt es Verschiedenes zu beachten.

          Der Besuch einer Privatschule kann mit einigen tausend Euro im Jahr erheblich ins Geld gehen. Einen Teil des Schulgelds können die Eltern steuerlich als Sonderausgaben geltend machen. Der Höchstbetrag liegt pro Kind bei 30 Prozent des Schulgelds, maximal 5000 Euro. Rechnerisch sind demnach bis zu 16.667 Euro Schulgeld jährlich steuerlich begünstigt.

          Ausgenommen sind hingegen Kosten für die Unterbringung, Betreuung und Verpflegung. Diese Aufwendungen gelten regelmäßig als über das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag abgegolten. Bei Kindern bis einschließlich 14 Jahre können Betreuungskosten zu zwei Dritteln (höchstens 4000 Euro) als Kinderbetreuungskosten berücksichtigt werden. Gegebenenfalls kann auch eine Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastung in Betracht kommen, wenn beispielsweise die Betreuung krankheitsbedingt ist. Die Kosten einer privaten Hochschule sind nicht begünstigt.

          Allerdings gilt es, beim Schulgeld einige Voraussetzungen zu beachten. Begünstigt sind grundsätzlich Privatschulen in Deutschland und in Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EU, Island, Liechtenstein, Norwegen). Eine Besonderheit besteht für die Deutschen Schulen im Ausland, die überall begünstigt sind. Sie müssen allesamt zu einem von einem zuständigen inländischen Landesministerium, der Kultusministerkonferenz der Länder oder einer inländischen Zeugnisanerkennungsstelle anerkannten Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss führen.

          Eltern sollten im Vorfeld abklären, ob eine Schule steuerlich begünstigt ist. Bei privaten Schulen, die zwar nicht selbst den Abschluss vermitteln, aber ordnungsgemäß auf einen solchen staatlich anerkannten Abschluss vorbereiten, verlangt das Finanzamt bislang von den Eltern einen Bescheid der Kultusbehörde über die ordnungsgemäße Vorbereitung auf den Abschluss.

          Dem hat aber der Bundesfinanzhof (BFH) kürzlich widersprochen. Er sieht die Prüfung dieses Kriteriums als Aufgabe der Finanzbehörde. Der BFH gewährte den Sonderausgabenabzug auch ohne diesen Bescheid (Urteil vom 20.06.2017, X R 26/15).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Brexit-Verhandlungen : Der Moment der Wahrheit naht

          Beim EU-Gipfel in Brüssel sind sich die Teilnehmer einig: Eine Einigung für den anstehenden Brexit zu erzielen, wird immer schwerer. Und neue Kritik an der britischen Premierministerin gibt es auch.
          Mit oder ohne Krawatte: Amtsinhaber Bouffier mit Herausforderer Schäfer-Gümbel

          TV-Duell in Hessen : Und plötzlich eine Schicksalswahl

          Der Zusammenhalt der Koalition, die Zukunft der SPD: Nach der Bayern-Wahl geht es in Hessen um mehr als nur den neuen Landtag: Beim TV-Duell wird deutlich, wie schwer die Klötze an den Füßen der beiden Spitzenkandidaten sind.

          Anschlag auf der Krim : „Ich liebe Dich, meine Sonne“

          Eine mit Metallteilen gefüllte Bombe geht in einer Berufsschule im Osten der Krim hoch. Dutzende Schüler werden verletzt. Zunächst wird wegen Terror ermittelt – doch die Tat war wohl nicht politisch motiviert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.