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Der Steuertipp : Achtung, Dividende

  • -Aktualisiert am

Die „Cum-Cum-Regelung“ soll missbräuchliche Steuergestaltungen rund um den Dividendenstichtag unterbinden. Bild: dpa

Mit der sogenannten „Cum-Cum-Regelung“ wird der Handel mit Anteilen um den Dividendenstichtag herum erheblich erschwert. Auf Betriebe und private Anleger könnten steuerliche Mehrbelastungen zukommen.

          Anlegern, die Kapitaleinkünfte aus Aktien und Genussscheinen erzielen, drohen durch eine Gesetzesänderung steuerliche Mehrbelastungen. Falls sie die Anteile innerhalb einer Frist von 45 Tagen um den Dividendenstichtag herum erwerben oder veräußern, könnte es passieren, dass die Anrechnung der auf den Dividenden lastenden Kapitalertragsteuer in Höhe von 15 Prozent versagt wird.

          Hintergrund dafür ist die sogenannte „Cum-Cum-Regelung“ (Paragraph 36a EStG). Sie sollte missbräuchliche Steuergestaltungen rund um den Dividendenstichtag unterbinden.

          Wenn die Kapitaleinkünfte des Anlegers im Kalenderjahr die Bagatellgrenze von 20.000 Euro nicht übersteigen oder der Anleger bereits ein Jahr vor dem Dividendenstichtag die Anteile hielt, ist die Anrechnung weiter möglich. Gleiches gilt nach diversen Verfügungen der Finanzverwaltung, wenn beim Anteilserwerb eine steuermindernde Gestaltung ausscheidet oder unwahrscheinlich erscheint. Auch Privatanleger sind mit ihren der Abgeltungsteuer unterliegenden Erträgen von der „Cum-Cum-Regelung“ nicht betroffen, da die Abgeltungswirkung der Steuer greift und damit keine Anrechnung vorliegt.

          Anleger können den Rechtsweg beschreiten

          Werden allerdings Anteile im Betriebsvermögen gehalten oder wird ausnahmsweise keine Abgeltungsteuer erhoben, weil die sonstigen Einkünfte gering sind und der Steuersatz damit unter 25 Prozent liegt (dies wird mit Hilfe der sogenannten Günstigerprüfung vom Finanzamt ermittelt), können Anleger von der Anrechnungsbeschränkung der „Cum-Cum-Regelung“ betroffen sein. Da mit dieser Regelung aber der Handel mit Anteilen um den Dividendenstichtag herum erheblich erschwert wird, ist eine Beschränkung der europäischen Kapitalverkehrsfreiheit und damit ein Verstoß gegen Europarecht denkbar.

          Bis eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs diesbezüglich für rechtliche Klarheit sorgt, sollten von der „Cum-Cum-Regelung“ betroffene Anleger daher die Beschreitung des Rechtswegs erwägen.

          Der Autor ist Rechtsanwalt, Steuerberater und Senior Manager bei KPMG in Frankfurt am Main.

          Quelle: F.A.S.

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