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Der Steuertipp : Achtung, Aktientausch!

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Auch wenn der Kurs stimmt: Ein Aktientausch kann Anlegern Probleme Bereiten. Bild: dpa

Ein Aktientausch bei Übernahmen von Unternehmen ist keine Seltenheit. Aktionäre sollten in einem solchen Fall sehr genau hinsehen.

          Aus Wincor Nixdorf wird Diebold, aus Vodafone alt wird Vodafone neu und vielleicht aus Drillisch bald United Internet. Immer häufiger erhalten Aktionäre aufgrund eines Aktientauschs für ihre alten Aktien andere Aktien. Das kann steuerlich zu Problemen führen.

          Beruht dieser Aktientausch auf vom Anleger nicht beeinflussbaren gesellschaftsrechtlichen Kapitalmaßnahmen wie etwa der Verschmelzung oder Aufspaltung eines Unternehmens, dem Anteilstausch oder einem freiwilligen Übernahmeangebot, so gilt dies steuerlich nicht als Veräußerung. Stattdessen treten die neu erworbenen Aktien einfach an die Stelle der zuvor gehaltenen Aktien. Problematisch wird es, wenn der Anleger – wie meist – neben der Einbuchung der anderen Aktien auch eine Barzahlung erhält.

          Denn eine solche Zuzahlung wird als steuerpflichtige Dividende behandelt, so dass die Bank des Anlegers hierauf Abgeltungsteuer einbehält. Der Gesetzgeber war bei dieser Regelung davon ausgegangen, dass die Zuzahlung den Wert der erhaltenen Aktien und damit den steuerpflichtigen späteren Veräußerungsgewinn mit den neuen Aktien mindert.

          Rücksprache mit Bank kann sich lohnen

          Die Steuerpflicht der Zuzahlung sollte nach Meinung der Finanzverwaltung selbst dann gelten, wenn die alten eingetauschten Aktien vor 2009 erworben wurden, so dass der spätere Veräußerungsgewinn mit den neuen Aktien steuerfrei sein wird. Dem widersprach der Bundesfinanzhof mit einer Entscheidung vom 20. Oktober 2016 (Az. VIII R 10/13) und hat entschieden, dass die Zuzahlung beim Tausch von vor 2009 erworbenen Altaktien nicht zu versteuern ist, wenn bei diesen Aktien mindestens ein Jahr seit dem Kauf vergangen war.

          Daher sollten Anleger, die vor 2009 Aktien erworben hatten, ihre Aktiendepotauszüge der vergangenen Jahre nochmals durchsehen und Zuzahlungen auf Aktientauschvorgänge identifizieren. Zu Unrecht einbehaltene Abgeltungsteuer sollte für noch änderbare Jahre – also wo die Steuerbescheide noch nicht rechtskräftig sind – nach Rücksprache mit der einbehaltenden Bank durch Nutzung der Anlage Kap zurückgefordert werden.

          Der Autor ist Rechtsanwalt, Steuerberater und Partner bei KPMG in Frankfurt am Main.

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