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Veröffentlicht: 19.05.2017, 09:29 Uhr

Steuererklärung für 2016 Was Sie alles von der Steuer absetzen können

Der Countdown läuft: Bis zum 31. Mai müssen alle, die ihre Steuererklärung selbst erstellen, die Unterlagen beim Finanzamt einreichen. Auf den letzten Metern gibt es noch ein paar Tipps, wie Sie besonders viel sparen können.

von
© dpa Ob elektronisch oder auf Papier: Mit den richtigen Tricks lässt sich durch die Steuererklärung viel Geld sparen.

Die Steuererklärung macht zwar keinen Spaß, lohnt sich aber. Im Schnitt bekommt jeder Steuerbürger rund 900 Euro zurück. Die Chancen auf Geld steigen erheblich, wenn in der Steuererklärung möglichst hohe Ausgaben stehen, die der Fiskus anerkennt. Doch mit welchen Posten lässt sich am meisten rausholen? Die wichtigsten Spartipps im Überblick:

Arbeitszimmer

Anne-Christin Sievers Folgen:

Wer in seiner Wohnung oder seinem Haus ein Arbeitszimmer eingerichtet hat und vom Arbeitgeber keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekommt, kann im Jahr bis zu 1250 Euro als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das gilt etwa für Lehrer oder Außendienstmitarbeiter. Allerdings muss es ein abgeschlossener Raum sein – eine kleine Arbeitsecke oder ein Durchgangszimmer genügen nicht –, der nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird.

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Hat die Tätigkeit ihren Schwerpunkt im Heimarbeitszimmer selbst, wie etwa bei Selbständigen, lassen sich die Kosten dafür sogar unbegrenzt von der Steuer absetzen. Auch Ausgaben für Miete, Strom und Nebenkosten kann der Heimarbeiter anteilig anrechnen. Ebenso darf er Ausgaben geltend machen, die für die Renovierung und die Ausstattung des Raums mit Laminat oder Lampen anfallen. Auch wer kein Arbeitszimmer im steuerrechtlichen Sinne hat, darf seinen Schreibtisch, Stuhl, Computer und Drucker als Werbungskosten angeben.

Fahrtkosten, Firmenfeier, Zweitwohnung

Für den Weg zur Arbeit gewährt der Fiskus pro vollem Kilometer eine Pendlerpauschale von 30 Cent für die kürzeste Verbindung – egal ob die Arbeitnehmer per Auto, Zug, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Es zählt aber nur die einfache Strecke, also nicht Hin- und Rückweg. Wer fünf Tage die Woche arbeitet, kann etwa 230 Arbeitstage berechnen. Zusätzliches Geld bekommt der Steuerzahler nur dann zurück, wenn er über die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro kommt. Das gelingt leichter, indem er noch zusätzliche Ausgaben für Büromaterial, Fachliteratur und Fortbildungen nachweist. Wer an zwei Orten beruflich tätig ist, kann den Weg zum zweiten Arbeitsplatz als Reisekosten angeben – in diesem Fall kann er sogar 30 Cent für jeden tatsächlich gefahrenen Kilometer steuerlich geltend machen.

Wer eine Feier im Kollegenkreis gibt, darf laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs die Bewirtungskosten geltend machen (BFH, Az. VI R 24/15). Allerdings muss man darauf achten, dass die Gästeliste nach beruflichen Kriterien erstellt wurde. Sind auch private Gäste eingeladen, darf man dennoch die beruflichen Gäste anteilig absetzen (BFH, Az. VI R 46/14).

Hat man am Arbeitsort noch eine Zweitwohnung gemietet, akzeptiert das Finanzamt bis zu 12.000 Euro Kosten pro Jahr. Insbesondere die Miete, Betriebs- und Reinigungskosten, die Zweitwohnungssteuer und Ausgaben für eine angemessene Ausstattung lassen sich ansetzen.

Altersvorsorge

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen zählen Beiträge zur gesetzlichen Rente, zu berufsständischen Versorgungswerken und privaten Renten. 2016 sind 82 Prozent der Prämien abziehbar, für Ledige sind das maximal 18.669 Euro, für Ehepaare 37.338 Euro. Steuerzahler müssen die Beiträge zur Altersvorsorge immer in voller Höhe angeben. Der Fiskus berechnet den Anteil automatisch.

Ab 2017 sind Aufwendungen für die Altersvorsorge noch besser absetzbar. Der Höchstbetrag steigt für Ledige auf 23.362 Euro, davon können dann maximal 84 Prozent steuerlich geltend gemacht werden.

Handwerker und Haushaltshilfen

Wer Handwerker oder Haushaltshilfen beschäftigt, kann ebenfalls kräftig Steuern sparen. Ausgaben für Reinigungskräfte und Gärtner lassen sich bis zu einer Höhe von 20.000 Euro steuerlich absetzen. Die Lohnkosten eines Handwerkers kann der Steuerzahler bis zu 6000 Euro im Jahr geltend machen. Das Finanzamt erkennt davon jeweils 20 Prozent an, also maximal 1200 Euro im Jahr für Handwerker und 4000 Euro für Haushaltshilfen. Neben den Lohnkosten lassen sich bei Handwerkern auch Fahrt- und Maschinenkosten absetzen – Aufwendungen für Material muss man allerdings selbst tragen. Bei Handwerkerrechnungen müssen die Lohnkosten separat ausgewiesen sein.

Erstmals sponsert der Fiskus auch Messungen an Gastherme, Ölheizung, Kaminofen oder Schornstein. Sogar die Kosten für die Betreuung von Haustieren in den eigenen vier Wänden lassen sich laut Urteil des Bundesfinanzhofes (Az. VI R 13/15) abrechnen.

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