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Steuererklärung für 2016 : Was in diesem Jahr anders ist - und was (noch) nicht

Steuererklärungen machen keinen Spaß, bringen aber bares Geld. Bild: dpa

Es ist höchste Zeit für die Steuererklärung 2016: Welche Fristen und neuen Regelungen sind zu beachten? Und was bringt die Zukunft?

          Alle Jahre steht sie wieder ins Haus: die Steuererklärung. Auch wenn es viele als lästige Pflicht betrachten, zahlt es sich für die meisten aus: Laut Statistischem Bundesamt bekommen die Steuerbürger im Durchschnitt rund 900 Euro vom Fiskus zurück.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Stichtag ist für die meisten Steuerzahler der 31. Mai. Wer einen Steuerberater beauftragt oder sich an den Lohnsteuerhilfteverein wendet, hat aber bis zum Jahresende Zeit. Die Steuererklärung kann elektronisch über das „Elster“-Verfahren, mit einem der gängigen Steuerprogramme oder ganz klassisch auf Papier erstellt werden. Selbständige sind allerdings dazu verpflichtet, Elster zu nutzen. Wer weiß, dass er den Termin nicht schafft, sollte beim Finanzamt um eine Fristverlängerung bitten.

          Arbeitnehmer und Rentner mit Steuerklasse V, IV mit Faktor oder VI sind zur Steuererklärung verpflichtet. Auch wenn man sich Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen und im vergangenen Jahr mehr als 11.000 Euro verdient hat (Ehepaare 20.900 Euro), muss man eine Erklärung einreichen. Das gleiche gilt bei Nebeneinkünften etwa aus Miete oder selbständiger Tätigkeit - Minijobs ausgenommen - und bei Lohnersatzleistungen wie Eltern- oder Arbeitslosengeld über 410 Euro.

          Auch Rentner, deren gesamte Einnahmen, ob aus Rente Vermietung oder Verpachtung, über dem steuerlichen Grundfreibetrag von 8652 Euro (Ehepaare 17.304 Euro) liegen, müssen mit dem Finanzamt abrechnen. Wer Kirchensteuer für die Kapitalerträge oder ausländische Erträge versteuern muss, ist ebenfalls betroffen.

          Was sich jetzt ändert

          Für die Steuererklärung 2016 gibt es einige Veränderungen zu beachten. Zunächst können sich die Verpflichteten über neue Vorteile freuen: Der Gesetzgeber hat den Grundfreibetrag im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 180 Euro auf 8652 Euro (Ehepaare 17.304 Euro) angehoben. Bis zu dieser Höhe bleiben Einkünfte von der Steuerpflicht ausgenommen. Ebenso ist der Kinderfreibetrag auf 4608 Euro pro Jahr gestiegen.

          Unterstützt der Steuerzahler Angehörige finanziell, so darf er 180 Euro mehr als im Vorjahr als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, insgesamt sind das 8652 Euro. Beiträge an die Rentenversicherung, für die Rüruprente und an berufsständische Versorgungswerke können nun bis zu einer Höhe von 22.767 Euro angesetzt werden, der Fiskus erkennt davon 82 Prozent an. Wer Fitness- oder Gesundheitsprogramme selbst bezahlt hat und eine Erstattung von der Krankenkasse erhält, kann die Kosten dieser Programme trotzdem in voller Höhe bei der Steuer angeben.

          Schludrige bekommen noch eine gute Nachricht vom Finanzamt: Schreibfehler in der Steuererklärung können jetzt auch noch verbessert werden, nachdem die vorher gültige einmonatige Einspruchsfrist abgelaufen ist.

          In punkto Belege sammeln gilt für das Steuerjahr 2016 noch die alte Regel: Steuerzahler sind verpflichtet, bestimmte Belege wie etwa Spendenbescheinigungen, Quittungen für Fachbücher oder Nachweise über haushaltsnahe Dienstleistungen beim Finanzamt einzureichen - auch wenn viele Steuerbeamte da mittlerweile ein Auge zudrücken. Erst für die Steuererklärung 2017 greift ein neues Gesetz, das aus der Belegpflicht eine Belegvorhaltepflicht macht. Ab 2018 muss also nichts mehr automatisch mitgeschickt werden. Man sollte die Belege dennoch sorgfältig sammeln, da der Fiskus sie noch vier Jahre nach Ablauf des Steuerjahrs einfordern kann.

          Neues Gesetz verlängert Fristen

          Nach dem „Steuermodernisierungsgesetz“ haben Steuerzahler bald sogar länger Zeit für ihre Steuererklärung. Macht man diese selbst, gilt der 31. Juli des auf das Steuerjahr folgenden Jahres als Stichtag. Beauftragt man einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein, muss man sie erst bis zum 28. Februar des darauf folgenden Jahres abgeben.

          Das ist allerdings noch Zukunftsmusik: Denn für die Steuererklärung 2017, die 2018 erstellt wird, ändert sich noch gar nichts. Hier gelten die alten Fristen und Verfahrensregeln: Wer die Erklärung selbst macht, muss bis zum 31. Mai 2018 abgeben. Wer sich professionell beraten lässt, hat Zeit bis zum 31. Dezember 2018. Erst ab der Steuererklärung 2018, die 2019 angefertigt wird, greifen die neuen Fristen und Regeln. Darauf weist der Verein Lohnsteuerhilfe ausdrücklich hin.

          Die Hessen sind den anderen Bundesländern eine Nasenlänge voraus: Die hessischen Bürger dürfen sich schon in diesem Jahr mehr Zeit lassen. Nicht mehr der 31. Mai, sondern der 31. Juli gilt als Stichtag. Allerdings unter einer Voraussetzung: Die Erklärung muss elektronisch und authentifiziert übermittelt werden. Und wer die Fristverlängerung in Anspruch nehmen möchte, muss sich zuvor bis zum 31. Mai über das Elster-Online-Portal registrieren. Wer schon in den vergangenen Jahren auf diesem Weg seine Erklärung abgegeben hat, muss nichts weiter tun: für ihn gilt die verlängerte Frist automatisch.

          Änderungen gelten zukünftig auch für den Fall, dass man die Frist versäumt: Lag es bislang im Ermessen der Steuerbehörden, ob und in welcher Höhe Verspätungszuschläge fällig werden, wird der Prozess ab Januar 2018 automatisiert. Das bedeutet: Jeder, der von nun an seine Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungszeitraums abgibt und keine Fristverlängerung beantragt hat, muss einen Verspätungszuschlag bezahlen. Dabei ist die Höhe gesetzlich geregelt, sie beträgt 0,25 Prozent der letztendlich festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 25 Euro pro verspätetem Monat. Die maximale Höhe des Zuschlags bleibt wie gehabt bei 25.000 Euro.

          Eine Fristverlängerung soll nach den neuen Verfahrensregeln nur noch in Ausnahmefällen möglich sein - dann nämlich, wenn der Steuerpflichtige ohne eigenes Verschulden die Abgabe der Steuererklärung versäumt hat. Die Bitte um Verlängerung muss in einem Schreiben nachvollziehbar begründet werden.

          Quelle: ancs

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