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Aktualisiert: 17.07.2017, 13:38 Uhr

Steuertipp Die Kosten für den Steuerberater

Nicht jeder hat Lust und genug Kenntnisse, seine Steuererklärung selbst zu machen. Ein Steuerberater hilft, doch die Kosten dafür sind nicht in voller Höhe absetzbar.

von Michael Kemper
© dpa Ein Steuerberater hilft bei der Erstellung der Steuererklärung. Doch die Kosten dafür sind nicht in voller Höhe absetzbar.

Der Fiskus berücksichtigt grundsätzlich Steuerberatungskosten nur steuermindernd, wenn sie Werbungskosten oder Betriebsausgaben darstellen. Keine Berücksichtigung finden dagegen Steuerberatungskosten, die keinen Bezug zur Ermittlung bestimmter Einkünfte haben – wie bei Ausgaben, die im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung abgefragt werden, also Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen (zum Beispiel Krankheitskosten).

Absetzbar sind die Beraterkosten, wenn sie einen Bezug zur Ermittlung der Einkünfte haben, zum Beispiel bei einem Vermieter für die Zusammenstellung seiner anzusetzenden Einnahmen. Hier empfiehlt sich, bereits bei der Rechnung des Steuerberaters auf eine Zuordnung der Kosten zu den betreffenden Einkünften zu achten.

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Bei Arbeitnehmern können die vom Arbeitgeber übernommenen Beraterkosten aber nicht nur zu Werbungskosten, sondern gegebenenfalls sogar zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führen. In Entsendungsfällen (Arbeitnehmer wird ins Ausland entsandt oder ausländische Arbeitnehmer arbeiten vorübergehend in einer deutschen Konzerngesellschaft) wird häufig eine sogenannte Nettolohnvereinbarung getroffen. Danach erhält der Arbeitnehmer einen festen Nettolohn, die Steuern und Sozialabgaben trägt der Arbeitgeber. Zugleich übernimmt der Arbeitgeber häufig auch die Steuerberatungskosten.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz sah in einem aktuellen Urteil darin keinen als Arbeitslohn zu versteuernden geldwerten Vorteil (Urteil vom 21.12.2016, 1 K 1605/14). Die Richter stellten sich in diesem Fall gegen die Sichtweise anderer Finanzgerichte. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich der Bundesfinanzhof als oberstes deutsches Steuergericht zu dem neuen Urteil positioniert. Steuerbescheide sollten offen gehalten werden, sofern die Finanzverwaltung von steuerpflichtigem Arbeitslohn ausgeht.

Der Autor ist Steuerberater und Partner bei EY.

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