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Der Steuertipp : Vorsicht beim Paar-Konto

  • -Aktualisiert am

Unkritisch ist das gemeinsame Haushaltskonto, das der gemeinschaftlichen Lebensführung dient. Bild: Picture-Alliance

Wer Geld auf ein alleiniges Konto seines Partners überträgt, sollte vorher nachdenken. Denn er führt damit unter Umständen eine Schenkung durch. Und dabei kann Schenkungsteuer anfallen.

          Viele Paare haben ein gemeinsames Konto. Doch Vorsicht: Die Übertragung von Geld auf solch ein Konto ist zu 50 Prozent eine Schenkung an den Partner. Die Übertragung auf ein alleiniges Konto des Partners ist eine 100-prozentige Schenkung. Das gilt auch für Ehepaare mit gemeinsamer Veranlagung, wie der Bundesfinanzhof (BFH) entschied. (Urteil vom 29.6.2016, Az. II R 14). Die Folge: Schenkungsteuer kann anfallen.

          Das kann schneller passieren, als viele denken. Denn alle Zahlungen können als Schenkung gelten: das Gehalt, die Bonuszahlung am Jahresende, eine üppige Abfindung, die Auszahlung einer Lebensversicherung oder etwa eine überwiesene Erbschaft. Zwar gibt es Freibeträge, aber die gelten für zehn Jahre. In diesem langen Zeitraum kann auch der hohe Freibetrag der Ehepaare von 500.000 Euro überschritten werden. Für unverheiratete Paare gelten gar nur 20.000 Euro.

          Unkritisch ist das gemeinsame Haushaltskonto, das der gemeinschaftlichen Lebensführung dient. Um Probleme zu vermeiden, sollten Partner aber bei größeren Geldeingängen getrennte Konten führen, denn problematisch ist jede Art von Vermögensbildung, auch wenn dies nur das Bankkonto ist, auf dem größere Beträge geführt werden.

          Nicht hilfreich ist es für Ehepaare, einzuwenden, man habe ja den Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Familien-, aber auch steuerrechtlich hat jeder Ehepartner entgegen dem landläufigen Verständnis sein eigenes Vermögen. Der BFH stellt ausdrücklich die Anforderung, dass nachgewiesen werden müsse, dass das Geld bereits vor der Übertragung auch dem anderen Ehepartner bereits zuzurechnen war, also aus seinem Einkommen oder Vermögen stammt. Diese Sicht wird durch die Finanzverwaltung auch zunehmend strenger angewandt. Vorsicht auch bei der Umwandlung eines alleinigen Kontos oder Depots in ein gemeinsames Konto. Das muss die Bank dem Finanzamt melden. Außerhalb der Freibeträge fällt auch hier Schenkungsteuer an. Nicht zu beanstanden ist es, wenn der Ehepartner lediglich eine Vollmacht für das Einzelkonto seines Partners bekommt.

          Der Autor ist Rechtsanwalt und Steuerberater bei KPMG.

          Quelle: F.A.S.

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