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Der Steuertipp : Verluste mit Aktien

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Bei Gewinnen mit Aktien und Fonds greift der Fiskus über die Abgeltungsteuer zu. Bild: Picture-Alliance

Bei Gewinnen greift der Fiskus über die Abgeltungsteuer zu. Verluste steuerlich anzuerkennen, ziert sich der Fiskus.

          Bei Gewinnen greift der Fiskus über die Abgeltungsteuer zu. Verluste steuerlich anzuerkennen, ziert sich der Fiskus. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. So musste sich der Fiskus dem Bundesfinanzhof (BFH) beugen und erkennt Verluste aus verfallenen Optionen an (Urteile vom 12. Januar 2016, IX R 48/14, IX R 49/14, IX R 50/14).

          Bei Aktien erkennt der Fiskus Totalverluste bei der Ausbuchung wertloser Aktien von insolventen Firmen aber weiter nicht an, da keine Veräußerung vorliege. Auch eine Notveräußerung, bei der der Verkaufserlös die entstandenen Transaktionskosten nicht übersteigt, hilft vom Standpunkt der Finanzverwaltung nicht (Schreiben vom 18. Januar 2016, Rz. 59). Gegen Letzteres wendet sich nun der BFH (Urteil vom 12. Juni 2018, VIII R 32/16).

          Für den BFH ist eine Veräußerung weder von der Höhe der Gegenleistung noch von der Höhe der Veräußerungskosten abhängig. Auch wenn es wirtschaftlich keinen Sinn ergebe, stehe es dem Anleger frei, sich durch Veräußerungen von wertlosen Aktien zu lösen, um Verluste steuerlich realisieren zu können.

          Aber Achtung: Da sich die Banken an die Auffassung der Finanzverwaltung halten müssen, wird bei derartigen Fällen der Verlust weder beim Einbehalt der Abgeltungsteuer durch die Bank noch auf der Verlustbescheinigung berücksichtigt. Der Anleger muss den beschwerlichen Weg über Veranlagung, Einspruch und gegebenenfalls ein Klageverfahren gehen. Die Aussichten sind aufgrund des BFH-Urteils sehr gut. Bis zu einer Änderung der Vorgaben der Finanzverwaltung und deren Umsetzung durch die Banken sollten Anleger ihre Abrechnungen genau durchschauen und nicht berücksichtigte Verluste über die Anlage Kap der Einkommensteuererklärung geltend machen.

          Für Anleger, die Aktien von in Insolvenz geratenen Unternehmen haben, stehen noch zwei Entscheidungen des BFH an. Eines zur Frage, ob und wann ein Verlust zu berücksichtigen ist, wenn das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen ist (VIII R 20/18), das andere zur zwangsweisen Einziehung von Aktien im Rahmen eines Insolvenzverfahrens (VIII R 34/16).

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei EY.

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