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Schwieriger Wechsel : Der steinige Weg zum neuen Girokonto

  • Aktualisiert am

Rechten Spaß macht das Girokonto nicht - der Wechsel auch nicht. Bild: picture alliance

Banken verlangen immer höhere Gebühren für Girokonten. Mancher Kunde will da die Bank wechseln. Die Banken helfen aber nicht immer gut.

          Seit 2016 sind Banken dazu verpflichtet, ihre Kunden bei einem Kontowechsel zu unterstützen. Dass das nicht immer einfach ist, liegt schon in der Natur der Sache. Im Laufe eines Lebens sammeln sich viele Zahlungsadressen und –arten an, meist haben die Kunden selbst keinen vollständigen Überblick über das, was sich regelmäßig auf ihren Konten tut.

          Es überrascht daher nicht, dass die Zeitschrift „Finanztest“ nach einem Test mit sechs Onlinekunden Probleme beim Wechsel konstatiert. Allerdings gibt sie auch dem Gesetzgeber eine Mitschuld, denn der habe für den Wechsel ein völlig unverständliches Formular entwickelt. Dieses schrecke durch Umfang, Aufbau und Sprache eher vom Wechsel ab.

          Auf mindestens drei Papierseiten gebe es in drei Abschnitten mehr als 50 Möglichkeiten, Kreuze zu setzen, damit alte und neue Bank Daten austauschen und Zahlungsvorgänge übertragen könnten. Jede Menge Gelegenheit also, Fehler zu machen.

          Reibungsloser geht es digital

          Für die gesetzliche Kontenwechselhilfe muss die alte Bank eine Übersicht aller Buchungen der vergangenen 13 Monate liefern. Die künftige Bank soll alle Zahlungspartner von der neuen Kontoverbindung schriftlich unterrichten, so dass der Kontowechsel innerhalb von zwölf Geschäftstagen erledigt sein soll.

          Reibungsloser funktioniere dagegen der eigene digitale Kontowechselservice der Banken. Das sei allerdings keine Garantie, in einem Fall sei die Testperson gescheitert, weil die Technik der alten Bank nicht passte.

          Die Testkunden hatten Onlinekonten bei den Sparkassen in Berlin, Hannover und Mainfranken, Würzburg sowie der Post­ und der Hypovereinsbank und wollten zur ING-Diba, der DKB, der Evangelischen Bank und der Triodos Bank wechseln.

          Chaos in der Standard-Technik

          Die Fehlerquellen beim gesetzlichen Wechselservice waren zahlreich. So funktionierte die automatische Übertragung von Daueraufträgen nicht. Von der Bank gab es die Auskunft, dass es einen Fehler im Programm gebe und die Aufträge bei der alten Bank gelöscht und bei der neuen Bank selbst eingerichtet werden müssten. Auch mussten Kündigungsschreiben zum Teil selbst erstellt werden.

          In einem Fall sei der Wechsel recht chaotisch verlaufen. Der Tester wählte den digitalen Service, bekam aber statt einer Liste der Zahlungspartner eine Fehlermeldung, weil nach Auskunft der neuen Bank die alte Bank die technisch notwendige HBCI-Schnittstelle nicht unterstützte. Dabei handelt es sich aber um einen Stan­dard für die sichere Übertragung von sensiblen Daten zwischen Banken. Deshalb sei der digitale Service nicht möglich und es müsse die gesetzliche Hilfe genutzt werden.

          Auch sonst gab es eine Reihe von Stolperern. So verwies eine Bank darauf, dass einige Zahlungsempfänger ein Anschreiben der Bank voraussichtlich nicht akzeptieren würden, womöglich deshalb, weil im Zuge des Kontowechsels keine Kundenunterschrift erstellt wird. Zwei andere Banken wiederum lassen Kunden eine Unterschrift erzeugen. Das war zwar gewöhnungsbedürftig, funktionierte letztlich aber.

          Eine andere Bank wiederum dachte wohl: Viel hilft viel und informierte gleich ohne Abstimmung alle möglichen Zahlungspartner über das neue Konto, auch solche, die es gar nicht mehr gab und die es nicht hätten wissen müssen – so etwa Geschäfte, in denen der Tester mit Girokarte und Unterschrift bezahlt hatte. Dagegen wurde ein wichtiger Zahlungspartner gar nicht und zwei andere nicht recht­zeitig benachrichtigt, was Rücklastschriften und Gebühren zur Folge hatte. Nach Reklamation schrieb die Bank aus Kulanz 50 Euro gut.

          Aber es gab auch Positives zu berichten: Eine Bank erstellte eine Liste von Zahlungsempfängern, die aus ihrer Sicht eben nicht informiert werden müssten. Bei einer Konstellation habe der Wechsel besonders gut funktioniert. Hier habe die Bank etwa empfohlen, altes und neues Konto eine Weile parallel bestehen zu lassen und schickte ein Kündigungsschreiben zum Ausdrucken, inklusive eines Hinweises, dass der Freistellungsauftrag bei der alten Bank reduziert werden könne.

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