http://www.faz.net/-hbv-95f6n

Fragen zum Geld : Sind Roboter die besseren Anleger?

Wer gibt dem Roboter Geld? Bild: Marcus Kaufhold

Können Algorithmen besser sparen? Robo-Advisor sind noch jung im Geschäft. Was die digitalen Vermögensverwalter können - und was nicht.

          Ob Algorithmen besser mit Geld umgehen können als Menschen, ist noch nicht entschieden. Denn die Robo-Advisor, wie die digitalen Vermögensverwalter genannt werden, sind ein junges Phänomen. Von daher ist noch keine verlässliche Aussage zu treffen, ob sie langfristig besser abschneiden als Fondsmanager oder Privatleute, die ihr Geld selbständig anlegen.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was sich aber bereits zeigt: Keine Bank kann es sich noch leisten, auf einen digitalen Vermögensverwalter zu verzichten; zuletzt führte die Deutsche Bank ihren Robo-Advisor "Robin" ein. Im Prinzip funktioniert dabei die Geldanlage bei allen Anbietern - ob Start-ups der ersten Stunde oder etablierte Banken, die jetzt nachziehen - auf ähnliche Weise. Der Kunde muss zunächst einen Online-Fragebogen beantworten: zu den Anlagezielen, zum Anlagezeitraum und zum eigenen Risikoprofil. Aufgrund dieser Angaben wird ihm ein Portfolio vorgeschlagen, das sich in der Regel aus ETF zusammensetzt.

          Sich um nichts mehr kümmern müssen

          Diese Indexfonds bilden die Wertentwicklung eines Börsenbarometers wie des Dax oder von Anleihen nach. Bei manchem Robo-Advisor runden Rohstoffe, Edelmetalle und Immobilien das Anlagespektrum ab. Der Anleger muss sich um nichts mehr kümmern, das Portfolio wird ständig überwacht, und bei Bedarf wird umgeschichtet. Dass diese automatisierte Geldanlage nicht nur günstig ist, sondern auch recht erfolgreich sein kann, zeigen erste Tests.

          So testet das Internetportal brokervergleich.de seit geraumer Zeit elf verschiedene Robo-Advisor, indem es echtes Geld in ein Depot mit ausgewogenem Risikoprofil investiert. Nimmt man die vergangenen zwölf Monate, so schneiden die digitalen Anbieter im Vergleich zu einem vergleichbaren, je zur Hälfte mit Aktien und Anleihen bestückten Depot (Rendite 7,4 Prozent) ordentlich bis gut ab.

          Die erwirtschaftete Rendite liegt zwischen 8,6 Prozent (Sutor Bank) und 3,7 Prozent (Scalable Capital). Fraglich bleibt bis auf weiteres, wie sehr Börsenturbulenzen auf die Portfolios der digitalen Vermögensverwalter durchschlagen. Womöglich kommt es 2018 zum Härtetest.

          Weitere Themen

          Was taugen Dividenden-ETF?

          Geldanlagen : Was taugen Dividenden-ETF?

          Laut zahlreicher Umfragen mögen die Deutschen Aktien nicht wirklich. Indexfonds auf Dividendenaktien werden bei Anlegern jedoch immer beliebter. Aber was ist das?

          Topmeldungen

           Amazon-Chef Jeff Bezos und seine Ehefrau MacKenzie Bezos in dieser Woche in Berlin

          Handel und Cloud-Dienste : Amazon verdoppelt Gewinn

          Der Online-Händler legt glänzende Zahlen vor, und Vorstandschef Jeff Bezos wird immer reicher. Das ist aber nicht in erster Linie dem traditionellen Kerngeschäft zu verdanken.
          Gute Arbeitsatmosphäre war gestern:  Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg (rechts) neben seinem Innenminister Thomas Strobl (CDU) im Stuttgarter Plenarsaal.

          Grün-Schwarz im Ländle : Verwelkte Anziehungskraft

          Wenn die Grünen der Juniorpartner einer führungsstarken CDU wären, wäre die Kompromissfindung einfacher. Woran liegt das? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.