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Richtig sparen : Reich werden – mit nur 25 Euro

Langfristig denken: Auch Kleinvieh macht auf lange Zeit sehr viel Mist. Bild: dpa

Ein Sparplan wirkt Wunder. Schon mit Kleingeld lässt sich ein Vermögen aufbauen.

          Hätten Sie auch gerne ohne großen Aufwand 70.000 Euro auf dem Konto? Aber gerne doch, werden Sie wohl antworten. Und gleich einschränken: Leider können darauf nur Erben oder Superverdiener hoffen. Doch weit gefehlt. Jedermann kann das schaffen – wer lange genug spart, dem reichen 25 Euro im Monat.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Diese Botschaft steht am Weltspartag bei Banken und Sparkassen nicht im Mittelpunkt. Jedes Jahr kommen die Kinder wieder in die Filialen, bringen ihre Spardosen mit. Die Eltern erzählen, dass es früher auf dem Konto noch schön viele Zinsen gab. Und sie werden klagen, dass es sich heute leider kaum mehr lohnt zu sparen, in Zeiten von Null- und Negativzinsen.

          Das ist ein Trugschluss. Auch heute kann man noch mit wenig Geld viel Geld anhäufen. Das ist vielleicht schwerer als früher, aber immer noch ziemlich einfach. Man muss kein Börsenprofi werden, um das zu schaffen. Und man muss sich auch nicht in unseriöse, wilde Zockereien stürzen.

          Gleich zu Monatsbeginn abbuchen lassen

          Nötig ist nur ein bisschen Disziplin, Ausdauer und ein rechtzeitiger Motivationsschub, um so früh wie möglich mit dem Sparen zu beginnen – womit wir wieder bei den Kindern und Jugendlichen wären, die am morgigen Montag ihre Spardosen zu den Banken tragen. Viel Geld ist jedenfalls nicht nötig. Die Standardausrede, man habe nichts zum Sparen übrig, sollte man sich selbst nicht durchgehen lassen.

          Es geht um kleine Summen. 25 Euro, das bedeutet, einmal weniger mit dem Partner ins Kino zu gehen. Oder einmal zu Hause statt im Restaurant zu essen. Selbst 100 Euro im Monat könnten viele zur Seite legen. Der Trick: Das Geld sollte zu Monatsanfang abgebucht werden, wenn gerade das Gehalt überwiesen wurde. Dann gewöhnt man sich gar nicht erst daran, mehr zu haben und auszugeben. Viele sind überrascht, dass sie trotzdem keine großen Entbehrungen erleiden müssen, wie sie vielleicht vorher befürchtet hatten.

          Wichtig ist, dass man seine 25 oder 100 Euro wirklich jeden Monat spart – nicht nur, wenn es vielleicht gerade keine andere Verwendung dafür gibt. Um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, sollte man einen Sparplan einrichten. So wird das Geld jeden Monat vom Girokonto abgebucht und automatisch angelegt. Der Sparer muss sich um nichts kümmern. Es soll ja bequem sein und keine Arbeit machen. Jede Bank hat solche Sparpläne im Programm.

          Ein paar Jahre machen 10.000 Euro aus

          Das allerwichtigste ist, früh mit dem Sparen anzufangen. Jedes Jahr mehr bringt bares Geld. Das fällt vielen schwer, denn es gibt immer vermeintlich gute Gründe, mit dem Sparen noch etwas zu warten. Erst einmal das Studium beenden, vorher geht natürlich gar nichts, heißt es dann. Oder zunächst das erste eigene Geld genießen. Und danach mit dem Partner die erste gemeinsame Wohnung richtig schön einrichten. Andere stürzen sich in die Familienplanung, da wird es finanziell eh eng. Dann kommt das Haus – da bleibt auch nichts übrig, redet man sich ein. Bevor man sich versieht, ist man 35 oder sogar 40 Jahre alt und hat schon 15 Jahre fürs Sparen verloren.

          Bild: F.A.Z.

          Das kann am Ende einen Unterschied von 10.000 Euro und mehr ausmachen. Mal ehrlich: 25 Euro im Monat sind auch in diesen Zeiten immer übrig. Wer also früh anfängt, am besten schon im Studium, spätestens mit dem Start in den Beruf – der hat 40 oder 50 Jahre bis zum Rentenbeginn, um sich eine schöne Summe anzusparen. Und sogar noch mehr, wenn schon die Eltern diese Grundprinzipien beherzigt und jeden Monat etwas für ihre Kinder zurückgelegt haben.

          Dauerhaft in sichere Aktien mit Renditen investieren

          Wer das verinnerlicht, der kann mit berechtigter Hoffnung an das Sparplan-Wunder glauben. Er kann mit 25 Euro wirklich 70.000 Euro ansparen, der mit 100 Euro im Monat sogar auf fast 300.000 Euro hoffen – und mit monatlich 200 Euro sogar auf eine halbe Million Euro.

          Das geht selbstverständlich nicht, wenn man das Geld auf ein Tagesgeldkonto mit 0,5 Prozent Verzinsung packt. Das Motto muss lauten: Rendite rauf, Kosten nach unten. Dazu müssen die Sparer ein paar Risiken eingehen, die sich über den langen Zeitraum aber in Grenzen halten. Sie kommen an Aktien nicht vorbei. Nur sie werfen die Renditen ab, um sechsstellige Summen anzusparen. So hat der Dax, in dem die wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften versammelt sind, in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt immerhin acht Prozent Jahresgewinn erzielt – unabhängig vom Zeitpunkt und trotz einiger heftiger Crashs zwischendurch. Der Dax steht derzeit so hoch wie nie, allein in diesem Jahr hat er 14 Prozent hinzugewonnen. Andere Anlageregionen haben in den zurückliegenden Dekaden durchschnittliche Renditen von sechs bis acht Prozent im Jahr geschafft.

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