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Zertifikate und ETFs

Anlageberatung Banken wollen Beipackzettel verständlicher machen

Banken und Sparkassen wollen die sogenannten Beipackzettel für Finanzprodukte verständlicher machen. Worte wie „Indexdisclaimer“ oder „Medium Term Note“ etwa sollen verschwinden.

© dpa Vergrößern Der Buchstabensalat soll einfacher werden

Banken und Sparkassen haben gemeinsam mit Verbraucherschützern und Regierungsvertretern eine Liste mit einfachen und einheitlichen Formulierungen zusammengestellt, um Finanzprodukte einfacher zu erklären. Das teilten Deutsche Kreditwirtschaft und Bundesverbraucherschutzministerium mit. Unverständliche Fachbegriffe wie „Indexdisclaimer“, „Medium Term Note“, „Agio“ oder „Fix-Kupon-Anleihe“ sollen demnach künftig übersetzt und vereinfacht werden oder ganz verschwinden. Die verbesserten Produktinformationsblätter sollen spätestens ab Dezember in den Filialen liegen.

131 Begriffe gestrichen

Die Geldinstitute hatten im März 2012 nach heftiger Kritik angekündigt, ihre Produktinformationsblätter zu verbessern. Ein auf verständliche Kommunikation spezialisiertes Fachinstitut untersuchte daraufhin 340 der Beipackzettel zu Aktien, Anleihen, Zertifikaten oder Pfandbriefen auf potentiell schwierige Begriffe. Eine Arbeitsgruppe erstellte 66 Begriffserläuterungen, legte 61 Begriffe fest, die künftig zu erklären sind, und strich 131 Begriffe komplett.

Die Produktinformationsblätter sind seit Juli 2011 vorgeschrieben und sollen über Funktionsweise, Chancen und Risiken von Geldanlage-Produkten wie Sparkonten und Aktienfonds Auskunft geben. Seit Juli 2012 sind die Blätter auch für andere Vermögensanlagen verbindlich. Verbraucherschützer und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hatten kritisiert, dass Beipackzettel oft unvollständig oder unrichtig sind, überflüssige oder unzulässige Angaben enthalten oder wichtige Informationen fehlten.

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Das nun erstellte Glossar liefere in vielen Fällen passende Textbausteine für die Produktinformationsblätter, lobte Aigner am Montag. Das gelte insbesondere für die Darstellung möglicher Risiken und anfallender Kosten. Als Beispiel wird eine Formulierung zur Wahrscheinlichkeit des Totalverlusts einer Anlage genannt: Statt sieben langer und komplizierter Sätze mit zahlreichen Fachbegriffen wie Swap oder ETC heißt es künftig kurz und knapp: „Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit der Bank XY ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.“

Quelle: AFP

 
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