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Konten für Kinder Das Geschäft mit den kleinsten Sparern

Banken bemühen sich um die jüngsten Kunden. Noch nie hatten Kinder so viel Geld zur Verfügung wie heute. Eltern müssen aber einiges beachten, wenn sie ein Konto für ihren Nachwuchs eröffnen.

© ZB Vergrößern Erster Ranzen, erstes Geld: Die Einschulung ist für Kinder eine Zäsur

Deutschlands Kinder hatten noch nie soviel Geld zur Verfügung, wie heute. Knapp drei Milliarden Euro liegen auf den Sparbüchern und Konten der Sechs- bis Dreizehnjährigen. Das zeigt eine Studie des Egmont Ehapa Verlages. Außerdem haben allein 2 Millionen Jugendliche unter 16 Jahren bereits ein Konto bei der Sparkasse. Und die Banken bemühen sich, dass die Kinder ihr Geld nicht mehr in ihre bunt bemalten Sparschweine stecken, sondern in die kalten Tresorräume der Banken.

Für die Geldinstitute ist das ein lohnendes Geschäftsfeld. Weniger, weil an den drei Milliarden Euro so stark verdient wird. Viel mehr geht es darum, die jungen Kunden so zeitig wie möglich an die Bank zu binden. Das Kalkül dahinter ist klar: Die Geldinstitute rechnen damit, dass die kleinen Kunden ihrer Bank auch bei Volljährigkeit treu bleiben. Daher hat nahezu jedes Geldhaus ein Konto im Angebot, dass sich an Kinder, Jugendliche und junge Menschen richtet. Die Geldinstitute bieten zum Beispiel eine kostenfreie Kontoführung an oder eine Verzinsung, die um einiges höher liegt als die von Standardkonten.

Banken locken mit Spielzeug und Comicfiguren

Auch sonst legen sie sich mit kleinen Geschenken ziemlich ins Zeug: So betreiben die Sparkassen etwa die Knax-Comicserie und Knax-Fanclubs, um junge Sparer für die Bank zu begeistern. Außerdem gibt es eine Sparbüchse oder andere Überraschungen dazu. Auf solche Gimmicks für Kinder setzen aber auch andere Banken: Bei der Hypo Vereinsbank gibt es zum Konto eine Box voll mit Lego-Bausteinen dazu und eine Karte, die kostenlosen Eintritt in einige Freizeitattraktionen wie das Legoland, Madam Tusseaud in Berlin, den Hamburger Dungeon oder die Sealife Center.

Doch auch wenn sich der Nachwuchs für das Lego oder die Comicfiguren am meisten interessiert – viel wichtiger sind andere Punkte. Da Kinder noch nicht geschäftsfähig sind, müssen sowieso die Eltern für ihren Nachwuchs das Sparbuch oder das Giro-Konto anlegen. Das erlauben die Banken oft, sobald die Kinder fünf oder sechs Jahre alt sind, manche aber auch erst ab zehn Jahren. Grundsätzlich gilt: Solange die Kinder noch nicht einmal zählen können, lohnt sich auch ein Konto nicht. Zuerst sollten sie ein Verständnis für Geld und Zahlen entwickelt haben, dann kann das Konto kommen.

Das Konto oder Sparbuch sollte ohne Gebühren auskommen

Die Konditionen sind dabei aber so unterschiedlich, dass sich ein Vergleich immer lohnt. So sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass das Konto oder Sparbuch ohne Gebühren auskommt. Die niedrigen Beträge, die Kinder einzahlen, würden von den Gebühren sonst sofort gefressen werden. Auch sonst sollte es keine Gebühren für Einzahlungen, Auszahlungen, Kontoauszüge oder andere Leistungen geben.

Wie bei großen Sparern sollte es auch auf die Verzinsung ankommen – und die ist teilweise deutlich höher als für Erwachsene. So bietet die Hamburger Sparkasse für alle Sparer bis 14 Jahre ein Konto mit einer jährlichen Guthabenverzinsung von 4 Prozent an für Guthaben bis 500 Euro – Konditionen, von denen andere nur träumen können.

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Die PSD Nordbank bietet sogar 5 Prozent Zinsen bis zu einem Guthaben von 1.500 Euro pro Jahr an. Dagegen bietet die Frankfurter Sparkasse nur eine Verzinsung von 0,35 Prozent an – und bewirbt das als „attraktive Verzinsung“.

Viele Eltern legen außerdem darauf Wert, dass ihre Kinder langsam den Umgang mit Geld lernen. Bei der Hamburger Sparkasse können Kinder etwa selbst Beträge abholen, die vorher mit den Eltern vereinbart wurden. Manche Institute haben dafür auch eingeschränkte Geldkarten, auf die Guthaben aufgeladen werden können, die die Kinder dann abholen können. Das wichtigste Kriterium sollte aber Freundlichkeit sein: Wenn eine griesgrämige Mitarbeiterin hinter dem Bankschalter sitzt, wird es den Kindern nie Spaß machen, mit Geld umzugehen.

Quelle: F.A.Z.

 
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