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Rückgabe von Lastschriften : Wie hole ich mein Geld zurück?

Auf dem Laufenden? Viele Studios buchen die Beiträge automatisch ab. Bild: Caro / Teich

Sind Abbuchungen vom Konto fehlerhaft oder sogar das Werk von Betrügern, kann sich der Kunde wehren. Doch was muss er dafür konkret tun?

          Eine Lastschrift ist bequem und unkompliziert. Hat man seinem Stromanbieter oder der Telefongesellschaft erst einmal eine Einzugsermächtigung erteilt, dann ziehen diese Unternehmen die fälligen Rechnungsbeträge automatisch per Lastschrift ein. Ohne weiteres Zutun des Kunden werden die Kosten für Strom und Telefon dann regelmäßig von seinem Konto abgebucht. Für den Einkauf im Supermarkt wiederum genügt eine Unterschrift auf dem Kassenbeleg, um hier einmalig mit einer Lastschrift zu bezahlen.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Doch so einfach das alles klingt, aufpassen sollte der Bankkunde trotzdem und seine Kontoauszüge regelmäßig überprüfen. Denn nicht jede Belastung des Kontos ist auch wirklich berechtigt. Dabei muss es ja nicht einmal ein Betrüger sein, der sich so das Geld seiner Opfer erschleichen will. Manchmal reicht schon ein technischer Fehler, und Lastschriften werden einfach doppelt abgebucht. Nachlässigkeit in der Buchhaltung könnte der Grund dafür sein, dass zum Beispiel das Fitnessstudio übersieht, dass der bisherige Vertrag schon längst beendet ist oder der Kunde zumindest pausiert.

          Doch was muss ein Bankkunde tun, wenn er mit einer Abbuchung von seinem Konto nicht einverstanden ist? Grundsätzlich kann er fast jede Lastschrift zurückgeben oder ihr widersprechen. Das Kreditinstitut nimmt in einem solchen Fall eine Rückabwicklung vor. Sie schreibt dem Kunden den Betrag umgehend wieder gut. Das Geld wird vom Empfänger der Lastschrift zurückgeholt und dessen Konto wieder belastet.

          Für die Bank ist die Rückgabe mit Aufwand verbunden

          Dieser Widerspruch ist gleichwohl an gewisse Zeiten gebunden. Galt es früher, eine Frist von sechs Wochen zu beachten, hat sich dies mit der Einführung des einheitlichen Zahlungverkehrsraums Sepa verändert. Seit gut zwei Jahren gelten für alle Kunden von Banken und Sparkassen neue Geschäftsbedingungen für Lastschriften. Grundsätzlich sind nun zwei Fälle zu unterscheiden. Handelt es sich um eine vom Privatkunden autorisierte Lastschrift, verfügt der Einreicher also über eine gültige Einzugsermächtigung, auch Sepa-Mandat genannt, dann gilt eine Frist von acht Wochen nach erfolgter Belastung. In dieser Zeit kann der Kunde die Lastschrift ohne Nennung von Gründen einfach zurückgeben. Liegt dagegen keine gültige Einzugsermächtigung vor, ist die Lastschrift also nicht vom Kunden autorisiert, dann bleiben ihm sogar 13 Monate, um ihr zu widersprechen.

          Und was muss der Kunde konkret tun? Besitzt er ein herkömmliches Filialkonto, dann reicht eine entsprechende Mitteilung an die eigene Bank oder Sparkasse, um die Rückgabe der Lastschrift zu veranlassen. Dieser Widerspruch kann persönlich, telefonisch oder auch schriftlich erfolgen und bedarf keiner besonderen Form oder der Angabe von Gründen. Wenn die Abbuchung jedoch schon mehr als acht Wochen zurückliegt, kann der Kunde die Rückgabe nur mit der Begründung verlangen, es habe keine Einzugsermächtigung vorgelegen. Eine Sprecherin des privaten Bankenverbandes rät, den Widerruf in jedem Fall schriftlich festzuhalten und auf den Rat des Kreditinstituts zu hören, ob gegebenenfalls zudem die Polizei einzuschalten sei.

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