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Ein Einführungskurs : Aktien für Dummies

Aktienkurse im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt Bild: dpa

Trotz Mini-Zinsen schrecken viele Anleger vor Aktien zurück. Doch oft fürchtet man das, was man nicht versteht. Ein Erklärstück für Einsteiger.

          Was ist eigentlich eine Aktie?

          Aktien sind Anteile an einem Unternehmen, das als Aktiengesellschaft organisiert ist. Mit einer Aktie besitzt der private Anleger also einen kleinen Teil der Firma. Die Aktien werden an Börsen gekauft und verkauft. Wie groß der Anteil an der Firma ist, den man für eine Aktie bekommt, hängt davon ab, wie viele Aktien das Unternehmen insgesamt ausgegeben hat. Bei den 30 größten deutschen Aktiengesellschaften beträgt die Gesamtzahl der Aktien zwischen 90 Millionen und 4,4 Milliarden Stück.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Regel können Privatanleger daher keinen Einfluss als Eigentümer nehmen, auch wenn sie auf der jährlichen Hauptversammlung über wichtige Dinge mit entscheiden können. Für Privatleute sind vor allem zwei Dinge wichtig: dass der Aktienkurs steigt und dass es jedes Jahr eine Beteiligung am Gewinn, eine sogenannte Dividende, gibt. Zu beachten ist, dass es nicht auf jede Aktie eine Dividende gibt und auch nicht jede Aktie stimmberechtigt ist.

          Wie kauft man Aktien?

          Die Zeiten, als Anleger die Aktien noch gedruckt in die Hand bekamen und sie dann bei der Bank deponiert haben, sind lange vorbei. Nichtsdestotrotz braucht man zum Aktienkauf auch heute noch ein Depot bei einer Bank, nur ist dieses jetzt ein virtuelles. Kaufen kann man Aktien selbst, oder man beauftragt die Bank, dies zu tun. Im ersten Fall benötigt der private Anleger ein Depot bei einer sogenannten Direktbank, die ihre Dienstleistungen in der Regel im Internet anbietet. Man hat dann die vollständige Kontrolle, aber auch die gesamte Verantwortung.

          Lässt man den Bankangestellten für sich arbeiten, so teilt man diesem mit, welche Aktien man kaufen und was man maximal dafür bezahlen möchte. Aktiengeschäfte kosten ebenso Gebühren wie die Verwahrung der Aktien im Depot.

          Was bestimmt den Preis einer Aktie?

          Aktien werden an Börsen gehandelt. Die Börse führt die Angebote zum Kauf und Verkauf von Aktien zusammen. Neben der Stückzahl geben die meisten Marktteilnehmer dabei auch an, wie viel sie höchstens für eine Aktie zu zahlen bereit sind beziehungsweise mindestens dafür haben wollen. Hier spricht man von einem Limit. Die Kursmakler gleichen Angebot und Nachfrage ab. Überwiegen Kaufangebote, wird der Kurs der Aktie steigen, überwiegen hingegen Verkaufsangebote, wird er fallen.

          Für rund 90 Prozent der Aktien gibt es allerdings nicht viele Angebote. Hier handeln die einzelnen Bieter die Preise gleichsam wie beim Autokauf, allerdings indirekt, untereinander aus. Deswegen ist es grundsätzlich unabdingbar, bei Aktiengeschäften eine Preisvorstellung, ein Limit, anzugeben - auch für ein Auto würde man ja nicht jeden Preis bezahlen oder akzeptieren.

          Warum bringen Aktien überhaupt Geld?

          Es gibt zwei Wege, mit einer Aktie Geld zu verdienen. Der erste Weg funktioniert so, dass der Kurs einer Aktie steigt, und der Anleger sie dann verkauft. Mal angenommen, jemand hat zehn Aktien von Unternehmen X zu einem Kurs von 30 Euro gekauft. Doch dann wird bekannt, dass das Unternehmen X in diesem Jahr mehr Gewinn gemacht hat als Experten an der Börse erwartet hatten, und der Kurs steigt um 10 Euro auf 40 Euro. Verkauft der Anleger alle seine Aktien, hat er also 100 Euro Gewinn gemacht - mal von eventuellen Bankgebühren für den Verkauf abgesehen. Bei diesem ersten Weg kann der Anleger den Gewinn nur realisieren, indem er die Aktien tatsächlich verkauft. Ob der Zeitpunkt dafür aber wirklich günstig ist, ist nochmal eine andere Frage.

          Der zweite Weg, mit einer Aktie etwas zu verdienen, ist über die sogenannte Dividende. Die Dividende ist ein Anteil an dem Gewinn, den das börsennotierte Unternehmen ein Mal im Jahr an seine Aktionäre ausschüttet. Wie hoch die Dividende ausfällt, wird jedes Jahr neu auf der Hauptversammlung bekanntgegeben. Das Gute an der Dividende ist, dass sie verlässlich ausgezahlt wird, ohne dass ein Anleger seine Aktien verkaufen muss. Allerdings, wie schon oben erwähnt, gibt es nicht bei jeder Aktie eine Dividende. Zahlt das Unternehmen X zum Beispiel 5 Euro Dividende im Jahr, dann wären das bei 20 Aktien schon 100 Euro Gewinn jährlich nur aus der Dividende.

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