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Veröffentlicht: 29.11.2015, 16:57 Uhr

Einlagen Selbst ein Sparbuch ist nicht sicher

Deutsche Sparer sollen bald für alle Sparer Europas haften. Dabei reicht schon die deutsche Einlagensicherung nicht besonders weit.

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© dpa Soll und Haben: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise glaubte keiner mehr, dass sein Spargeld auf der Bank sicher sei.

Solange alles gut ist, kann man leicht Versprechungen abgeben. So lange eben, wie man sie nicht einlösen muss. Die deutsche Kreditwirtschaft etwa hat den Sparern, die bei ihr ihr Geld anlegen, schon vor vielen Jahren etwas versprochen. Euer Geld ist sicher, so lautete das Versprechen. Selbst wenn deine Bank pleitegehen sollte, stehen die anderen Banken und damit die anderen Sparer dafür ein. Dafür gibt es seit langem die sogenannte Einlagensicherung. Für jede Bank in Deutschland.

Das System ist kompliziert – bei den Sparkassen anders als bei den Privatbanken und wieder anders bei den Volksbanken – und undurchsichtig. Eines aber wird dem Sparer stets kommuniziert: Noch nie hat ein Kunde den Verlust seiner Einlagen erlitten. In einem Erklärvideo des Bankenverbandes kann man sehen, dass die Kunden Andrea und Michael sorglos ihrer Bank vertrauen können, denn ihre Ersparnisse sind ja „doppelt gesichert“.

Sieben Jahre ist es her, dass die Realität gezeigt hat, dass Versprechen nicht immer so gehalten werden wie ursprünglich gedacht. Damals brach die amerikanische Bank Lehman Brothers zusammen, mit ihr auch Lehman Brothers Deutschland. Viele Kleinsparer traf das nicht in Deutschland, aber Großanleger. Deshalb war die freiwillige Einlagensicherung der deutschen Banken gefordert, die auch höhere Beträge absichert.

Sie hatte damals schon einen Fonds, in den die Banken einzahlten (es gibt ihn immer noch). Keiner wusste, wie viel Geld darin lag (das weiß auch bis heute keiner). Offenbar reichte das Geld aber nicht. Der Fonds musste Geld am Kapitalmarkt besorgen, um seine Verpflichtungen zu decken – schlappe 6,7 Milliarden Euro, mitten in der Finanzkrise. Das ging selbstverständlich nicht ohne Hilfe des Staates. Der deutsche Bankenrettungsfonds musste Garantien aussprechen.

Keiner glaubte mehr, dass sein Geld sicher war

Wir halten fest: Die damalige Einlagensicherung konnte selbst eine relativ kleine Deutschland-Niederlassung einer amerikanischen Bank nur mit Hilfe des Staates auffangen. Dass es danach noch schlimmer kam, wissen alle. Keiner glaubte mehr, dass sein Spargeld auf der Bank sicher war. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück mussten die Einlagen garantieren, der Staat musste ran.

Nachdem das durchgestanden war, gab es ein Ziel: Das System musste sicherer werden. Seither hat sich einiges getan. Leider nicht an der Übersichtlichkeit. Es existieren weiterhin zwei Systeme nebeneinander. Auf der einen Seite die gesetzliche Einlagensicherung. Sie garantiert heute, dass Spargelder von bis zu 100.000 Euro je Privatkunden sicher sind, wenn eine Bank pleitegeht. Auf der anderen Seite weitere Absicherungen für höhere Beträge und andere Kunden, die die Finanzinstitute privat regeln. Um es noch verwirrender zu machen, betreiben private Banken, Sparkassen und Landesbanken sowie Volksbanken jeweils getrennte Systeme. Das heißt, sowohl die gesetzliche Einlagensicherung als auch die zusätzliche private sind separat geregelt.

Das ist kompliziert für den Sparer, der doch eigentlich nur wissen will, wie sicher sein Geld ist. Immerhin gehorcht die gesetzliche Einlagensicherung dieser verschiedenen Finanzinstitute mittlerweile ähnlichen Regeln. Und mittlerweile ist die gesetzliche Einlagensicherung sogar ein wenig transparent.

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So kann man auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums nachlesen, wie viel Geld die privaten Banken in ihrer Entschädigungseinrichtung Ende 2014 angespart hatte: 1,1 Milliarden Euro. Mittlerweile dürfte es mehr sein. Die Sparkassen und Landesbanken sollen 1,6 Milliarden Euro haben. Die öffentlichen Banken hatten Ende 2014 65 Millionen Euro.

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