Die Zeiten goldener Gewinne mit Solarzellen sind vorbei. Seit vergangenen Donnerstag ist klar: Die Bundesregierung kappt die üppigen Sonnen-Subventionen – für großflächige Solarzellenfelder auf der grünen Wiese ebenso wie für die kleine Anlage auf dem eigenen Hausdach. Die Folge: Während sogar private Eigenheimbesitzer mit Strom aus Sonnenenergie früher gut verdienen konnten und sich deshalb Millionen Deutsche Solarzellen montieren ließen, schmilzt die Rendite vom 9. März an kräftig zusammen, wenn die Regierungspläne in die Tat umgesetzt werden – und von da an geht es Monat für Monat noch weiter abwärts mit der Förderung für neuinstallierte Anlagen.
Glücklich, wer bereits eine Solaranlage auf dem Dach hat. Für ihn gelten weiterhin die alten, höheren Fördersätze, garantierte 20 Jahre lang, gerechnet ab dem Jahr der Inbetriebnahme. Hier ändert sich nichts. Auch wer es bis zum 9. März schafft, eine neue Anlage so weit zum Laufen zu bringen, dass sie Strom produziert, kommt noch in den Genuss der höheren Subventionen.
Dem Solarwahn Herr werden
Wer sich allerdings erst jetzt für eine Anlage entscheidet, dürfte den Stichtag angesichts der Genehmigungsdauer verfehlen – und genau das hat die Bundesregierung auch beabsichtigt: Einen Ansturm in letzter Minute soll es nicht geben.
Es geht um die sogenannte Einspeisevergütung: Weil die Solaranlagen weit mehr Strom produzieren, als der Hausbesitzer selbst verbraucht, zahlt der Staat pro Kilowattstunde Solarstrom, der aus dem Sonnenkollektor ins Stromnetz vor der Haustür fließt, vom 9. März an nur noch höchstens 19,5 Cent statt wie bisher 24,43 Cent. Wenn die Anlage erst im Mai läuft, gibt es dann schon 0,15 Cent weniger, um diesen Betrag sinkt der Fördersatz dann Monat um Monat weiter ab. Zudem wird nur noch 85 Prozent der erzeugten Strommenge vergütet. Das Ziel ist klar: Die Bundesregierung will dem Solarwahn endlich Herr werden, in dem allein im vergangenen Jahr 7500 Megawatt Leistung in Deutschland montiert wurden – mehr als doppelt so viel, wie erwartet worden war.
Der neue Satz von 19,5 Cent gilt für Anlagen, die in der Spitze bis zu 10 Kilowatt erzeugen können. Solche Anlagen finden sich meist auf Ein- und Mehrfamilienhäusern. Ein Beispiel: In der Anschaffung kostet die private Anlage rund 10.000 Euro – hier können die Preise allerdings in nächster Zeit nochmals runtergehen. Finanziert werden die Zellen komplett über ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Außer der Vorfinanzierung für die Mehrwertsteuer, die anschließend vom Finanzamt zurückerstattet wird, ist nur wenig Eigenkapital nötig. Während bisher auf das insgesamt eingesetzte Eigenkapital nach der Laufzeit von zwanzig Jahren eine jährliche Rendite von 14,4 Prozent lockte, sinkt die Rendite nun im März auf gut 4 Prozent.
Wer sich dafür interessiert, ob sich für ihn die favorisierte Solaranlage überhaupt noch lohnt, kann auf der Internetseite http://www.umweltinstitut.org/download/solarstrom.xls eine Rechnung aufmachen. Das Ergebnis ändert sich mit den Parametern deutlich, und das bedeutet: Eine Solaranlage rechnet sich künftig dann, wenn sie im Anschaffungspreis billig ist, der Strompreis in Zukunft stark steigen wird und der Hausbesitzer viel von seinem produzierten Strom selbst verbraucht. Das ist schon jetzt günstiger, als den Strom einzuspeisen und dann für den eigenen Bedarf wieder vom örtlichen Versorger einzukaufen. Der Preisvorteil der Selbstnutzung wird bei steigendem Strompreis immer größer.
Dass die Preise steigen werden, ist sehr wahrscheinlich: So erhöhen laut dem Internetportal preisvergleich.de allein zum 1. März und 1. April 183 Stromanbieter in Deutschland die Tarife, geschätzte elf Millionen Haushalte sind davon betroffen. Im Durchschnitt steigt der Strompreis um 3,5 Prozent, was für eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden höhere Ausgaben von 35 Euro im Jahr ausmacht. Langfristig ist mit weiter steigenden Preisen zu rechnen.
Ergebnisse nicht reproduzierbar
Alfred Körblein (akoerblein)
- 28.02.2012, 22:16 Uhr
Wie immer der wo Geld hat, spart Geld und bekommt mehr Geld dazu
Christian Rumpf (ChrisWR)
- 28.02.2012, 11:25 Uhr
34,5% Rendite
Günther LUDWIG (GLu1)
- 28.02.2012, 09:14 Uhr
FDP wählen, macht sich bezahtl.
Alex Zunker (zunker)
- 27.02.2012, 19:20 Uhr
Was ist denn "Solarwahn"?
Christian Wrobel (luke123)
- 27.02.2012, 16:39 Uhr