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Marketing in der Zinsflaute : Das 1000-Euro-Geldgeschenk

  • Aktualisiert am

Ein Online-Portal nutzt nun die Zinsflaute für eine Marketingaktion und verschenkt Geld. Bild: dapd

Nullzins-Angebote gibt es schon länger. Ein Online-Portal nutzt nun die Zinsflaute für eine Marketingaktion und verschenkt Geld. Verbraucherschützer sind skeptisch.

          Auf der Vergleichsplattform Smava können Verbraucher seit Montag einen Ratenkredit mit negativem Zinssatz abschließen. Heißt: Der Kreditnehmer bekommt Geld geschenkt, wenn er sich welches leiht.

          „Wer einen Kredit in Höhe von 1000 Euro aufnimmt, muss nur 994 Euro zurückzahlen“, erklärt Smava-Geschäftsführer Alexander Artopé. Den Kredit selbst vergibt die Fidor Bank. Er ist pro Person auf 1000 Euro gedeckelt, hat eine Laufzeit von 36 Monaten und einen effektiven Jahreszins von minus 0,4 Prozent. Zunächst gilt das Angebot bis Ende dieses Monats.

          „Das ist eine reine Marketingaktion, um Kunden zu locken“, sagt Verbraucherschützer Niels Nauhauser. Dass das Angebot Signalwirkung für die gesamte Branche haben wird, glaubt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht: „Keiner sollte die Erwartung haben, dass Banken nun anfangen werden, das Geld mit beiden Händen an Verbraucher zu verteilen.“

          Nullzins-Angebote gibt es schon länger. Bei Autos und Möbeln gab es als Lockangebote faktisch auch bereits negative Zinsen. Förderbanken haben ebenfalls die extrem günstigen Zinsen teils eins zu eins an ihre Kreditnehmer weitergegeben. Umgekehrt müssen erste Sparer Strafzinsen zahlen - vor allem, wenn sie höhere Beträge bei ihrer Bank parken.

          Hintergrund ist die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), mit der die Notenbank versucht, Wirtschaft und Inflation in der Eurozone anzukurbeln. Derzeit liegt der Leitzins bei null Prozent. Für Gelder, die Geschäftsbanken bei der EZB parken, wird sogar ein Strafzins von 0,4 Prozent fällig.

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