30.12.2012 · Wer sein Geld vor der Inflation retten will, muss mindestens vier Prozent Gewinn im Jahr erzielen. Das geht nicht nur mit Aktien. Sondern sogar mit ein paar soliden Anleihen.
Von Dyrk ScherffRichtlinien für Lesermeinungen
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Besser keine Empfehlung abgeben
Ich muss den Foristen recht geben, welche die im Artikel gemachten Anlageempfehlungen kritisieren. Man sollte ehrlich schreiben, daß es zur Zeit keine sicheren Anlagen gibt, die 4% erwirtschaften. Also muss man entweder einen gewissen Vermögensverlust durch Inflation akzeptieren oder ins Risiko gehen (z.B. Aktien). Auch Immobilien bieten nur scheinbare Sicherheit, denn sie können leicht besteuert werden und es droht eine Überhitzung der Märkte.
Bei diesen Anleihen besteht das Risiko
des Totalverlustes. Wenn schon Lehmann oder Argentien insolvent wurden,
dann diese Unternehmen mit großer Eintrittwahrscheinlichkeit.
Wegen 1 Prozent Gewinn einen Totalverlust riskieren ist Kamikaze.
Von Aktien rate ich auch dringend ab, weil die Kurse und die
Unternehmespolitik ständig manipuliert werden. Zudem findet bei
grossen Unternehmen ein extremes Missmanagement statt.
zB. Daimler Kauf von Crysler, Porsche Kauf von VW Aktien, Commersbank
kein Geschäftsmodell usw. usw.
Man sollte nur Geld investieren, wenn man über das Geschäft
die Kontrolle hat, sonst sollte man es lieber heute konsumieren.
Immobilien in Toplagen der Big 5 in BRD, die man genau geprüft hat,
wären noch eine gute Anlage..
Auch wenn der Autor mit seiner Kernbotschaft nicht ganz falsch liegt,
finde ich die Empfehlungen sehr fragwürdig. Zu den Aktien enthalte
ich mich eines Kommentars, aber bezüglich der Anleihen erlauben Sie
mir bitte zwei Feststellungen:
Erstens: Einige der Anleihen sind nur an der Börse Mailand notiert
und dürften daher für deutsche Privatanleger schwer erwerbbar
sein. Generell erscheint die "Auswahl" ziemlich willkürlich.
Zweitens, wesentlich gravierender: Das Kursrisiko bei vorzeitigem
Verkauf der Anleihen sollte nicht unterschätzt werden, gerade
angesichts des derzeitig niedrigen Zinsniveaus und der langen Laufzeiten
(9 bis 25 Jahre, Stichwort "Duration"!). Diese Anleihen bis
Endfälligkeit zu halten und derart niedrige Zinsen für eine so
lange Zeit "einzuloggen" ist wohl nicht sinnvoll. Sollte die
Inflation ansteigen, kann vermutlich auf einem höheren
Nominalzinsniveau investiert werden.
Die meisten Anleger werden wohl doch den Rat eines professionellen
Anlageberaters benötigen...
Die Anlagevorschläge fragwürdig
Die Vorschläge des Autors zur Direktanlage in Anleihen sind in einigen Fällen nicht korrekt. Sie beziehen sich auf deren Nominalzins, die Renditen sind teilweise deutlich niedriger. Beispiele: Litauen Nominalzins 4,85% - Rendite 2,33%; Veolia Nominalzins 4% - Rendite 0.99%; Gas Natural Nominalzins 5% - Rendite 2,86 %. Das entspricht in keinem Fall den geforderten 4% und sollte der FAS nicht passieren.
Inflation offiz. bei 2 %, 4% Rendite usw. Die Nebelkerzen fürs
Grundvertrauen sollen halt ihre Wirkung behalten.
Wie siehts denn real aus? Gefühlte Preissteigerung bei 12-15%.
Griechenland bankrott, Spanien und Portugal vor dem Kollaps, USA defacto
insolvent, der Euro nur noch künstlich am Leben gehalten.
Solche Artikel werden später ins Museum wandern unter der
Prämisse: kurz vor dem Knall empfahl man uns noch Tesco Anleihen
und anderes an wertlosem Papier.
dies ist ein typisch deutscher Standpunkt
Warum 4 %? Genauso koennte ich behaupten ich brauche 10 %. In Japan leben Anleger schon eine kleine Ewigkeit mit Nullzinsen. Inflation wird es auch in Deutschland in den naechsten Jahren so gut wie keine geben. Deswegen sollten auch 2 Prozent reichen um die Kaufkraft zu erhalten. Es ist meines Erachtens uinverantwortlich einerseits von Inflationsgefahr zu reden und dann Anleihen bis 2047 von Tesco zu empfehlen die gerade mal 4 % Rendite vor Kosten bieten. Gibt es tatsaechlich Inflation rentieren diese Anleihen bald 6 %.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.01.2013 20:50 Uhrkeine inflation?
butter, brot, benzin, krankenkassen, strom, immobilien?? Bis zu 50% merhrpreis in den letzten 10 jahren oder haben sie das nicht bemerkt?
Wenn es auch in Deutschland in den nächsten Jahren so gut
wie keine Inflation geben wird, wie wird Deutschland dann die Schulden der zahlungsunfähigen Freunde zurückzahlen?
@ Romain Meyer: Preis für ein Liter Diesel in 2008: 1,05 Euro; in 2012: 1,50 Euro!
In allen Produkten stecken: Rohstoffe, Energie und Arbeit. (Wer aus gesellschaftlichen Prozessen heraus alles noch mitverdient -> Vermietung/Verpachtung, Steuern/Abgaben) wollen wir (weil nicht a priori notwendig) jetzt mal kurz außer Betracht lassen. Zugegeben: Wenn die Energie- und Rohstoffpreise steigen und die Löhne sinken, dann passt es wieder: Nominal! Die Realität stellt sich ein wenig anders dar. Aber prinzipiell gebe ich Ihnen natürlich recht: Wieso sollte jemand, der Geld zu viel hat (sonst könnte er es ja nicht sparen und anlegen) ein Recht auf eine Geldmehrung haben? Nur weil er (möglicherweise) Verzicht geleistet hat? Er sollte vielmehr froh sein, wenn sich seine Kaufkraft erhält und die ihm zeitlich nachfolgenden Wirtschaftsakteure nicht in Fehlallokationen investiert haben: Es ist halt z.B. dumm in Fluggesellschaften zu investieren (die das knappe Öl sinnlos für Ferienfliegerei verballern) und sich in 30 Jahren zu wundern, dass das Geld nicht mehr für die Heizung reicht!
Zinseszinsrechnung für Fortgeschrittene:
In dem Rechenbeispiel beträgt die Endsumme nur € 14.802 wenn angenommen wird, dass die jährlichen Zinszahlungen ihrerseits wieder zu 4% p.A. angelegt werden. Das wird so gut wie nie der Fall sein. Ferner stimmt die Rechnung nur bei jährlicher Zinszahlung UND Aufzinsung. Der Profimarkt rechnet daher seit Jahren mit der kontinuierlichen Aufzinsung (und zwar mit den laufzeitkongruenten Nullkuponzinsen). Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die Eulersche Zahl = e = 2,718281828459....., ist die Basis des natürlichen Logarithmus' und der kontinuierlichen Verzinsung. Die Anwendung ist denkbar einfach: Endbetrag = Anfangsbetrag * e hoch Zinssatz (* Anlagezeit in Jahren). Die Inflation in der Summe ihrer Komponenten steigt schliesslich auch stetig und nicht in diskreten Schritten.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 23:00 UhrEs tut mir leid Herr Scheffler, Sie irren, wie auch Herr Hess
10.000 *(2,718281828459 hoch (0,04*10)) = 14.918,25, nicht 14.802,44.
Q.E.D.
noch Fragen?
Freues Neues!
Herr Mirbach,
wenn man "von oben" argumentiert, sollte es richtig sein. Herr Hess hat Recht, schauen Sie bitte in Wiki unter Zinseszins.
Ach ja? In wie fern?
Beweis bitte! Ihre Behauptung kann ich nicht nachvollziehen.
Ihre Formel ist falsch, Herr Mirbach
Richtige Formel:
Endbetrag=Anfanngsbetrag mal ( 1+Zinsfuß/100) hoch Jahre.
Gilt nicht nur für jährliche Aufzinsung, sondern kontinuierlich.
Zitat (H.Hammer): "solange der Staat...alles kaputt macht, denn
etwas anderes kann er nicht".
Es gibt kein Gesundheitssystem, kein Rechtssystem, keine Polizei, keine
Schulen, keine Universitäten, keine Autobahnen und Straßen,
kein Schienenetz, keine Notare, Krankenschwestern, Lehrer, .......;
alles hat sich zufällig zusammengefunden und hat nichts anderes im
Sinn als Zerstörung? Wie kommen Sie zu einer solch platten Vorstellung?
@Stefan Sedlaczek
Ich stimme mit Ihnen bis auf einen Pumkt überein.
Es muß einen Staat geben, der mindestens die äussere
Sicherheit des Gebietes garantiert und der neutrale Richter stellt, die
über die wortgemäße Einhaltung der privaten
Verträge der Bürger zu wachen haben und über die
grundsätzliche Rechtmässigkeit des zusammenlebens im Sinne der
Ethik. Die Verträge selber haben sie nicht zu interessieren und
gäbe es keine organisierte Landesverteidigung, dann würden
schnell aussländische Organisationen oder das organisierte
Verbrechen die Macht an sich reißen.
Aber das Verhältnis der Bürger zum Staat könnte auf
Verträgen beruhen, was den Staat zu einer exakt beschriebenen
Gegenleistung für entrichtete Beiträge zwingen würde und
ihm die Macht nehmen würde, einfach irgendwelche Steuern oder
Abgaben abzupressen.
@Ronald Schlimm
Wie auch immer es sich zusammengefunden hat, denn auch da gibt es auch
unterschiedliche Ansichten, z.B. waren Universitäten früher
und sind es heute noch in vielen Ländern Privatorganisationen,
ebenso gab es immer auch private Sicherheitsorganisationen, beruht das
Eisenbahnsystem auf privater Initiative und Investition und wurde in
Deutschland erst zum Zwecke der militärischen Nutzung
verstaatlicht, war die Gesundheitsversorgung die meiste Zeit in privater
Hand und ist das in vielen Staaten heute noch, ebenso das Schulsystem,
ebenso die Energieversorgung, ebenso die Telekommunikation und sogar das
Sozialsystem lag über Jahrhunderte in privaten, z.B. kirchlichen
Händen, ebenso wie es auch heute private Hilfsorganisationen gibt.
Aber das spielt auch gar keine Rolle, weil wir heute leben und ich heute
die Behauptung aufstelle, daß heute niemand das Recht hat, mir
mein Eigentum zwangsweise zu nehmen, egal wus welchem Grund, und der der
das tut, ist nichts weiter als ein gemeiner Räuber.
Herr Hammer trifft den Nagel auf den Kopf
"Staat" hat nun einmal keine Wertschöpfung. Das ist
definitiv so. Er nimmt mit Gewalt (oder unter Gewaltandrohung) und kann
nicht einmal alles umverteilen, weil die, die als "Staat"
firmieren, noch selbst etwas brauchen.
Kein Mensch braucht ein Gesundheitssystem. Kein Mensch braucht ein
Schul-, Verkehrs- oder Justizsystem. Was Menschen brauchen, schaffen
Menschen. Mehr gibt es nicht auf der Welt. Menschen brauchen vielmehr so
Dinge wie Bildungsmöglichkeiten, Heilungsmöglichkeiten, Recht
und Freiheit. Vor allem Freiheit, denn nur so können Menschen
miteinander friedlich und vertraglich handeln und sich gegenseitig einen
"Mehrwert" verschaffen. Menschen handeln miteinander, wenn
jeder sich davon eine Verbesserung verspricht. Das ist
Wertschöpfung. Wo Menschen dies als "Staat" verhindern
und durch eigene (oder demokratische) Willkür ersetzen, wird
Wertschöpfung verhindert, auch wenn etwas "da ist". Das
was besser wäre kann nicht mehr sein. Das ist das
"Zerstörungswerk" allen Staatlichens.
Nun 4% zahlen Wohnungsgenossenschaften
noch immer. Und man erhält schon mit einem Anteil das Anrecht, sich unter den jeweiligen Angeboten eine Wohnung auszusuchen. Einige Bekannte haben etliche Anteile für sich, Kinder und Kindeskinder. Zinsen kann man sich auszahlen lassen oder man belässt sie bei dem Guthaben.
Wunderbar, aber warum so genügsam?
warum nicht 12 Prozent, oder besser 18? Das rettet vor Inflation? Nein,
lieber Herr Scherff; das ist gelebte Inflation. Wundersame
Geldvermehrung durch noch mehr Geld, dazwischen das Märchen von
"steigenden" Goldpreis, aber selbst hier gilt:für
dieselbe Goldmenge bekommt man dieselbe Menge Brot oder Auto wie vor 20 Jahren.
Die Suche nach besseren "Anlagemöglichkeiten" ist die
höchste Stufe des St.Floriansprinzips: wer nicht beim Idiotenspiel
mitspielt, bezahlt für die anderen. Erklären Sie Ihr
Kettenspiel doch mal einem 450-Euro-Jobber.......
Herr Biermann: " aber selbst hier gilt:für dieselbe Goldmenge bekommt
man dieselbe Menge Brot oder Auto wie vor 20 Jahren."
Dann ist doch Gold die richtige Anlage zum Kaufkrafterhalt von
Ersparnissen. Es ist unabhängig von Notenpressen jedweder Art, das
ist sein Vorteil. Alles das, was aktenkundig vorliegt, dazu zählen
auch Aktien, ist Währungsumstellungen und willkürlicher
Abwertung unterworfen, der Goldpreis aber ist ein weltweiter Preis,
unabhängig von der Willkür örtlicher Regime. Allerdings
muß man das Zeugs ggf. schwarz über die Grenze schaffen,
sofern ein lokales Goldbesitzverbot ausgesprochen wird, das ist sein Nachteil.
Das System funktioniert leider nicht...
für a l l e, wenngleich vielleicht jeder die Chance hat es zu erreichen, denn Geld verdient kein Geld. Für alle (oder als Durchnittsertrag) wäre das nur möglich, wenn der gesamte durch A r b e i t erwirtschaftete Ertrag so hoch wäre um die Arbeit selbst und das mit Schuldzinsen belastete (in den Produktionsmitteln gebundene) K a p i t a l zu bedienen und zusätzlich noch diese 4 % als Wertschöpfung. Jedes Mehr für den Einzelnen bedeutet ein Weniger für den Anderen, in erster Linie denjenigen, der den Faktor Arbeit gestellt hat. Bitter aber wahr.
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 17:34 Uhr@all
@Tilo Schw (Priexo)
Daher der Zusatz am Ende des Textes: "solange der Staat sich nicht einmischt"
Ohne staatlichen Zwang würde sich niemand auf das Fiat-Money einlassen.
@Andreas Neubert
Es ist eine Frage der Freiheit und des Rechtes dritter, in die
Angelegenheiten fremder einzugreifen. Wer welche Rechte hat, welchen
Profit macht usw. ist die Sache derjenigen, die den Handel untereinander
tätigen, auch Kredit ist ein Handel. Wenn sie klug und fair sind,
dann profitieren vom Handel alle. Aber es ist nicht die Sache dritter,
sich zu Moralwächtern aufzuschwingen und einer Partei Vor- oder
Nachteile zu verschaffen. Und tatsächlich haben die ja auch immer
nur ihre eigenen Vorteile im Sinn, denn ihr Einmischen ist ihre
vorgeschobene Legitimation, uns das Geld zu stehlen.
@Reinhard Wolf
Sie können das anprangern und haben in einigen Fällen sicher
auch Recht. Das gibt Ihnen jedoch nicht das Recht, anderen Ihren Willen
aufzuzwingen, denn auch Sie können sich irren und sind nicht allwissend.
@ Ronald Schlimm: Aus diesem Grund und nur aus diesem Grund ist unser Wirtschaftssystem vom ...
rohstoffvernichtenden und die Lebensgrundlagen zerstörenden "alternativlosen" Überflußwegwerfwachstumswahn beseelt: Nicht, um die Bedürfnisse der Menschen zu bedienen, sondern um die Zinsgier der Vasallen des Gottes Mammon zu befriedigen. Nur wenn die Gütermenge (bewertet zu Marktpreisen) mit dem Takt der Zinsezinspeitsche mithält, dann läuft das Karussell. Was diese "zu Marktpreisen" bewerteten Werte genau sind, spielt dabei keine Rolle ... und wenn es der Webemüll in Ihrem Briefkasten ist, der sich verdreifacht: Hauptsache auf dumm Umsätze generiert die Werte vorgaukeln ... und wenn dafür alle Rohstoffe verballert werden! Total egal: Hauptsache der Umsatz stimmt und alle sind (egal wie sinnlos) beschäftigt, um an dem Verteilungsschlüssel "Geld" Teilhabe zu haben. Wachstumsbeschleunigungsgesetze! Wehe dem, der bei dem Wahnsinn nicht mitmachen will: Dem wird der Stempel "verbalaggressiv" aufgedrückt und dem werden Lektionen in "Wollenmüssen" erteilt! Grüße von der Hartz-Iv-Front!
@Karl Hammer - 30.12.2012 18:07 Uhr
Zitat: "Wer verleiht, hat vorher Verzicht geleistet, sonst
hätte er nichts zum verleihen [...]"
In Zeiten der Geldschöpfung aus dem Nichts (Stichworte Fiatgeld,
Buchgeld, Kreditgeld) trifft dies i.d.R. leider nicht zu.
@Karl Hammer
Da bin ja auch ganz bei Ihnen. Natürlich stellt man sein Kapital
anderen nicht ohne Gegenleistung zur Verfügung.
Problematisch wird es nur dann, wenn die (völlig legitimen)
Interessen der Kapitalgeber über die Interessen derer gestellt
werden, die dieses Kapital erwirtschaften.
Der Kapitalgeber hat nicht mehr Rechte als der, der dieses Kapital
erwirtschaftet. Und da ist in unserer Welt ein zunehmendes
Ungleichgewicht festzustellen: Die, die Kapital erwirtschaften sollen
bitteschön den Gürtel enger schnallen, nur damit es dem
Kapitalgeber an nichts mangelt.
Es ist kein Naturgesetz, dass die Rendite das Maß aller Dinge ist.
Die, die dieses Geld erwirtschaften, haben mindestens genau so viel
Rechte. Reale Arbeitsleistung darf keine Restgröße des
Dividendenprinzips sein. Wenn doch, prophezeie ich, dass das nicht mehr
lange gut gehen wird.
Zins ist kein "System"
Wer verleiht, hat vorher Verzicht geleistet, sonst hätte er nichts
zum verleihen (kann natürlich auch auf seine Vorfahren betreffen).
Wer leiht, will sofort konsumieren/investieren. Der Zins ist der
Ausgleich, den der Schuldner dafür bezahlt, daß er sofort
konsumieren oder investieren kann, ohne selber vorher Verzicht leisten
zu müssen. Der Zins verschiebt den Verzicht in die Zukunft, indem
er zukünftiges Einkommen schmälert. Zins hat mit Geld selber
nichts zu tun, Zins kann auch in Naturalien bezahlt werden. Folglich
kann es nur Zins geben, wenn es einen Geber und einen Nehmer gibt.
Zins ist kein System, Zins ist das Ergebnis eines freiwilligen Handels
zwischen zwei handelnden. Er basiert nicht auf Regeln dritter, sondern
auf freier Absprache.
(solange der Staat sich nicht einmischt und alles kaputt macht, denn
etwas anderes kann er ja nicht)
@Ronald Schlimm
War auch mein Gedanke. Diese vier Prozent müssen irgendwo
erwirtschaftet werden. Und zwar von denen, die jeden Tag zur Arbeit gehen.
Geld fällt nicht vom Himmel. Auch bei Dividenden nicht. Was da
einige mehr haben, haben andere weniger.
Dyrk Scherff Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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