Home
http://www.faz.net/-hbv-7732n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 20.02.2013, 16:39 Uhr

Konsumstudie Auch Generation Internet kauft gerne im Geschäft

Zwar jagt der Online-Handel dem traditionellen Einzelhandel mehr und mehr Umsatz ab. Doch dieser steht längst nicht vor dem Aus, wie eine Studie belegen soll. Selbst der Internet-Nachwuchs gehe zum Shoppen raus - und will Spaß und Erlebnis.

© dpa Rund 64 Prozent der Deutschen sind laut Studie sind zum Shoppen gern unterwegs.

Auch die mit dem Internet groß gewordene Generation in Deutschland kauft nach einer Konsumstudie gern im traditionellen Einzelhandel mit seinen Boutiquen, Fachgeschäften und Filialen ein. Das stationäre Geschäft sei für die meisten Bürger immer noch die beliebteste Einkaufsmöglichkeit, teilten die Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und ECE, Betreiber von Einkaufszentren, am Mittwoch in Hamburg mit. Sie hatten Ende 2012 rund 42.000 Menschen zu ihrem Einkaufsverhalten befragt und rund 2000 Einkaufstagebücher ausgewertet.

Zwei Drittel der Konsumenten seien Stammkunden im stationären Handel und kauften dort alle zwei Wochen und häufiger ein. Im Internet treffe dies nur auf 13 Prozent zu. Nach Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels war das Online-Geschäft mit Waren 2012 um mehr als ein Viertel auf rund 28 Milliarden Euro Umsatz gestiegen. Im klassischen Einzelhandel werden dagegen jährlich Erlöse von knapp 400 Milliarden Euro erreicht.

Shopping-Erlebnis in der realen Welt

„Der Kampf zwischen Online- und stationärem Handel ist noch lange nicht entschieden“, berichtete Prof. Björn Bloching von Roland Berger. Nur müsse der klassische Handel seine Stärken wieder hervorholen. Sicher ist er sich, dass Großflächen am Stadtrand ihre beste Zeit hinter sich haben. „Die Städte werden wieder lebendiger, da muss der Handel hin.“ Dabei komme es sehr auf das Angebot und die Präsentation an.

Rund 64 Prozent der Bundesbürger sind laut Studie zum Shoppen gerne unterwegs - in der realen Welt. Neben den serviceorientierten Rentnern ist in den Geschäften auch die nachfolgende Generation der sogenannten „Digital Natives“ anzutreffen (Durchschnittsalter 28 Jahre). Zwar surfen sie viel im Internet, doch der Online-Kauf ist eher noch die Ausnahme, heißt es in der Studie. Ihnen sei der Spaß beim Einkauf, auch mit Freunden, wichtig. Wer durch Läden streift, der legt laut Studie Wert auf Beratung, das An- und Ausprobieren und das möglichst sofortige Mitnehmen der Ware - und nicht auf den besten Preis. Solche Kundenbedürfnisse könne der Online-Handel noch nicht oder werde sie auch gar nie befriedigen können, hieß es.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net mit dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Internet-Versandriese Amazon will offenbar Buchläden eröffnen

Es wäre eine große Ironie: Der Internet-Versandriese Amazon hat zum Niedergang zahlreicher traditioneller Buchläden beigetragen. Jetzt plant der Konzern offenbar mehrere hundert eigene Geschäfte. Mehr

03.02.2016, 05:11 Uhr | Wirtschaft
Buchladen-Eröffnung Amazon gibt es jetzt auch offline

Der Internetgigant Amazon hat erstmals einen Buchladen jenseits des Internets eröffnet: In der amerikanischen Westküstenstadt Seattle will das Online-Versandhaus den Bücherkauf online und offline zusammenführen. Die ersten Kunden sehen Vor- und Nachteile des Projekts. Mehr

03.02.2016, 07:53 Uhr | Wirtschaft
Arbeitsbedingungen Neue Spielregeln für die Online-Welt

Ob Amazon, Zalando oder Goodgame Studios: Die Arbeitsbedingungen in der Internetbranche geraten immer wieder in den Fokus. Was ist dran an den Vorwürfen? Mehr Von Martin Gropp

04.02.2016, 05:00 Uhr | Beruf-Chance
Internet-Hit Waschmaschine hüpft auf Trampolin

Eine Waschmaschine wird zum Internet-Hit. Ihr Besitzer hatte ihr eine eher ungewöhnliche neue Aufgabe gegeben. Mehr

19.01.2016, 12:41 Uhr | Gesellschaft
Aktienmarkt Hoffnungswerte erobern die Börsen

Apple zählt an der Börse schon zur Old Economy. Doch nun ist Alphabet das wertvollste Unternehmen. Nur: Wie lange können sich die neuen Überflieger bewähren? Mehr Von Daniel Mohr, Frankfurt und Roland Lindner, New York

02.02.2016, 22:59 Uhr | Finanzen