Home
http://www.faz.net/-hbv-7732n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Konsumstudie Auch Generation Internet kauft gerne im Geschäft

Zwar jagt der Online-Handel dem traditionellen Einzelhandel mehr und mehr Umsatz ab. Doch dieser steht längst nicht vor dem Aus, wie eine Studie belegen soll. Selbst der Internet-Nachwuchs gehe zum Shoppen raus - und will Spaß und Erlebnis.

© dpa Vergrößern Rund 64 Prozent der Deutschen sind laut Studie sind zum Shoppen gern unterwegs.

Auch die mit dem Internet groß gewordene Generation in Deutschland kauft nach einer Konsumstudie gern im traditionellen Einzelhandel mit seinen Boutiquen, Fachgeschäften und Filialen ein. Das stationäre Geschäft sei für die meisten Bürger immer noch die beliebteste Einkaufsmöglichkeit, teilten die Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und ECE, Betreiber von Einkaufszentren, am Mittwoch in Hamburg mit. Sie hatten Ende 2012 rund 42.000 Menschen zu ihrem Einkaufsverhalten befragt und rund 2000 Einkaufstagebücher ausgewertet.

Zwei Drittel der Konsumenten seien Stammkunden im stationären Handel und kauften dort alle zwei Wochen und häufiger ein. Im Internet treffe dies nur auf 13 Prozent zu. Nach Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels war das Online-Geschäft mit Waren 2012 um mehr als ein Viertel auf rund 28 Milliarden Euro Umsatz gestiegen. Im klassischen Einzelhandel werden dagegen jährlich Erlöse von knapp 400 Milliarden Euro erreicht.

Shopping-Erlebnis in der realen Welt

„Der Kampf zwischen Online- und stationärem Handel ist noch lange nicht entschieden“, berichtete Prof. Björn Bloching von Roland Berger. Nur müsse der klassische Handel seine Stärken wieder hervorholen. Sicher ist er sich, dass Großflächen am Stadtrand ihre beste Zeit hinter sich haben. „Die Städte werden wieder lebendiger, da muss der Handel hin.“ Dabei komme es sehr auf das Angebot und die Präsentation an.

Rund 64 Prozent der Bundesbürger sind laut Studie zum Shoppen gerne unterwegs - in der realen Welt. Neben den serviceorientierten Rentnern ist in den Geschäften auch die nachfolgende Generation der sogenannten „Digital Natives“ anzutreffen (Durchschnittsalter 28 Jahre). Zwar surfen sie viel im Internet, doch der Online-Kauf ist eher noch die Ausnahme, heißt es in der Studie. Ihnen sei der Spaß beim Einkauf, auch mit Freunden, wichtig. Wer durch Läden streift, der legt laut Studie Wert auf Beratung, das An- und Ausprobieren und das möglichst sofortige Mitnehmen der Ware - und nicht auf den besten Preis. Solche Kundenbedürfnisse könne der Online-Handel noch nicht oder werde sie auch gar nie befriedigen können, hieß es.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nur ein Strichcode Der Betrug mit Guthabenkarten ist ein Kinderspiel

Kriminelle freut es, dass Prepaid-Karten nur ein Sicherheitsmerkmal haben: den Strichcode. Diebe können den leicht kopieren. Den Schaden haben dann die Beschenkten. Mehr Von Hanno Mußler

21.03.2015, 10:53 Uhr | Finanzen
Japan Die Jugendlichen sind süchtig nach dem Internet

Schülerinnen an weiterführenden Schulen in Japan beschäftigen sich täglich rund sieben Stunden mit ihrem Mobiltelefon. Viele Jugendliche in dem Land sind einer Studie zufolge sogar mindestens 15 Stunden mit dem Handy online. Experten schlagen Alarm wegen der exzessiven Handy-Nutzung. Mehr

11.02.2015, 17:23 Uhr | Gesellschaft
Weitere Nachrichten Online-Handel kühlt sich in einigen Bereichen ab

Rewe will die übrigen Kaiser’s-Tengelmann-Märkte nicht kaufen. Die Börse in Tokio erreicht ein neues 15-Jahres-Hoch. Mehr

23.03.2015, 06:38 Uhr | Wirtschaft
Virus zum Kuscheln Plüsch-Ebola ist im Internet ausverkauft

Im Internet kann man Ebola-Viren aus Stoff kaufen - wären die Plüsch-Objekte nicht bereits vergriffen. Mehr

21.10.2014, 10:51 Uhr | Aktuell
Aufräumen nach Blockupy Viel zertrümmertes Glas und ein Bekennerschreiben

Nach den Blockupy-Krawallen wird aufgeräumt. Vor allem im Ostend und in der Innenstadt sind zahllose Fensterscheiben eingeschlagen worden. Der Einzelhandel beziffert den Umsatzverlust auf eine Million Euro. Mehr Von Clara Lipkowski, Petra Kirchhoff, Hans Riebsamen und Rainer Schulze

20.03.2015, 16:01 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.02.2013, 16:39 Uhr