27.12.2012 · Private Krankenversicherer verteuern ihre Policen zum Teil zwar erheblich. Insgesamt bestätigen die Zahlen aber nicht die These, dass die PKV unter einer Beitragsexplosion leidet.
Von Philipp KrohnRichtlinien für Lesermeinungen
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Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, künftig die
Krankenversicherung im außereuropäischen Ausland
zu kontrahieren? Nachdem Männer ja nun in Europa über
Unisex-Krankenkassentarife ausgebeutet werden, könnten sie doch
zumindest einmal über eine Krankenversicherung
außerhalb der betroffenen europäischen Staaten nachdenken.
Oder geht so etwas nicht?
Ich kann nur jedem PKV-Kunden Raten, sich mit dem Thema Tarifwechsel nach P. 204 VVG ...
... zu beschäftigen. Mein Beitrag ist per 01.12. d. J. um satte 37 Prozent gesunken. Der meiner Frau, ebenfalls "Kunde" der Gothaer, um 35 Pozent. Bei gleicher Leistung und unter Mitnahme der Altersrückstellungen. Warum ich die Anführungszeichen benutze? Weil wir die Gothaer vor zwei Jahren inständigst gebeten hatten, Möglichkeiten zur Beitragsreduzierung vorzuschlagen. Außer einer Abschiebung in den Basistarif und einem Nullsummenspiel mit höherer Selbstbeteiligung konnte man leider, leider nichts anbieten. Heute weiß ich warum: Wir zählen jetzt 700 EUR weniger im MONAT! Bewerkstelligt hat es ein Honorarberater, der sich die Ersparnis von neun Monaten aufschreibt für seine Dienstleistung, und zwar nur dann, wenn die Umstellung erfolgreich ist. Wenn es die Forenregeln zulassen: es war die Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten GmbH in Hamburg, allen Interessierten stehe ich gerne als Referenzkunde z. Verfügung. Man glaubt ja immer, man sei der Einzige, der so viel zählt - falsch, e
Als freiwillig gesetzlich Versicherter zahle ich ca. 600,00 Euro p.m. so
gut wie ohne Gegenleistung.
Inzwischen gibt es keinen Arzt mehr, der z. B. bei
Vorsorgeuntersuchungen extra kassiert. Zuzahlungen bei Sehhilfen oder
Teilkronen überschreiten i. d. R. die 500-Euro-Marke. Da darf ich
ich echt privat zahlent, nur leider ohne Versicherung...
Als Renter werde ich auf Zins- Mieteinnahmen den vollen Satz von
über 14 % zahlen.
Mein Mitleid hält sich wirklich in Grenzen.
Wenn ich Matratzen kaufe, dann zahle ich i.d.R. den selben Preis für eine kurze wie eine lange, genau so wie ich den selben Preis für ein XS wie ein XL-T-Shirt bezahle. Insbesondere verstehe ich nicht bei Kranken- (Lebens-, BU-) versicherungen nicht, warum nicht für jeden Versicherten die selben Beitragssätze gelten sollen. In meinen Augen ist eine Versicherung nun mal zuvorderst eine Solidargemeinschaft, die für versicherte Risiken einspringt. Dieses ständige Streben nach Beitragsoptimierung für Leute, die sowieso das geringste Risiko haben, läuft diesem Grundgedanken leider prinzipiell entgegen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.12.2012 22:05 UhrEigenverantwortung?
Schön, wenn jemand eigenverantwortlich handelt, wird er ja dadurch
belohnt, dass sich das Risiko minimiert, überhaupt eine
Versicherung in Anspruch nehmen zu müssen. Das hat mit dem
Versicherungsprinzip selbst ja nun wenig zu tun.
Übrigens hat man mir nicht eine BU-Versicherung verweigert weil ich
übergewichtig bin oder Extremsport treibe sondern einen angeborenen
Hörfehler habe. Genau so wenig kann eine Frau etwas für ihr Geschlecht.
Im Übrigen: Ein T-Shirt ist ein T-Shirt ist ein T-Shirt und wird
für gewöhnlich von beiden Geschlechtern getragen ;-)
Eine Solidargemeinschaft...
...bedarf mehr, als nur auf die Einnahmeseite zu schielen. Wo bitte
werden Eigenverantwortung (Lebenswandel), Häufigkeit der
"unnötigen" Arztbesuche und Vorsorge entsprechend
berücksichtigt - nirgends. Beitragsoptimierung ist eben nicht nur
eine Frage des Zufalls, sondern eine entsprechende Belohnung für Risikoscheue.
PS: Ihr Beispiel mit dem T-Shirt passt nicht, oder haben Sie schon
einmal für ein Frauen T-Shirt den gleichen Preis gesehen, der
für Männer erhältlich ist ?
Blödsinnige Verfassungsauslegung
Der Zwang zu den Unisex-Tarifen beruht auf der blödsinnigen Verfassungsauslegung, dass die Berechnung von Versicherungstarifen nach geschlechtsabhängigen Risiken eine Diskriminierung sei. Nochmal: Blödsinn! Denn dass statistische Risikofaktoren einberechnet werden, ist nicht diskrimierend, sondern vernünftig. Mit demselben Schlagwort "Diskriminierung" könnte ein großer Mensch dagegen klagen, dass längere Matratzen teurer sind als kurze - und Uni-Preise verlangen.
Versicherungspflicht: Das Einzige, was die PKV seither noch zähmt, ist die Drohung ihrer Abschaffung
April 2010 kam es bei der GENERALI-Tochter CENTRAL zum Vorstandswechsel.
J.Rieth wurde abgelöst von H.Teuscher. In der Folge änderten
sich Vertriebsstruktur+Ausrichtung:
Wurden unter Rieth optimistisch kalkulierte Niedrigbeiträge
ausgewiesen, um Neukunden zu locken, rechnet der
"unabhängige" Treuhänder seither die Tarife der
Geköderen massiv herauf. Kalkulationen werden nicht offengelegt : "Betriebsgeheimnis".
Gestaltungsmissbrauch ist Tür+Tor geöffnet, da Treuhänder
(+evtl.Gerichtsgutachter) in der Regel branchennah sind. Zudem nutzt die
PKV einen Webfehler der Gesundheitsreform:
Zuvor konnten sich PKV-Kunden durch Nichtversicherung einem evtl.
Preiswucher entziehen. Seit 2009 aber besteht Versicherungspflicht. Das
Kontrollinstrument "Wettbewerb" versagt, da dieser faktisch
nur beim Einstieg herrscht. Ein Anbieterwechsel danach ist
hürdenreich+teuer, da zwar Versicherungspflicht für den Kunden
besteht, aber kein allg. Aufnahmerecht in PKV-Tarife ( außer dem
Scherzgebilde "Basistarif")
"Insgesamt bestätigen die Zahlen aber nicht die These, dass die PKV unter einer Beitragsexplosion leidet.", heißt es in dem Artikel. Wenn jedoch die "geschlossenen" Tarife in dieser Vergleichsrechnung nicht enthalten sind, auch deren Umfang am Gesamtvolumen nicht bekannt ist, kann eine derartige Ausssage nicht getroffen werden! Offenkundig ist die Untersuchung nicht repräsentativ. Nein, die Krankenversicherungsbranche lässt sich nicht in die Karten gucken. Es geht nicht um Transparenz, sondern ums Geldverdienen. Und diese Branche hat und hatte immer Unterstützer in Regierung, Ministerien und Parlament!
Nein,nein - man muss gar kein Sozialist sein,um zu sehen,dass diese Art von Zweiklassenmedizin an die Grenzen stößt.Ich bin mir sicher:Wenn,nach etlichen weiteren Beitragserhöhungsrunden,selbst Bessergestellte die Privattarife nicht mehr stemmen können,wird sich selbst die versicherungsaffine FDP damit abfinden,dass das so nicht mehr weitergeht.Das wird allerdings noch ein paar Jahre dauern.Solange kann man ja - via Gesetze - noch schützend die Hand über die Versicherungswirtschaft halten.
Rechnungszinsanpassung für Bestandstarife erst nach Bundestagswahl
Bei den Unisextarifen haben die PKV Versicherer bereits mit dem
niedrigeren Rechnungszins von 2,75 % kalkuliert. Da für die meisten
PKV Bestandstarife eine Beitragsgarantie zum 31.12.2013 ausgesprochen
wurde, ist mit einer entsprechenden Anpassung des Rechnungszins auf 2,75
% zum 1.1.2014 zu rechnen. Diese Absenkung des Rechnungszinsses in den
Bestandstarifen der privaten Krankenversicherer wird zwangsläufig
zu erheblichen Beitragserhöhungen führen. Das die nächste
Bundestagswahl vor diesem oben genannten Termin liegt, kann den PKV
Versicherern nur Recht sein. Die Einführung einer
Bürgerversicherung wird wohl eines der zentralen Wahlkampfthemen
zur Bundestagswahl 2013 werden.
Letztendlich muss die PKV vom Gesetzgeber dahingehend reguliert werden,
dass zukünftig keine weiteren Tariflinien seitens der Versicherer
mehr eingeführt werden dürfen. Wie in Ihrem Artikel richtig
dargestellt, gibt es Unmengen von kleineren anfälligen
Versichertenkollektiven bei den meisten PKV Versicherern.