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Private Altersvorsorge Rente, aber richtig!

Wer privat vorsorgt, hat später die Wahl: Entweder er erhält alles auf einen Schlag oder nach und nach als Rente. Die meisten wollen eine lebenslange Rente statt einer Einmalzahlung. Das ist nicht immer klug.

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© Rüchel, Dieter Vergrößern Einmalzahlung oder monatliche Rente: für viele Ruheständler keine leichte Entscheidung.

Die staatliche Rente allein reicht im Alter nicht aus, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Viele Menschen schließen deshalb zusätzlich eine private Rentenversicherung ab. Geht man in Ruhestand, zahlt sie jeden Monat ein garantiertes Einkommen, solange man lebt. Es gibt aber noch einen zweiten, weniger bekannten Weg: Die Sparer können sich ihr ganzes Vermögen aus der privaten Rentenversicherung auch auf einen Schlag auszahlen lassen.

Test: Welcher Rententyp sind Sie?

Was besser ist, die monatliche Rente oder eine Einmalzahlung, ist gar nicht so leicht zu entscheiden. Denn es hängt von einer Frage ab, die wohl niemand beantworten kann: Wie lange werden wir leben? Menschen, die eine private Altersvorsorge abgeschlossen haben, stehen also vor einem Dilemma: Entweder sie lassen sich alles auf einen Schlag auszahlen - dann riskieren sie, dass sie mit 88 Jahren zwar noch putzmunter sind, ihr Erspartes aber schon aufgebraucht ist.

Sicherheit hat einen hohen Preis

Oder sie lassen sich die Rente monatlich auszahlen. Dann können sie zwar sicher sein, dass alle vier Wochen bis zu ihrem Tod die gleiche Geldsumme auf ihrem Konto landet - egal wie alt sie werden. Aber für diese Sicherheit zahlen die Rentner einen hohen Preis. Denn die Versicherer kalkulieren mit sehr hohen Lebenserwartungen - das drückt die monatliche Auszahlung. Kritiker sagen sogar: So alt könne man gar nicht werden, dass sich die monatliche Rente lohne. Stirbt der Rentner früh, ist das Vermögen für die Erben außerdem futsch.

Trotz solcher Nachteile war in der Forschung bislang aber unumstritten: Wer rational handelt, muss die lebenslange Rente wählen. Denn nur so können sich Menschen gegen das Risiko absichern, dass sie länger leben, als ihr Geld reicht. Wie aber verhalten sich die Sparer nun in der Praxis? Das erforscht Martin Weber, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim.

Gute Gründe für die Einmalzahlung

Exklusiv für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Faz.net hat er gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Philipp Schreiber einen Fragebogen entwickelt, um herauszufinden, was den Versicherten wirklich lieber ist. Rund 2370 Leser dieser Zeitung nahmen im Internet an der Umfrage teil. Das Ergebnis: 42 Prozent der Teilnehmer wollen die Einmalzahlung und nur 58 Prozent die monatliche Rente.

Heißt das, fast die Hälfte unserer Leser handelt unvernünftig? Nicht unbedingt, meint Weber. Denn schaut man sich die Daten genau an, gibt es für einige gute Gründe, die Einmalzahlung zu bevorzugen. So lassen sich Teilnehmer, die sich in Finanzthemen gut auskennen, lieber das ganze Vermögen auf einmal auszahlen. Das ist rational, denn wahrscheinlich können sie das Geld selbst gewinnbringender anlegen, als es die Rentenversicherung für sie tun würde. Eltern von zwei Kindern entscheiden sich ebenfalls öfter für den ganzen Batzen als kinderlose Paare.

Auch das lässt sich nachvollziehbar erklären: Denn wollen sie ihren Kindern ihr Vermögen vermachen, falls sie früh sterben, müssen sie die Einmalzahlung wählen. Außerdem können ihre Kinder sie im Alter finanziell unterstützen, falls das Geld wirklich aufgebraucht sein sollte.

Sich selbst auf die Schliche kommen

Vieles machen wir entlang unserer Präferenzen also durchaus richtig. Es gibt aber auch Fallstricke: Wer gerne Risiken eingeht, der möchte lieber alles auf einmal haben.

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