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Peter Maier baut ein Haus (3) Der Energieberater hilft

Peter Maier und seine Freundin wollen ihr Haus energieeffizient bauen. In der Beratung halten eine mechanische Lüftungsanlage und moderne Heiztechnik Einzug in ihr Haus.

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Was bisher geschah: Im ersten Teil der Serie hat Peter Maier ein Grundstück von seiner Oma in der Nähe von Frankfurt geerbt. Sie beschließen, darauf ein Haus zu bauen. Im zweiten Teil suchen sie einen Architekten auf, mit dem sie ihre Wünsche und Vorstellungen erörtern. Nicht alle ihre Wünsche lassen sich finanzieren, am Ende steht aber ein akzeptabler Kompromiss.

KfW-Effizienzhaus, Solardach, Wärmepumpen - auf ihrem Weg ins neue Haus haben Eva und Peter viel gelesen. So richtig schlau geworden sind sie aus alldem jedoch nicht. Einig sind sich die beiden jedoch, dass sie ein möglichst energieeffizientes Haus bauen wollen. „Das spart uns Energiekosten und schützt die Umwelt“, meint Eva. Auch Peter ist von der Idee angetan, selbst zum Energieerzeuger zu werden, zumal ihn als Ingenieur die technischen Neuentwicklungen interessieren. Sie machen sich daher auf die Suche nach einem Energiefachberater und sind erst einmal erschlagen von der Vielzahl der Anbieter. Fast jeder Architekt oder Bauingenieur bietet auch Energieberatung an.

Eva und Peter stoßen jedoch immer wieder auf die Fördermöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dafür sind entsprechend zertifizierte Berater nötig. Sie entscheiden sich schließlich für einen Dekra-Energieberater, weil er Teil eines größeren Unternehmens ist, das einen soliden Ruf hat. Der eröffnet ihnen, dass sie genau zum richtigen Zeitpunkt kommen, denn die Hausplanung mit dem Architekten und die energetische Optimierung sollten immer parallel laufen. „Der Architekt gibt mit dem Entwurf das Gebäude vor und der Energieberater berechnet individuell die erforderlichen energetischen Anforderungen“, sagt der Energieberater: „Die lässt der Architekt dann wieder in seine weitere Planung einfließen.“

Knappes Budget

Die zentralen Fragen der Energieberatung, sagt der Fachmann, seien das zur Verfügung stehende Budget und die grundsätzliche Einstellung zum Thema, denn ein energetisch hochmodernes Haus kann teuer sein und beeinflusst zudem das Nutzerverhalten. „Das Budget ist knapp, wir sind der modernen Energietechnik gegenüber aber aufgeschlossen“, sagt Peter. „Wie wird denn das Nutzerverhalten beeinflusst?“, fragt Eva. Der Energieberater erklärt, dass ein energieeffizientes Haus nicht mehr von Hand gelüftet werden sollte. „Sie brauchen eine mechanische Lüftungsanlage“, wird dem jungen Paar erklärt: „Die saugt über Lüftungsöffnungen zum Beispiel in der Küche oder im Bad die verbrauchte Raumluft ab, und in den Wohnräumen wird frische Außenluft zugeführt.“ „Zieht es da nicht?“, will Eva wissen. „Nein, es werden Lüftungsrohre verlegt, die zugfrei die Luft im Haus verteilen und für ein behagliches Innenraumklima sorgen“, sagt der Energieberater.

Eva und Peter sind zunächst skeptisch, bekommen aber erklärt, dass dies längst Stand der Technik sei. „Die modernen Gebäude sind so luftdicht, dass der Feuchtegehalt in der Raumluft bedenklich ansteigen kann“, sagt der Dekra-Berater: „Wenn die Luft nicht permanent getauscht wird, ist die Gefahr für Schimmelbildung hinter Schrankwänden oder in Ecken deutlich erhöht.“ Fenster, die sich öffnen lassen, brauche man mit dieser Technik theoretisch nicht mehr, wird dem staunenden Paar erklärt.

Kein großer Aufwand dank moderner Technik

„Dann machen wir das halt“, sagt Eva. Ganz überzeugt ist sie nicht. „Aber die Fenster will ich schon noch öffnen können“, leitet sie gleich zum nächsten Thema über. Zweifach verglast sollen die Fenster sein, haben sich Eva und Peter überlegt. Das ist nicht so teuer wie Dreifachverglasung und kann bei moderner Ausführung ebenfalls sehr energieeffizient sein, hatte ihnen ein Verwandter aus der Fensterbranche erklärt. Der Energiefachberater ist mit dieser Festlegung einverstanden. Er rät grundsätzlich zu einem KfW-70-Haus. Dieses hat einen Primärenergieverbrauch von nur 70 Prozent des in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegten Wertes.

„Das können Sie mit dem heutigen Stand der Technik ohne großen Aufwand erreichen“, erklärt der Energiefachberater mit Blick auf die Budgetrestriktionen des jungen Paares. Die KfW stellt dafür zinsgünstige Kredite zur Verfügung. Allerdings sei es zu empfehlen, die Förderprogramme der KfW immer im Blick zu haben, da diese sich fast vierteljährlich ändern.

Der Blower-Door-Test

Die Energiefachberatung ist dafür nicht ganz billig. Etwa 3000 Euro inklusive Mehrwertsteuer verlangt die Dekra für die Begleitung eines Neubauprojektes. „Wir begleiten Sie dafür von Anfang bis Ende, prüfen alle Pläne und Baubeschreibungen, machen mindestens zwei Vor-Ort-Kontrollen und auch den Luftdichtigkeitstest (Blower-Door-Test) gemäß den Vorgaben der KfW“, sagt der Berater: „Dieses Prüfpaket ist seit April 2012 für alle KfW-Effizienzhäuser Pflicht.“

© Kircher Burkhardt

Zudem muss der Antrag für einen KfW-Kredit von einem qualifizierten Energieberater unterschrieben werden. „Und wenn wir auf das ganze Energiesparzeug verzichten würden?“, fragt Eva. „Dann bekämen Sie keine KfW-Förderung und auch keine Baugenehmigung“, sagt der Energieberater. „Sie müssen schon lange Energiemindeststandards beim Neubau einhalten, das kann Ihnen ein Architekt mit entsprechender Fachkenntnis zwar bescheinigen, aufgrund der immer höher werdenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden sollte hier aber ein spezieller Energiefachmann eingebunden werden.“

Eine Fülle von Möglichkeiten

Die beiden fühlen sich in ihrem Vorgehen bestätigt und wenden sich der Heiztechnik zu - einem Thema, auf das sich Ingenieur Peter besonders gefreut hat. Der Energieberater erläutert ihnen die Fülle von Möglichkeiten, von modernen Öl- oder Gasbrennwerttechniken über Wärmepumpen bis hin zu Holzpelletheizungen. Das junge Paar entscheidet sich letztlich für eine Luft-Wärme-Pumpe in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Die Pumpe wandelt die Außenluft in warme Innenluft um. Sie kann im Sommer auch kühlend wirken. Die Photovoltaik-Anlage in sonniger Südlage von Kelkheim hilft bei der Stromproduktion für diese mit Strom betriebene Anlage.

Der Energiefachberater sagt den beiden abschließend zu, auf Basis der bisherigen Angaben die Anforderungen an die Energieeffizienz auf Basis der KfW-Förderung auszurechnen, damit sie insgesamt auf ihr KfW-70-Haus kommen. Das entwickelte Konzept können sie dann mit ihrem Architekten besprechen und das Gesamtpaket bei einem Finanzierungsberater dem Realitätstest unterziehen. Mit einem Stapel an Broschüren zu Heiztechniken, mechanischen Lüftungsanlagen und KfW-Krediten in der Hand machen sie sich schließlich auf den Heimweg, ihrem Traum vom eigenen Haus wieder ein Stück näher.

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