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Peter Maier baut ein Haus (1) Der Weg zum eigenen Heim

Peter Maier und seine Freundin Eva Engel wollen ein eigenes Haus. Ein Grundstück in Kelkheim-Hornau hat Peter von seiner Oma geerbt. Nun kann das Paar mit der Planung loslegen.

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Oma Hildegard war immer ein großer Fan von Popmusik gewesen. „Stairway to Heaven“, eines ihrer Lieblingslieder, haben sie gespielt während der Beerdigung, und Peter Maier* musste einmal mehr daran denken, als er gerade ihr Bild auf dem Wohnzimmerschrank anblickte. Da klingelte das Telefon. „Hi Mama.“ - „Hallo Peter.“ - „Was gibt's?“ - „Kannst du mit Eva heute Abend kurz bei uns vorbeikommen? Wir würden euch gerne etwas sehr Wichtiges sagen.“

Gegen sieben Uhr saßen alle vier um den Küchentisch. Hubert Maier fiel direkt mit der Tür ins Haus: „Peter, deine Oma hat dir ein Grundstück vererbt.“ - „Wie bitte?“ - „Sie wollte, dass du das erst erfährst, nachdem sie gestorben ist.“ Staunen. Peter Maier wusste überhaupt nicht, dass Oma Hildegard einen größeren Vermögenswert besaß, sie bewohnte eine kleine Mietswohnung - sei's drum. Er dachte kurz nach. „Und was ist mit euch?“ - „Wir haben ja unser Haus“, sagte Hubert Maier. „Deine Oma hat deswegen mit uns darüber gesprochen, dass du das Grundstück bekommen sollst. Sie wusste ja, dass ihr gerne mal in den eigenen vier Wänden wohnen würdet, gerade weil ihr ja nicht zu zweit bleiben werdet.“ Peter Maier musste schmunzeln. Oma Hildegard hatte sich riesig gefreut, als Eva und er ihr erzählten, dass Nachwuchs unterwegs ist. Auf dem Heimweg redeten die beiden nur darüber. Ein eigenes Haus mit eigenem Garten wäre wirklich toll, stimmten sie überein. Aber geht das mit momentan nur einem Gehalt? Und der Schwangerschaft im siebten Monat?

„Müssen wir das geerbte Grundstück versteuern?“

Immerhin zweifelte Peter Maier nicht daran, dass sein Arbeitsplatz sicher ist. Der 32 Jahre alte Ingenieur gehört zum Entwicklerteam der Autoantriebs AG, die viel Geschäft in der ganzen Welt macht, vor allem auch in China. Dort ist die Nachfrage nach deutschen Autos groß, las er erst gestern wieder in seiner Tageszeitung. Aber so ein Hausbau ist natürlich nicht ohne, eine Lebensentscheidung, die man nicht nebenher beim Fußballgucken trifft. „Lass uns da mal lieber ein paar Nächte drüber schlafen“, sagte Eva zu Peter. „Ja, da sollten wir wirklich nichts übers Knie brechen“, antwortete Peter.

Am nächsten Morgen lag Post vom Nachlassgericht im Briefkasten. „Da steht drin, wann Testamentseröffnung ist“, sagte Peter zu Eva. Die beiden hatten Glück, denn Oma Hildegard hatte die ganze Grundstücksübergabe offenbar wirklich sehr gut geplant. Sie hatte ihren einzigen Enkel zum Alleinerben erklärt und außerdem bereits ein notariell beglaubigtes Testament erstellen lassen. 500 Euro hatte das gekostet - weil das Grundstück etwa 250.000 Euro wert ist. Aber dadurch mussten Peter Maier und Eva Engel nun nur die Gerichtsgebühr von gut 200 Euro bezahlen. Sonst wären noch einmal ungefähr 500 Euro für einen Erbschein fällig geworden, den sie gebraucht hätten, um im Grundbuch eingetragen zu werden. Das wäre zeitlich ziemlich aufwendig gewesen, aber natürlich auch kein Beinbruch. „Müssen wir das geerbte Grundstück eigentlich versteuern", fragte Eva. „Weiß ich nicht“, sagte Peter, „ich rufe mal Felix an.“

Seulberger Straße, Nummer 9

„Ja, müsst ihr. Aber so viel ist das in diesem Fall gar nicht“, sagte Felix, Finanzfachmann, Steuerberater und Peters bester Freund noch aus der Grundschule. „Als Enkel sind für dich die ersten 200.000 Euro steuerfrei und auf die übrigen 50.000 Euro musst du einen Steuersatz von 7 Prozent zahlen, das sind 3500 Euro.“ „Naja, wenig ist das aber auch nicht“, antwortete Peter Maier, „zumindest mehr, als ich netto im Monat verdiene, wie du weißt.“ Ein bisschen hellte sich Peter Maiers Stimmung auf, als er erfuhr, dass der Betrag weniger als die Hälfte dessen ist, was er an Grunderwerbsteuer hätte zahlen müssen, wenn Eva und er ein Grundstück wie dieses gekauft und nicht geerbt hätten. „3,5 Prozent mal 250.000 Euro wären 8750 Euro gewesen", rechnete Felix am Telefonhörer vor.

Von Hornau hatten Peter und Eva bisher nur einmal im Jahrbuch des Main-Taunus-Kreises gelesen, dessen Ausgaben sich im Bücherregal von Evas Eltern aneinanderreihen. Ein schmucker, liebenswürdiger Ortsteil der Möbelstadt Kelkheim im Rhein-Main-Gebiet soll das sein. Keine Großstadthektik, viel Natur. „Oh, das ist aber sehr idyllisch hier“, sagte Eva, als die beiden mit dem Auto am Ortsschild vorbeifuhren. Sie kamen vorbei am Kindergarten, dann an der Grundschule. „Gut, dass beides hier am Ort ist und alles ziemlich nahe beieinanderliegt“, sagte Eva. „Und schau mal, da hinten ist schon der Bahnhof.“ Peter verlangsamte das Tempo - 30er-Zone - und lenkte den Wagen in eine Linkskurve. Dann blinkte er rechts und bog in die Seulberger Straße ein. Nummer 9, dort soll Oma Hildegards Grundstück sein. „500 Quadratmeter sind allemal genug Platz für ein schönes Einfamilienhaus", sagte Eva. Peter hielt den Wagen an, beide stiegen aus.

Was würde ein Haus kosten?

Den Rasen gemäht hatte hier lange niemand mehr, das fiel ihnen gleich auf. „Aber die Lage ist wirklich toll", freute sich Peter. „Hier ein Haus zu haben wäre einfach ideal", sagte Eva, „keine laute Straße, keine Eisenbahnschienen direkt nebenan." „Fluglärm soll auch kein Thema sein, habe ich gelesen, und trotzdem ist der Flughafen nicht weit weg", stimmte Peter ihr zu. Beide schauten sich an, dann wieder zum Grundstück zurück. „Also hier könnte zum Beispiel die Einfahrt sein, dort die Terrasse, ich fände ja cool, wenn wir direkt eine Verbindung von der Garage zum Wohnhaus hätten“, sagte Eva. „Und da hinten könnte eine Gartenhütte stehen", ergänzte Peter. - „Haha, jetzt planen wir schon, obwohl wir noch nicht einmal wissen, was hier eigentlich alles möglich ist", lachte Eva. „Meinst du denn, dass wir es schaffen würden, einen Hausbau finanziell zu stemmen?", fragte Peter.

© Kircher Burkhardt

Schweigen. „Bestimmt, unsere Eltern helfen uns finanziell bestimmt etwas, und wir haben ja beide viele Freunde, die handwerklich sehr fit sind. Dadurch können wir sicher einige Arbeiten selbst durchführen, für die wir sonst Handwerker bezahlen müssten", sagte Eva. „Mhm“, machte Peter, und nach einer Pause sagte er: „Lass uns doch einen Architekten suchen, der uns sagt, was wir hier machen können, und der einmal ausrechnet, was ein Haus eigentlich kosten würde. Denn ob wir jetzt Miete zahlen oder mit diesem Geld einen Kredit für ein Haus abstottern, ist ja eigentlich egal.“ Auf dem Rückweg schaltete Eva das Autoradio an. „And she's buying the stairway to heaven“, sang Robert Plant, der Sänger von Led Zeppelin.

* Alle Personen- und Straßennamen dieser fortlaufenden Geschichte sind fiktiv. Nur den Ortsteil Kelkheim-Hornau im Main-Taunus-Kreis gibt es wirklich.

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Jahrgang 1982, Redakteur in der Wirtschaft.

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