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Öko-Geldanlage Solar ist out - Erdgas und Elektroautos sind in

 ·  Die Solarindustrie steckt tief in der Krise. Einige Unternehmen wie Q-Cells oder Solar Millennium schon pleite. Es gibt interessante Alternativen für die Öko-Geldanlage. Aber nur außerhalb Europas.

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Es sind keine einfachen Zeiten für Anleger, die mit Umweltthemen Geld verdienen wollen. Auch wenn eine ökologischere Energieversorgung und Industrie einer der großen Megatrends der nächsten Jahrzehnte ist, muss er nicht immer auch eine tolle Idee für eine Geldanlage sein. Der massive Kurseinbruch bei Solar- und Windaktien hat dies gezeigt. Doch es gibt noch Werte, die Erfolg versprechen. Wenn sie auf die richtigen Themen setzen.

Erdgas zum Beispiel. Die Nachfrage wird in den kommenden Jahren stark steigen, denn das Gas gilt als Brückentechnologie, bis nach dem Ende der Atomkraft die erneuerbaren Energien die gesamte Strom- und Wärmeproduktion übernehmen können. Es erzeugt bei der Verbrennung 30 Prozent weniger Kohlendioxid als Öl und ist reichlich vorhanden. Der Preis liegt noch vergleichsweise niedrig, und Erdgaskraftwerke sind sehr flexibel, weil sie in kurzer Zeit hochgefahren werden können.

An dieser Entwicklung verdienen viele Unternehmen: Die Gasförderer wie Gasprom, die aber teilweise auch noch Öl im Angebot haben, das an Bedeutung verlieren wird. Die Gasversorger wie Osaka und Tokio Gas, die davon profitieren, das in Japan nach der Katastrophe von Fukushima viele Atomkraftwerke stillliegen und langfristig abgeschaltet werden sollen. Profiteure sind auch Pipeline-Betreiber wie die kanadischen Enbridge und Trans Canada.

LED-Leuchten und Staudämme

Wasserkraft. Umweltfreundliche Wasserkraftwerke gibt es in Europa viele, aber sie sind nicht börsennotiert. Anders in Brasilien, das bis zu 80 Prozent seines Stroms aus Wasser erzeugt. Unternehmen wie Copel und Cemig haben aber einen Haken: Teilweise sind sie an ökologisch umstrittenen Staudämmen wie am Amazonas beteiligt.

Energiesparleuchten. Weniger Energie zu verbrauchen ist eines der größten Herausforderungen in den nächsten Jahren. Dabei helfen Lichtsysteme, die weniger Strom verbrauchen. Die Glühbirne stirbt aus, die Halogenlampe auch, stattdessen gehört der LED die Zukunft. Die kleinen Dioden halten viel länger, verbrauchen weniger Strom und werden immer günstiger. Sie sind dadurch mittlerweile wettbewerbsfähig. „Wenn Leuchten ersetzt werden, kommen derzeit LEDs immer stärker zum Einsatz“, sagt Thiemo Lang, Manager des Ökofonds SAM Smart Energy. Der gesamte Beleuchtungsmarkt habe ein Potential von geschätzt bis zu 50 Milliarden Dollar. Heute beträgt der Anteil der LED daran nur zwei Milliarden.

Sogar ein deutsches Unternehmen ist in diesem Bereich tätig: Aixtron. Die Aktie hat bis Anfang 2011 kräftig von dem neuen Trend profitiert, weil es die Maschinen zur LED-Produktion liefert. Mittlerweile gibt es aber schon Überkapazitäten und die Hersteller halten sich mit dem Kauf neuer Maschinen zurück. Interessanter sind die Hersteller selbst wie Epistar aus Taiwan. Oder die österreichische Zumtobel, die komplette Beleuchtungssysteme in Einkaufszentren, Büros und Industrieanlagen einbaut und dabei zunehmend LED verwendet. Allerdings leidet Zumtobel gerade etwas darunter, dass sich die Unternehmen wegen der angespannten Konjunkturlage mit der energetischen Sanierung ihrer Gebäude derzeit zurückhalten. Aber mit besserer Wirtschaftslage wird Zumtobel profitieren.

Strom statt Benzin in den Tank

Elektroautos. Der Trend zu umweltfreundlichen Autos begünstigt Hersteller wie die amerikanische Tesla, die gerade einen Viertürer für den Massenmarkt herausbringen. Es gebe schon 10.000 Bestellungen, die Tesla bald in die Gewinnzone bringen könnten, heißt es. Die Batterien für solche Autos kommen etwa von Samsung SDI, das auch von der Beliebtheit der Smartphones profitiert.

Einen Haken haben aber die meisten Öko-Aktien. Sie kommen alle nicht aus Europa und werden an der Börse in Frankfurt daher nur wenig gehandelt. Für bessere Preise müssen Anleger an die Heimatbörsen der Firmen gehen. Das ist für deutsche Anleger teurer. Eine Alternative sind da Fonds wie Langs SAM Smart Energy oder der Blackrock New Energy A2.

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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