http://www.faz.net/-gv6-84l18

Neue Studie : Jeder zweite Deutsche weiß nicht über sein Geld Bescheid

Rentnerpaar auf einer Bank: Einer von beiden weiß nicht, wie viel Geld ihm zur Verfügung steht. Bild: dpa

Momentan fühlen sich ältere Menschen finanziell gut versorgt, doch ihre Sorgen wachsen. In eine Form der Geldanlage investieren sie besonders gerne.

          Mit 50 Jahren ist man in einer anderen Lebensphase als noch mit 30 Lenzen. Dies gilt freilich auch finanziell. Acht von zehn Deutschen der älteren Generation befinden sich derzeit offenbar in einer guten finanziellen Lage. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Teambank aus Nürnberg. Demnach profitierten mehr als 50 Jahre alte Deutschen weiterhin vom wirtschaftlichen Aufschwung. Vor allem Befragte im Alter von 70 bis 79 Jahre beurteilen ihre Situation deutlich besser als im Vorjahr.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wahr ist allerdings auch, dass gerade viele ältere Menschen kaum mit dem Geld auskommen, das ihnen zur Verfügung steht, oder finanzielle Unterstützung benötigen. Dies gilt umso mehr, wenn sie in teuren Alters- oder Pflegeheimen leben müssen. Trotz der nach den Ergebnissen der Studie als gut empfundenen finanziellen Lage der Befragten sei es wichtig, ausreichend Geld für Vorsorge und Pflege zu berücksichtigen, sagt Alexander Boldyreff, Vorstandsvorsitzender der Teambank, die den Konsumentenkredit Easycredit anbietet. Fast zwei Drittel der sogenannten Generation 50 plus plant der Umfrage zufolge, im kommenden Jahr zu verreisen. Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe will das eigene Zuhause verschönern.

          Auf Luxus und Reisen können viele verzichten

          Viele Deutsche, die älter als 50 Jahre sind, gehen gleichwohl davon aus, dass der Höhepunkt der positiven Stimmung nicht mehr lange andauern werde. So glaubt etwa jeder Dritte, dass sich seine finanzielle Lage in den kommenden Jahren verschlechtern wird. In diesem Fall würden die Betroffenen zuerst auf Luxus und Reisen verzichten. Dabei seien laut Studie diejenigen, die sich schon im Ruhestand befänden, am wenigsten bereit, sich bei Engpässen einzuschränken.

          Die Studie der Teambank bringt allerdings auch wirklich Beunruhigendes zutage. Demnach weiß nur rund die Hälfte der Befragten genau, welcher Betrag ihr monatlich tatsächlich zur Verfügung steht. Das heißt im Umkehrschluss: Jeder zweite Deutsche der Generation 50 plus weiß nicht über seine finanziellen Mittel und Möglichkeiten Bescheid. Drei Viertel der älteren Menschen überprüfen regelmäßig den Kontostand – meist am Geldautomaten oder Kontoauszugsdrucker. Die Möglichkeit, den Stand des Kontos über das Internet abzurufen, nutzt nur knapp ein Drittel dieser Gruppe.

          Bei der Wahl der richtigen Geldanlage zählt in dieser Generation nach den Ergebnissen der Umfrage Sicherheit vor Rendite. Am liebsten investieren Deutsche dieser Altersgruppe demnach in die betriebliche Altersvorsorge (44 Prozent), gefolgt vom Bausparvertrag (35 Prozent) und der Kapitallebensversicherung (29 Prozent). Die Generation 50 plus sei in Geldangelegenheiten sehr gewissenhaft, heißt es weiter von der Teambank. Die Mehrheit kenne sich in Finanzdingen gut aus, behalte stets den Überblick und müsse nur selten wegen ungeplanter Ausgaben den Dispositionskredit nutzen.

          Für etwa ein Viertel der älteren Altersgruppe ist ein Einkauf im Internet zu kompliziert. Dabei hat mehr als die Hälfte Bedenken im Hinblick auf den Datenschutz und die Sicherheit. Das Bezahlen im Internet hingegen wird als weniger problematisch angesehen. Etwa jeder Zweite weiß, wie eine sichere Bezahlung mit der Kreditkarte oder einem Online-Bezahldienst abgewickelt wird. Für die Studie wurden im Auftrag der Teambank vom Marktforschungsinstitut Forsa im März dieses Jahres 1000 Personen im Alter von 50 bis 79 Jahren befragt.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Das bringt der Donnerstag

          Die Agenda : Das bringt der Donnerstag

          Der EU-Gipfel sucht einen Ausweg aus dem Streit über die Asylpolitik. Russlands Präsident Putin stellt sich der Weltpresse. Die deutschen Wirtschaftsinstitute blicken auf das neue Jahr. In Frankfurt steht die EZB-Sitzung auf der Agenda.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Was, wenn der „worst case“ eintritt? In der City of London stellen sich die Banker auf alles ein.

          Europas Finanzzentrum : Wie Londons Banken den Schmalspur-Brexit planen

          Die Manager in Europas größtem Finanzzentrum fürchten zwar den EU-Austritt Großbritanniens, doch die Folgen für die Banken in London bleiben vorerst überschaubar. Fällt der „Brexodus“ gar gänzlich aus?

          Nach Spitzentreffen mit Union : Schlingernde Sozialdemokraten

          Während die Union nach dem Gespräch der Chefs von CDU, CSU und SPD endlich über eine große Koalition sprechen will, halten sich die Sozialdemokraten bedeckt und schieben Entscheidungen weiter auf. Für ziemlich falsch hält das indes eine anderen Partei.

          Amerikas Präsident unter Druck : Immer Ärger mit Donald

          Eigentlich sollte es eine Woche der Triumphe werden – doch dann ging die Alabama-Wahl schief und Donald Trump hat mal wieder Ärger an allen Fronten. Immerhin ein Projekt des amerikanischen Präsidenten steht kurz vor der Vollendung.
          Sandra Maischberger und ihre Gäste in der Jahresrückblick-Sendung am Mittwochabend.

          TV-Kritik: Sandra Maischberger : Nur nicht einschüchtern lassen

          Das Jahr 2017 kann wohl nicht so schlimm gewesen sein – jedenfalls wenn Olivia Jones und Sophia Thomalla darüber Auskunft geben dürfen. Wenigstens gilt das für Deutschland. In der Türkei sieht das anders aus. Droht Günter Wallraff dort die Verhaftung?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.