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Nach Urteil zu Ratenkrediten : Kaum noch Bearbeitungsgebühren für Baukredite

Beim Baukredit sehr wichtig: Ein genauer Blick auf die Effektivzinsen Bild: ddp

Nach Ansicht von Verbraucherschützern sollen Bausparkassen dem BGH-Urteil zu Ratenkrediten folgen und die Bearbeitungsgebühr ihrer Finanzierungen streichen. Dabei hat sich schon einiges getan.

          Die jüngste Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), die Bearbeitungsgebühren der Banken für Verbraucherkredite zu kippen, sorgt bei vielen Darlehensnehmern für Freude. Zunächst einmal profitieren davon aber hauptsächlich nur die Bankkunden, die einen Konsumentenkredit aufgenommen haben. Auch dürfen die Ansprüche noch nicht verjährt sein.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Von der Entscheidung nicht direkt betroffen sind jedoch zum Beispiel Hypothekenkredite. Hier hatte sich bei den Gebühren schon einiges getan. „So gut wie kein Kreditinstitut in Deutschland erhebt mehr Bearbeitungsgebühren für ein Baudarlehen“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Dies sei vor vielleicht zehn Jahren noch ganz anders gewesen. Im Gegensatz zu den Ratenkrediten habe hier bei den Banken durch frühere Gerichtsurteile schon vor Jahren ein Umdenken eingesetzt. Auch die Verbraucherschützer sehen das ähnlich.

          Gebühren für Hypothekendarlehen seien zumindest niedriger

          „Bei den Baufinanzierungen gibt es nur noch rudimentär Bearbeitungsgebühren, verstärkt aber immer noch bei den Bausparfinanzierungen“, sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Aufgrund der höheren Kreditsummen waren die Gebühren für Hypothekendarlehen zumindest prozentual nicht so hoch wie bei den klassischen Verbraucherkrediten. Für einen Ratenkredit machen diese Bankgebühren durchaus schon einmal 3 oder 3,5 Prozent der Darlehenssumme aus.

          Für Hypothekendarlehen hingegen seien Sätze von 0,25 Prozent bis zu 1 Prozent möglich gewesen, sagt Herbst: „Doch auch bei den Verbraucherkrediten sind die Finanzinstitute schon vor einigen Monaten von diesen Gebühren abgerückt, manche schon früher.“ Wie die Banken daran verdient haben, zeigt das Beispiel der Postbank, die seit dem 1. April 2013 keine Bearbeitungsgebühren mehr erhebt. Der Provisionsüberschuss sank allein durch die Aussetzung im ersten Halbjahr 2013 um 24 Millionen Euro. Der Konsumentenfinanzierer Teambank, eine Tochtergesellschaft der DZ Bank, verzichtet auf die Bearbeitungsgebühren seit Anfang des Jahres 2010.

          Wie die Banken die explizite Gebühr umgehen

          Doch viele Banken ersetzen die explizite Gebühr zum Beispiel durch einen etwas höheren Kreditzins. Andere Kreditinstitute wiederum versehen die Darlehen mit einem Aufgeld (Agio). Herbst nennt beispielhaft die Ostseesparkasse, die ihren Kunden die Hypothekenkredite nicht zu 100 Prozent, sondern eben nur zu 99 Prozent ausbezahlt. Auch bei einigen Bausparkassen sei ein solches Vorgehen inzwischen wieder eingeführt worden, da hier die Darlehensgebühr wie eine Bearbeitungsgebühr zu sehen sei, sagt Herbst. Für Kunden sei daher der Blick auf die Effektivzinsen sehr wichtig.

          Nach Ansicht von Verbraucherschützer Schwarz müssen sich auch die Finanzierungen der Bausparkassen an dem BGH-Urteil messen lassen. Er berichtete am Tag nach dem BGH-Urteil von vielen Anfragen in den Verbraucherzentralen nach dem Musterbrief für die Rückforderung. Wie lange die Bearbeitungsgebühren zurückgefordert werden können, ist noch offen. In der Regel gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren, auf die pochen die Banken. Bisher haben sich die Karlsruher Richter jedoch noch nicht dazu geäußert, wann die Forderungen der betroffenen Kunden verjähren. Die schriftliche Begründung des Urteils ist erst in einigen Wochen zu erwarten. Verbraucherschützer verweisen darauf, dass die Verjährungsfrist auch zehn Jahre betragen kann.

          Quelle: F.A.Z.

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