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Monopol beendet : Die freie Wahl des Schornsteinfegers

Den einen bringt er Glück, den anderen höhere Kosten: Der Schornsteinfeger. Bild: dapd

Das Kaminkehrer-Monopol ist am 1. Januar gefallen. Ob der Kaminkehrer jetzt billiger wird, ist aber umstritten.

          Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie er glücklich wird, heißt es ja gerne. Nun ist das in der Praxis manchmal schwieriger als gedacht. Aber zumindest, wer einem das Glück bringen soll, kann man sich nun aussuchen. Das Kaminkehrermonopol ist nämlich zum 1. Januar gefallen, Kunden haben jetzt die Wahl, wen sie als Schornsteinfeger beauftragen - und Letzterer gilt ja gemeinhin als Glücksbringer.

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bisher mussten Hausbesitzer denjenigen schwarzen Mann ins Haus lassen, den das Amt für sie bestellt hatte: denn seit 77 Jahren hat die Regierung mit der Aufteilung der Kehrbezirke den Schornsteinfegern ihre Kundschaft förmlich zugeschanzt. 8000 registrierte Bezirksmeister teilten das Bundesgebiet unter sich auf. Das aber entsprach in den Augen der Europäischen Union nicht den Regeln eines freizügigen Marktes, weswegen sie der Bundesrepublik diese Praxis jetzt untersagt.

          Die amtlichen Schornsteinfeger sind auch weiterhin für die Kontrolle von Feuerstellen, die Kaminabnahme und die Brandsicherheit zuständig und kommen dafür zweimal alle sieben Jahre zur „Feuerstättenschau“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Mit den jährlichen Abgasmessungen und Prüfungen aber kann man nun den Kaminkehrer seiner Wahl beauftragen. Darunter fallen nun nicht nur alle freien Feger, die amtlich registriert sind, sondern auch Installateure und Heizungsbauer, die eine Zusatzqualifikation zum Kaminkehrer abgelegt haben.

          Den richtigen Kaminkehrer findet man im Internet

          Dafür haben aber auch die Schornsteinfeger künftig mehr Möglichkeiten, denn sie dürfen nun neue Leistungen anbieten und sind nicht mehr nur auf die jährlichen Kehrwochen beschränkt: Sie können zum Beispiel auch Rauchmelder bei ihren Kunden installieren und die jährliche Prüfung solcher Geräte durchführen. Oder die Heizungsanlage kontrollieren. Reparaturen übernehmen sie allerdings nicht, sie sind eher wie der TÜV, der nur die ordnungsgemäße Funktion bestätigt, und nicht die Werkstatt, die kaputte Teile zum Laufen bringt.

          Den richtigen Kaminkehrer findet man am besten im Internet: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hält eine Schornsteinfeger-Liste bereit. Wenn man dort in der Suchmaske den jeweiligen Wohnort einträgt, bekommt man alle potentiellen Glücksbringer gelistet.

          Die Preise könnten eher steigen

          Billiger wird es für die Auftraggeber aber nicht unbedingt. Mit der Liberalisierung des Kaminkehrerrechts sind auch die Preise freigegeben. Bisher legte der Staat fixe Gebühren für die jährlichen Kontrollen fest. Nun entscheiden die Kaminkehrer selbst, was ihre Dienste kosten sollen. Mit einem großen Preisverfall sollten Hausbesitzer aber lieber nicht rechnen, im Gegenteil, warnen Angehörige der schwarzen Zunft: Bisher hätten die staatlichen Gebühren eher am unteren Limit dessen gelegen, was Schornsteinfegermeister für An- und Abfahrt sowie Arbeitszeit als kostendeckend empfunden hätten. Vermutlich werden die Preise also eher steigen.

          Außerdem hat der Kunde künftig nicht nur das Wahlrecht, sondern auch Pflichten: Noch bis Jahresende stellen die bisherigen Bezirksschornsteinfeger Bescheide aus, die definieren, welche Arbeiten bis wann zu erledigen sind. Danach trägt der Hausbesitzer die Verantwortung dafür, dass die Prüfungen auch termingerecht erledigt werden. Er muss nicht nur dafür sorgen, dass der jeweilige Kehrer vorbeikommt, sondern der muss auch dem amtlich bestellten Kollegen per „Durchführungsbescheid“ seine Arbeit bestätigen. Sonst drohen dem Kunden Mahngebühren oder die sogenannte “Ersatzvornahme“, das heißt: Schlimmstenfalls wird ihm vom Amt doch ein bestellter Schornsteinfeger ins Haus geschickt. Ob das dann finanziell gesehen wirklich ein Glücksfall ist, darf man eher bezweifeln.

          Quelle: F.A.S.

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