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Netzentgelte : Kosten für Stromtransport steigen deutlich

Der Transport kostet: Die Preise für Stromtransport steigen deutlich an. Bild: dpa

Die Netzbetreiber werden die Preise im kommenden Jahr anheben, in manchen Teilen Deutschlands gar um 45 Prozent. Nur in Ostdeutschland können Verbraucher mit einer leichten Entlastung rechnen.

          Der Oktober ist für viele Stromkunden ein wichtiger Monat. Dann werden die Umlagen festgelegt, die den Strompreis im nächsten Jahr dominieren. Von den acht Komponenten, aus denen sich der Strompreis eines Haushalts zusammensetzt, machen die Kosten der Elektrizität mit durchschnittlich 5,7 Cent je Kilowattstunde aktuell schon weniger als ein Fünftel aus. Drei andere Kostenblöcke stechen besonders hervor: Mehrwertsteuer, Ökostromumlage und die Netzkosten. Die Ökostromumlage ist mit aktuell 6,88 Cent der zweitgrößte Kostenblock. Mitte des Monats wird sich zeigen, ob sie, wie vielfach erwartet, 2018 stabil bleibt.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Den inzwischen größten Anteil haben mit durchschnittlich 7,5 Cent je Kilowattstunde oder einem Viertel der Stromrechnung die Netzkosten. Vor allem im Westen zeichnen sich für viele Kunden deutliche Steigerungen ab. Die vier Betreiber des Übertragungsnetzes haben ihre neuen Preisblätter für 2018 schon ins Netz gestellt. Manche haben das ohne jede weitere öffentliche Mitteilung getan. Das Dortmunder Unternehmen Amprion zum Beispiel, das das bevölkerungsreiche Nordrhein-Westfalen, aber auch Rheinland-Pfalz und das Saarland versorgt, wird seine Preise im nächsten Jahr um 45 Prozent anheben. Das sagte ein Sprecher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf Anfrage. Voriges Jahr betrug das Plus nur 12 Prozent.

          Kunden des Betreibers Tennet, der sein Netz von Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Hessen bis nach Bayern und Baden-Württemberg spannt, werden mit 9 Prozent Aufschlag zur Kasse gebeten – voriges Jahr waren es noch 80 Prozent plus. In Baden-Württemberg erhöht Transnet-BW die Preise um gut 13 Prozent. Nur im Osten, im Gebiet von 50Hertz, das auch Hamburg und Berlin umfasst, sinkt der Preis um elf Prozent.

          Diese Kosten entstehen auf der Höchstspannungsebene. Sie werden in der Regel von den Stadtwerken und Regionalversorgern, die den Strom abnehmen, auf die Kunden abgewälzt und machen nach einer Faustformel etwa ein Drittel aller Netzentgelte aus. Allerdings entstehen durch Netzverstärkung und -ausbau auf lokaler und regionaler Ebene weitere Kosten, die die Betreiber umlegen. Der Ausbau ist nötig, um den dezentral erzeugten Strom einzusammeln und abzuleiten.

          In den Netzkosten verbergen sich nicht nur die Ausgaben für neue Leitungen und Strommasten, sondern auch für das Aufrechterhalten des Netzbetriebs. Dazu gehören Kosten für das schnelle Anfahren oder Abschalten von Großkraftwerken aus Versorgungsgründen oder die Bezahlung von Windturbinen, deren Strom wegen Engpässen im Netz nicht abgeführt werden kann. Sie sind ein Grund dafür, dass im Westen die Preise steigen. Umgekehrt schlägt bei den sinkenden Kosten im Osten der Netzausbau positiv durch. Entsprechend hebt 50Hertz hervor, der Netzausbau sei ein „wichtiger Schlüssel der Energiewende“.

          Dennoch entstehen auch hier weitere Kosten durch neue Nord-Süd-Stromautobahnen. Sie werden nicht nur teurer, weil sie in die Erde verlegt werden müssen, sondern auch, weil die Bauern neben Entschädigungen für Nutzungs- und Ernteausfälle eine Art jährlicher Maut verlangen. Dazu hat der Energieverband BDEW ein Rechtsgutachten anfertigen lassen. Sein Fazit: Die Forderungen seien unverhältnismäßig und verfassungswidrig.

          Quelle: F.A.Z.

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