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Studie „Wohnen in Deutschland“ : Wo das eigene Haus am günstigsten ist

Der Traum vieler Mieter: Ein eigenes Häuschen. Bild: obs

Deutschland ist kein Land der Hausbesitzer. Doch die niedrigen Zinsen bringen immer mehr Mieter ins Grübeln. Wo man sich die eigene Immobilie am ehesten leisten kann, zeigt eine Studie der Sparda-Banken.

          Fast jeder fünfte Mieter in Deutschland plant, bald eine eigene Immobilie zu kaufen. Das gilt besonders für Menschen zwischen 30 und 40 Jahren, Familien mit Kindern, Bewohner von kleinen Gemeinden und Mieter mit einem Monatseinkommen von mehr als 3500 Euro. Gut die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) besitzt derzeit keine eigene Immobilie. Das sind die Ergebnisse der Studie „Wohnen in Deutschland“, die das Institut für Demoskopie Allensbach und der Marktforscher Prognos im Auftrag des Verbands der Sparda-Banken durchgeführt haben. Für die Untersuchung wurden rund 1850 Bürger ab 16 Jahren befragt.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der deutsche Immobilieneigentümer in spe muss durchschnittlich das Fünffache seines Jahresnettoeinkommens investieren, um sich ein Einfamilienhaus leisten zu können, laut Studie sind dies rund 223.000 Euro. Das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Einkommen variiert aber stark nach Region. So wendet der Hauskäufer in Frankfurt knapp das Achtfache seines Jahresnettoeinkommens auf (395.500 Euro), in München sogar mehr als das Neunfache (679.900 Euro).

          Unter den größeren Städten ist Bremen mit dem Faktor 4,3 (205.100 Euro) noch das günstigste Pflaster. Entsprechend ist in der Hansestadt auch der Anteil an Immobilienbesitzern mit fast 41 Prozent im Vergleich zu anderen Städten vergleichsweise hoch. In München besitzt dagegen nur jeder Vierte ein Haus oder eine Wohnung. In Frankfurt sind nur 21 Prozent, in Berlin sogar nur knapp 16 Prozent der Bewohner Eigentümer.

          Preiswert wohnen in Rhön-Grabfeld

          Auf dem Land ist das eigene Haus deutlich günstiger zu haben. Entsprechend planen in ländlichen Regionen auch deutlich mehr Menschen (26 Prozent) Eigentum zu kaufen als in städtischen Ballungsräumen (16 Prozent). Und immerhin jeder Dritte hierzulande möchte auch lieber abseits der Großstädte leben. Die Studie kürt zehn Landkreise, deren Zukunftsaussichten als Region positiv seien und in denen ein attraktives Verhältnis zwischen Kaufpreis und benötigtem Einkommen herrscht.

          Besonders preiswert gibt es ein Einfamilienhaus im Landkreis Rhön-Grabfeld im bayerischen Unterfranken, für das Interessierte knapp das Dreieinhalbfache des Jahresnettoeinkommens einkalkulieren müssen. Etwas teurer, aber dennoch deutlich erschwinglicher als in der Stadt sind Immobilien in den Landkreisen Günzburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, Ammerland im Nordwesten von Niedersachsen und Fulda mit etwas mehr als dem Vierfachen. Entsprechend besitzen in den ländlichen Regionen besonders viele Einwohner eigene Immobilien, vor allem in den bayerischen Landkreisen Dingolfing-Landau (67,9 Prozent) und Rhön-Grabfeld (66,7 Prozent).

          Und laut Studie könnten sich zukünftig noch mehr Deutsche für die eigene Immobilie entscheiden. Dass sich diese Investition ihrer Meinung nach lohnt, geben 69 Prozent der Befragten an. Mehr als die Hälfte der Mieter glauben, dass die aktuelle Niedrigzinsphase eine günstige Gelegenheit bietet, um jetzt ein Eigenheim zu erwerben. Und für viele Eigentümer lohnt sich die Immobilie nicht nur finanziell, sie macht auch glücklicher: 95 Prozent der Hausbesitzer sagen, dass sie zufrieden mit ihrer Wohnsituation sind, unter den Mietern sind es nur 74 Prozent.

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