http://www.faz.net/-hbv-93102

Vermieter, aufgepasst! : Bei der Sanierung Steuern sparen

  • -Aktualisiert am

In einigen Fällen lässt sich eine Sanierung beim Fiskus ansetzen. Bild: dpa

Wer zeitnah nach dem Kauf seine Immobilie modernisiert, kann die Kosten beim Finanzamt als sogenannte anschaffungsnahe Herstellungskosten absetzen. Was es dabei zu beachten gilt.

          Wird nach Kauf einer älteren Immobilie kräftig investiert, stellt sich die Frage, inwieweit der Fiskus an den Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten beteiligt werden kann. Aufwendungen, die innerhalb von drei Jahren nach Erwerb der Immobilie anfallen und (ohne Umsatzsteuer) mehr als 15 Prozent der anteiligen Anschaffungskosten des Gebäudeteils betragen, behandelt das Finanzamt als sogenannte anschaffungsnahe Herstellungskosten. Unschöne Folge: Die Aufwendungen können vom Vermieter nicht sofort abgezogen werden. Sie wirken sich nur über die jährlichen Abschreibungen aus. Das bedeutet bei Immobilien regelmäßig eine nur zweiprozentige jährliche Berücksichtigung der Kosten, verteilt über 50 Jahre.

          Doch keine Regel ohne Ausnahme, wie der Bundesfinanzhof (BFH) feststellt. Die Kosten für die Beseitigung eines Schadens, der nachweislich nach der Anschaffung mutwillig von einem Dritten verursacht wurde, ließ der BFH trotz Überschreitens der 15-Prozent-Grenze zum Sofortabzug zu (Urteil vom 9. Mai 2017, IX R 6/16). Vermieter sollten genau hinschauen, um was für Aufwendungen es sich handelt, und gegebenenfalls den Zustand zum Zeitpunkt der Anschaffung dokumentieren. Häufig kann mit bestimmten Aufwendungen auch gewartet werden, um der Überschreitung der 15-Prozent-Grenze in den ersten drei Jahren zu entgehen.

          Außerhalb der Drei-Jahres-Regel können hohe Erhaltungsaufwendungen schneller abgesetzt werden. Sind sie sehr hoch, kann es sich lohnen, die Kosten verteilt über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren abzusetzen. Das ist besonders bei hohen Einkommen interessant, weil dann der Steuersatz besonders hoch ist und die verteilten Aufwendungen deshalb besonders steuersparend wirken können.

          Übrigens: Bekommt der Vermieter seine Immobilie durch Schenkung oder Erbe, sind danach folgende Instandhaltungsarbeiten sofort und in jeder Höhe abziehbar. Die Drei-Jahres-Regel und die 15-Prozent-Kostengrenze gelten dann also nicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          F.A.S. Exklusiv : „Kim Jong-un muss Sanktionen loswerden“

          Nordkorea strebt nach Ansicht von Rüdiger Frank Wirtschaftshilfe an. Als Gegenleistung könne Pjöngjang Waffeninspekteure ins Land lassen, sagt der Nordkorea-Fachmann im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Atomkraftgegner halten in Eupen Plakate mit der Aufschrift „Stop Tihange und Doel“.

          Angst vor Atomunfall : Anzeige gegen belgische Kernkraftwerke

          Belgiens Atomkraftwerke sind sicher – sagen Regierung und Betreiber. Die Menschen aus der Grenzregion sehen das anders. Jetzt haben Atomkraftgegner Anzeige gegen zwei Kernkraftwerke erstattet.

          iPhone in der Krise? : Apple-Aktie fällt um 7 Prozent

          Die Gerüchte über ein mögliches Abflauen des Smartphone-Booms lassen auch Apple nicht unberührt. An der Börse macht sich Unruhe breit – aber sind das vielleicht Sorgen auf sehr hohem Niveau?

          Irans Präsident : Ruhani kritisiert Sittenpolizei

          Die Förderung der Tugend funktioniere nicht über Gewalt, sagte der iranische Präsident. Anlass ist wohl ein Video, in dem eine Sittenwächterin eine Frau schlägt, deren Kopftuch die Haare nicht komplett bedeckt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.