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Hawking, Turing, Thatcher : Wer wird das neue 50-Pfund-Gesicht?

Noch zieren die Dampfmaschinenentwickler Matthew Boulton und James Watt die 50-Pfund-Note. Bild: Creative Commons CC0

Die Briten suchen von 2020 an ein neues Gesicht für die 50-Pfund-Note. Die Buchmacher sehen Stephen Hawking vorn, aber auch Alan Turing und Ada Lovelace haben Chancen. Als Außenseiter gilt eine Frau, die ihr Geld zurückwollte.

          Briten wetten bekanntlich auf alles. Mit einer der neusten Wetten kann man auf das Design der kommenden 50-Pfund-Banknote setzen. Es ist zwar noch eine Weile hin, bis die neue Banknote in Umlauf kommen soll, nämlich erst nach 2020. Doch seit Freitag nimmt die Bank of England Nominierungen entgegen. Und in den Wettbüros laufen die Einsätze. Mitte Dezember endet die Nominierungsphase, 2019 soll die Entscheidung fallen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Derzeit führt bei den Brokern mit einer Quote von 2 zu 1 der im März verstorbene Physiker Stephen Hawking. Es ist auch die Lieblingswette, denn mehr als die Hälfte setzen ihr Geld auf Hawking. Mit 4 zu 1 und 24 Prozent der Wetten ist Wissenschaftskollege Alan Turing schon ein ganzes Stück hintendran. Turing starb 1954 mit nur 42 Jahren und gilt als einer der ersten Theoretiker der Informatik und als Entschlüsseler des „Enigma“-Chiffres der deutschen Wehrmacht.

          Außenseiterin Margaret Thatcher

          Dass gerade zwei Wissenschaftler in Front liegen, hat seinen Grund. Denn die Bank of England hat schon angekündigt, dass die neue 5ß-Pfund-Banknote jemand zieren solle, der einen Beitrag zur Wissenschaft geleistet habe. Die neue 20-Pfund-Note sollte ein bildender Künstler zieren und das wird jetzt der Maler William Turner sein.

          Insofern ist es eher verwunderlich, dass auch Wetten auf die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher angenommen werden. Mit 100 zu 1 werden ihre Gewinnchancen allerdings eher gering eingeschätzt. Doch die Quote scheint zu locken – mit 10 Prozent entfallen die drittmeisten Wetten auf die „Iron Lady“.

          Vorn dabei ist auch die 1852 verstorbene Mathematikerin Ada Lovelace, die ihrerzeit das erste Computerprogramm der Welt schrieb. Die Quote von 5 zu 1 würdigt wohl nicht nur allein ihre Verdienste, sondern zieht wohl auch in Betracht, dass nach Turner auf dem „Score“ und der Schriftstellerin Jane Austen auf dem „Tenner“ (10-Pfund-Note) für den „Reddie“ wohl wieder eine Frau an der Reihe wäre. Da kommt auch wieder Margaret Thatcher ins Spiel, auch wenn der DNA-Pionierin Rosalind Franklin (8 zu 1) deutlich bessere Chancen eingeräumt werden.

          Chancen für Turing

          Möglich wäre aber auch, dass Turing doch das Rennen macht. Das liegt an seiner tragischen Biografie. Turing wurde 1952 wegen Homosexualität zur hormonellen Kastration verurteilt. Homosexualität war damals in Großbritannien noch eine Straftat. Turing verfiel in Depressionen und nahm sich 1954 das Leben. Erst 2009 entschuldigte sich die britische Regierung dafür, und erst Ende 2013 erhielt Turing eine königliche Begnadigung.

          Mit dabei sind zudem noch der Physiker James Clerk Maxwell (16 zu 1) und Frank Whittle, Erfinder des Düsentriebwerks (25 zu 1). Die Liste der Nominierten könnte aber durchaus länger werden. Als die Bank of England im Jahr 2015 um Nominierungen für die 20-Pfund-Note bat, gingen fast 590 Vorschläge von beinahe 30.000 Teilnehmern ein. 67 Kandidaten wurden vom Auswahlkomittee diskutiert. Am Ende blieben neben Turner weitere vier, von denen in Deutschland aber nur Charlie Chaplin einem größeren Kreis bekannt sein dürfte.

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