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Gut aufgehoben Der sichere Banksafe lockt

 ·  Immer mehr Anleger suchen für Gold, Bargeld und andere Vermögenswerte den Schutz des Schließfachs. Das Angebot der Banken ist begrenzt.

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Schließfächer und Tresore stehen für Vermögen und Verschwiegenheit, aber auch für Sicherheit. Und gerade die suchen Anleger in solch turbulenten Zeiten wie diesen. Sie investieren in Sachwerte wie Aktien, Gold oder Immobilien. Doch angesichts steigender Einbruchzahlen scheinen vielen die eigene Matratze oder die Keksdose im Küchenschrank nicht mehr sicher genug. Der Wunsch, Vermögenswerte wie Münzen, Barren oder Schmuck hinter dicken Wänden und Schlössern gut beschützt zu wissen, wächst. Deswegen steigt auch die Nachfrage nach Bankschließfächern oder dem eigenen Tresor.

Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland 132.595 Mal in eine Wohnung eingebrochen. Das ergibt die polizeiliche Kriminalstatistik. Im Vergleich zum Jahr 2010 bedeutet dies einen Anstieg dieser Delikte um gut 9 Prozent. Viele Schäden werden zwar durch Versicherungen beglichen - doch natürlich nur, falls eine Hausratversicherung überhaupt besteht und der Verlust der Wertsachen auch nachgewiesen werden kann. Ideell kann man vieles ohnehin nicht ersetzen wie den alten Familienschmuck oder ein vererbtes Gemälde. Je Wohnungseinbruch entstand den Versicherern hierzulande im Jahr 2011 ein Schaden von im Durchschnitt 3050 Euro. Der tatsächliche Schaden ist höher. Denn eine Standardversicherung deckt längst nicht alles ab. Der Branchenverband GDV nennt für Bargeld 1500 Euro und für Briefmarken, Gold und Schmuck 25.000 Euro als Orientierungsgrößen für die Absicherung durch solche Verträge. Gegen Aufpreis seien oft höhere Entschädigungen versicherbar.

Bankschließfächer und „Minisafes“ gefragt

Banktresore böten Sicherheit für wenig Geld, und das gerade auch in der Urlaubszeit, heißt es vom Bundesverband deutschen Banken. Da „Minisafes“ vor allem dann sehr gefragt seien, sollte man sich rechtzeitig danach erkundigen. Insgesamt gehe der Trend jedoch schon seit Jahren zum Bankschließfach, die Nachfrage der Kunden steige. Im Allgemeinen seien die Anlagen ohnehin gut ausgelastet, so dass frei werdende Schließfächer meist auch schnell wieder belegt seien, sagt ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Was sich tatsächlich in den Fächern befindet, weiß nur der Kunde selbst. Banken berichten aber darüber, dass bei der Anmietung der Safes häufig von Edelmetallen, Schmuck und immer öfter allerdings auch von Bargeld die Rede ist. „Die Versicherungssummen für die Bankschließfächer sind den vergangenen Jahren gestiegen“, sagt ein Sprecher der R+V Versicherung: „Wir führen dies auf eine verstärkte Einlagerung von Vermögenswerten zurück.“ Auch habe die Nachfrage nach den Kundensafes insgesamt in jüngster Zeit zugenommen, heißt es zudem aus Versicherungskreisen.

Größeres Sicherheitsbedürfnis

Die Hersteller von Schließfächern haben ähnliche Beobachtungen gemacht. „Das allgemeine Sicherheitsempfinden der Menschen ist gewachsen und die Nachfrage nach Schließfächern definitiv gestiegen“, sagt Andreas Becker, Geschäftsführer von Gerlich Tresore aus Mainz. Die Banken hätten kaum freie Schließfächer und meist auch kein Interesse daran, ihre Anlagen auszubauen. „Für sie ist das Schließfachangebot eine reine Dienstleistung, an der die Institute wenig verdienen. Denn die Kosten für die Anschaffung, Instandhaltung und Verwaltung der Schließfächer sind hoch und die Gebühren verglichen dazu niedrig.“ Was Hersteller wie Becker auch beobachtet haben ist eine erhöhte Nachfrage nach Tresoren für das eigene Heim. Manche Kunden machten sich offenbar Sorgen, dass die Finanzbehörden von ihrem Bankschließfach Kenntnis bekommen und darauf zugreifen könnten, heißt es.

Schließfächer finden interessierte Anleger grundsätzlich bei fast allen Finanzinstituten, und das in vielerlei Größen - nicht dagegen zum Beispiel bei Onlinebanken oder der Postbank. Doch das Angebot ist begrenzt. Zum Teil gibt es Wartelisten. Gegebenenfalls können Kunden auf eine andere Zweigstelle ausweichen, in der es freie Fächer gibt, oder aber eine andere, noch verfügbare Größe wählen.

Ein Schließfach für die Urlaubszeit

Die Gebühren sind nach der Größe des Schließfachs gestaffelt und variieren je nach Finanzinstitut. Für ein kleines Fach (1 bis 6 Liter) erhebt zum Beispiel die Frankfurter Sparkasse 30 Euro jährlich. Bei der Deutschen Bank sind es bis zu 9 Litern 59,50 Euro. Das größte „Schrankfach“ (mehr als 144 Liter), wie es die Deutsche Bank nennt, kostet 476 Euro. Bei der Frankfurter Sparkasse werden für das größte Fach (rund 235 Liter) 352,45 Euro im Jahr fällig.

Grundsätzlich ist die Laufzeit der Mietverträge unbegrenzt. Bei manchen Instituten können Fächer auch für eine kürzere Zeit wie den Urlaub gemietet werden, was dann natürlich in der Regel günstiger ist. Teilweise ist der Inhalt der Banksafes durch die Gebühren schon mitversichert. Bei der Frankfurter Sparkasse erfolgt dies bis zu einem Gegenwert von 10.000 Euro gegen Schäden aus „Einbruchdiebstahl und Beraubung“. Bei anderen Instituten wie der Deutschen Bank gibt es keinen automatischen Versicherungsschutz. Die Tresorinhaltsversicherung sei nicht im Mietpreis enthalten, könne aber separat abgeschlossen werden, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bank. Dadurch werde das Fach bis zur vereinbarten Versicherungssumme gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub und Leitungswasser versichert. Bei der Frankfurter Volksbank sind 2000 Euro von vornherein mitversichert. Der Kunde hat aber die Möglichkeit, diese Summe für jeweils 1,10 Euro jährlich um weitere 1000 Euro zu erhöhen.

Nicht nur für Kunden

Und wer kann ein Schließfach mieten? Bei einigen Instituten wie der Deutschen Bank bleibt die Dienstleistung den Kunden vorbehalten. Regionale Institute hingegen wie Sparkassen und Raiffeisen- und Volksbanken zeigen sich da offener. Bei der Frankfurter Sparkasse beispielsweise heißt es: „Wir freuen uns immer, wenn jemand bei uns ein Schließfach mietet. Das ist nicht an andere Produkte wie ein Girokonto gebunden.“

Besonders viele Schließfächer haben in der Regel die Hauptstellen eines Instituts. So bietet die Frankfurter Sparkasse ihren Kunden dort gut 4700 Schließfächer. Insgesamt sind es in 55 Filialen mehr als 47.000. Die Hamburger Sparkasse, die größte im Deutschland, dürfte mit ihren rund 220.000 Schließfächern das umfangreichste Angebote haben, ihre Zentrale verfügt gleichwohl nur über gut 3600 Kundensafes. Nicht jede Zweigstelle einer Bank hat jedoch geeignete Räumlichkeiten für Schließfachanlagen.

Doch auch Banksafes sind nicht immer sicher. Diese Ansammlung von Vermögenswerten weckt Begehrlichkeiten. Im Sommer vor vier Jahren beispielsweise brachen Bankräuber an einem Wochenende in die Kellerräume der Commerzbank-Filiale am Kurfürstendamm in Berlin ein und räumten rund 100 Schließfächer leer.

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