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Genmanipulierte Lebensmittel : Die immer frischen Äpfel

In Deutschland gibt es noch keine Gen-Äpfel aus Kanada. Bild: dpa

Eine kleine kanadische Firma bringt Äpfel in die amerikanischen Supermärkte, die nicht braun werden. Was hat es damit auf sich?

          Seit einigen Tagen werden 400 amerikanische Supermärkte im Mittleren Westen mit Äpfeln beliefert, die nicht braun werden, selbst wenn man sie aufschneidet und mit Luft in Berührung kommen lässt. Die kleine kanadische Agrarfirma Okanagan Specialty Fruits steckt hinter dem Projekt. Ihr ist es durch gentechnische Verfahren gelungen, jene Enzyme aus dem Apfel weitgehend zu entfernen, die im Zusammenspiel mit Sauerstoff die Bräunung bewirken.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Viele Lebensmittel-Unternehmen, die ebenfalls mit Gentechnik experimentieren, betrachten das Vorhaben mit größter Spannung. Die Kanadier testen, ob sie die amerikanische Kundschaft für genmanipulierte Lebensmittel gewinnen können. Immerhin hatten 39 Prozent der Amerikaner in einer Umfrage im Mai 2016 gegenüber den Meinungsforschern von Pew angegeben, sie hielten gentechnisch veränderte Lebensmittel für schlechter als konventionelle Lebensmittel.

          Bisher ist nur eine Frucht, die ebenfalls genetisch verändert wurde, in den amerikanischen Supermarkt-Regalen zu finden: Die Papaya.  Gentechnisch verändert sind allerdings viele Getreidesorten, zudem Sojabohnen und Mais. Artic ist keine Sorte, sondern eine Markenname, der angibt, dass verschiedene Apfelsorten wie Gala, Granny Smith und Fuji wegen genetischer Manipulation länger halten. Die Debatte über Lebensmittelvergeudung könnte dem Projekt Auftrieb geben.

          Das Unternehmen hat 50 Tonnen der Frucht geerntet. Dass reicht nach der Kalkulation des Gründers und Chefs der Firma, Neal Carter, für zwei Monate. Die Äpfel kommen in Teile aufgeschnitten und entkernt in Beuteln in die Regale. Die Firma will sich so den Eingang in die Brotbeutel der Kinder verschaffen.

          Auf der Verpackung wird man den Hinweis, es handele sich um gentechnisch veränderte Äpfel, vergeblich finden.  Die Verbraucher finden die Hinweise über einen QR-Code auf der Verpackung oder über eine Telefonnummer.

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