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Mehr Wettbewerb beim Bezahlen : Zahlen mit EC-Karte wird komplizierter

Und jetzt bitte noch das Zahlverfahren auswählen... Bild: Robert Kneschke

Kunden sollen bei der Kartenzahlung mehr Auswahl haben. Das ist das Ziel einer neuen EU-Vorschrift. Für die Kunden heißt das einen weiteren Schritt an der Kasse. Und für die Händler womöglich weniger Gewinn.

          Beim Bezahlen an deutschen Ladenkassen sollten die Kunden eigentlich schon seit Anfang Juni mehr Auswahl haben: Wenn sie mit der Karte zahlen, sollten sie nach einer EU-Vorschrift auswählen können, ob sie dabei das Angebot der deutschen Banken mit dem Namen Girocard nutzen wollen oder aber über die Angebote der Kartenanbieter wie Maestro von Mastercard oder VPay von Visa. Doch auch drei Monate nachdem die Vorgabe der EU offiziell in deutsches Recht umgesetzt sein sollte, haben die deutschen Händler, Banken und die Kartenausgeber sich noch auf kein gangbares Modell geeinigt.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nur an wenigen Kassen, zum Beispiel an Esso-Tankstellen, fragt das Kartenterminal schon heute den Kunden, welchen Zahlungsanbieter er nutzen will. Doch die meisten anderen Händler würden diesen Zusatzschritt beim bargeldlosen Bezahlen aber gerne vermeiden. Schließlich soll an der Kasse alles möglichst schnell und unkompliziert gehen.

          Seit Monaten laufen daher hitzige Debatten unter allen Beteiligten, dem Bundesfinanzministerium, der Finanzaufsicht Bafin und den europäischen Stellen, wie die neue Richtlinie möglichst unkompliziert umgesetzt werden kann.

          Der Punkt ist, dass heute kaum ein Kunde überhaupt weiß, dass er mit seiner kleinen Plastikkarte auf verschiedene Weise zahlen kann. Für ihn macht es auch keinen Unterschied, denn für den Kunden ist sowohl das Zahlen über Girocard wie auch über Maestro oder VPay kostenlos. Nur die Einzelhändler müssen mehr Gebühren bei den Lösungen der Kartenanbieter abtreten. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland kosten Zahlungen über Girocard 0,2 Prozent des Umsatzes, bei Maestro und VPay summieren sich die Gebühren auf bis zu 0,6 Prozent.

          Verständlich also, dass die Händler nun für eine Lösung plädieren, bei dem die Zahlung mit Girocard an den Kassenterminals schon voreingestellt ist. Für den Kunden bleibt dann alles beim Alten, die Auswahl erhält er nur, wenn er einen eigenen Knopf dafür drückt. Laut Ulrich Binnebößel vom Handelsverband hat diese Lösung nun das Plazet der Aufsichtsbehörden erhalten und wird nach und nach von den Händlern eingeführt.

          Bei den Kartenanbietern hört sich das allerdings anders an. Vor allem mit Blick auf künftige neue Bezahlmethoden sehen sie die von der EU gewollte Wettbewerbsfreiheit an der Ladenkasse damit nicht gerade gefördert.

          Quelle: F.A.Z.

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