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Kundendienst : „Wir kommen zwischen 8 und 18 Uhr“

Dieses seltene Foto beweist: Es gibt ihn wirklich, den Telekom-Techniker! Bild: Picture-Alliance

Klingelt der Paketbote immer dann, wenn Sie unter der Dusche stehen? Und kommt der Telekom-Techniker, wenn Sie beim Bäcker sind? Vodafone und DPD wollen etwas dagegen tun.

          Die moderne Fußfessel für Unbescholtene sind Lieferanten und Techniker. „Wir kommen am Dienstag zwischen 8 und 18 Uhr“ heißt es gelegentlich in den Briefen von Telekommunikationsfirmen und Möbellieferanten.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Seitdem Paketdienste Sendungsverfolgung anbieten, legen auch sie ihren Paketempfängern Fußfesseln an. Schließlich weiß man jetzt, dass das Paket im Lauf des Tages wahrscheinlich kommt – und was, wenn man dann gerade beim Bäcker ist? Wer besonders dringend auf ein Paket wartet, traut sich gelegentlich nicht mehr unter die Dusche.

          Die Deutsche Telekom hat einen anderen Weg, um die Fußfessel zu vermeiden, vielleicht nicht in der Theorie, aber doch in der Praxis: Dort kündigt sich mancher Techniker gar nicht erst an. Wenn ein Hausanschluss zu verlegen ist, steht der Handwerker manchmal vollkommen unangekündigt vor der Tür – ein Glück, wenn sich er und der Kunde überhaupt treffen.

          Kann das in einer durchdigitalisierten Welt, in der Google jederzeit weiß, wo seine Handy-Kunden sind, die Lösung sein?

          Die große Techniker-Überwachung

          Einige Unternehmen sehen das anders. Am Montag wirbt Vodafone für einen neuen Dienst: „My Techie“ heißt er, die Inspiration scheint wirklich die Taxi-App „My Taxi“ zu sein. Bei dieser kann der Kunde auf dem Smartphone sehen, wo das bestellte Taxi gerade steckt und wann es wohl ankommen wird. So soll es auch mit den Vodafone-Technikern sein.

          Die Planungssicherheit bleibt aber begrenzter als beim Taxi. Der Techniker kommt nicht auf Bestellung innerhalb weniger Minuten. Stattdessen vereinbart der Kunde einen Zeitraum von drei Stunden, den er sich freihalten muss. Erst wenn der Techniker tatsächlich abfährt, beginnt das Live-Tracking.

          Bis zum Frühjahr soll das für alle Kabelkunden von Vodafone so funktionieren. Das Unternehmen selbst bewirbt den Dienst mit den wärmsten Worten: In einem Test sei jeder einzelne Kunde zufrieden gewesen.

          Die Techniker-Verfolgung kann aber auch zur ganz eigenen Fußfessel werden, wie das Beispiel DPD zeigt. Dort können Paketempfänger ihrem Paketboten zugucken, wenn er durchs Viertel fährt. „Ihr Paket kommt zwischen 13:34 und 13:52 Uhr“, heißt es auf der Webseite – und dann geht es weiter wie bei der Bahn. Tatsächlich steht der Paketbote dann manchmal erst um 17:14 Uhr vor der Tür.

          Quelle: FAZ.NET

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