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Sparkassen-Studie : Mehr als die Hälfte der Deutschen zufrieden mit ihren Finanzen

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Ältere Menschen und Geringverdiener geben vergleichsweise weniger Geld aus. Bild: dpa

Jeder fünfte Bundesbürger hat sich im vergangenen Jahr beim Geldausgeben eingeschränkt. Das ist das Ergebnis des Vermögensbarometers 2015 der Sparkassen. Zugleich stimmt der Blick ins Portemonnaie die große Mehrheit positiv.

          Die meisten Deutschen sind einer Studie zufolge mit ihrer Finanzlage zufrieden. Dennoch halten sich viele mit zusätzlichen Ausgaben zurück, wie am Dienstag aus dem Vermögensbarometer 2015 des Sparkassenverbands DSGV hervorgeht. Rund 56 Prozent der Bundesbürger können demnach mit ihren Finanzen gut leben. Dies seien 13 Prozentpunkte mehr als vor zehn Jahren. Trotzdem halten viele Menschen ihr Geld zusammen. Nach eigener Wahrnehmung schränkten etwa 20 Prozent ihr Konsumverhalten in den vergangenen zwölf Monaten sogar ein. Bei 72 Prozent habe es sich nicht verändert, nur sieben Prozent hätten mehr ausgegeben.

          Da der private Konsum derzeit das Wirtschaftswachstum in Deutschland kräftig anschiebt, deutet dies darauf hin, dass vor allem wenige Menschen ihre Ausgaben deutlich steigern. Der Studie zufolge sind ältere Menschen und Geringverdiener vergleichsweise knausriger. Für Weihnachten zeigen sich die Verbraucher aber spendabler: Sie wollen dafür einer anderen Umfrage zufolge mehr Geld ausgeben als im Vorjahr.

          Die Sparer bekommen laut Sparkassen-Studie die niedrigen Zinsen immer stärker zu spüren. Rund 40 Prozent der Deutschen legen nach eigenen Angaben monatlich nichts mehr für die Altersvorsorge zur Seite. „24 Prozent der Deutschen sparen sogar überhaupt nicht mehr, ich halte diese Zahlen für dramatisch“, sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon. Dies sorge für sozialpolitische Sprengkraft. „Die Schere in der Bevölkerung geht auseinander.“ Denn Gutverdiener könnten die Niedrigzinsen besser wegstecken, während Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen „bei ihrer Altersvorsorge immer mehr auf eine schiefe Bahn geraten“.

          Fahrenschon forderte die Politik auf, den Aufbau von Vermögen zu erleichtern, etwa durch eine stärkere Förderung der sogenannten vermögenswirksamen Leistung. Zudem sollte die Wertpapierberatung weniger bürokratisch sein und beim Aufbau einer breit angelegten „Wertpapierkultur“ helfen.

          Quelle: Reuters

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