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Supermarkt für Veganer eröffnet : Wurst-Ersatz und Soja-Milchkaffee

Zahlreiche Alternativen: Sogar Scampis und Ente aus rein pflanzlichen Zutaten gibt es in dem neuen veganen Supermarkt in Frankfurt. Bild: dpa

Fleischlose Premiere: In Frankfurt hat der erste Supermarkt für Veganer in Hessen eröffnet. Die Produkte enthalten keinerlei tierische Erzeugnisse wie Milch, Eier oder Fleisch. Das Geschäft ist bundesweit erst das zweite seiner Art.

          Jetzt ist der Prenzlauer Berg von Frankfurt, das Nordend, komplett. Das Vorzeigeviertel, in dem alle wohnen wollen, weil es dort so schöne Läden, Altbau-Wohnungen und Cafés gibt, hat seit gestern einen veganen Supermarkt - und damit eine Versorgungslücke geschlossen, die alle, die keine Eier, keine Butter, kein Fleisch, keine Milch und damit auch keinen Käse essen mögen, als eklatant groß empfunden haben. Im Internet und in Bio-Supermärkten mussten sich Leute, die aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen oder weil es einfach schick ist, auf Tierisches verzichten, ihr Essen bisher zusammensuchen. Jetzt habe sie „endlich eine Anlaufstelle“, stellt eine Kundin am Eröffnungstag zufrieden fest.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Veganz, wie der 200 Quadratmeter große Markt heißt, liegt direkt hinter dem „Bernemer Wurstmax“, einem festen Imbiss-Rondell, dessen Würstchenduft die fleischlose Premiere gestern jedoch nicht weiter störte. Schon in den Morgenstunden ist der Laden, im dem zuvor die Drogeriekette Schlecker Mieter war, gut gefüllt. Auf den ersten Blick sieht es hier nicht anders aus als in einem normalen Bio-Supermarkt: aufgeräumt und freundlich, mit einer Abteilung für Obst und Gemüse, einem Backshop mit Brot und Kuchen, mit Kühltheke, Trockensortiment, Tiernahrung und Kosmetik. Der Unterschied wird dann deutlich, wenn es um die Alternativen zu Fleisch, Käse und Kuhmilch geht. Der vegane Ersatz besteht aus Stärke, Eiweiß und Soja. Milchgetränke werden aus Hafer, Gerste, Reis, Kokos, Mandeln oder Soja hergestellt.

          Zwei Drittel des Sortiments führe der Laden exklusiv

          Das muss man mögen, zum Beispiel im Milchkaffee. Eine Sorte Käse-Ersatz („auf der Basis von Pflanzenöl“) mit eingedicktem Gemüse wird herumgereicht. Die Scheiben sehen aus wie Scheibletten-Schmelzkäse, schmecken aber noch weniger nach Käse als diese. Eine Kundin ist begeistert, als sie eine Tüte mit geriebenem Käse-Ersatz einer bestimmten Marke sieht. „Der ist super, der schmilzt richtig auf Aufläufen.“ Den gebe es sonst nur in Amerika oder im Internet.

          Zwei Drittel des Sortiments führe Veganz exklusiv, sagt Jan Bredack, Gründer der Vegan OHG mit Sitz in Berlin. „Die gibt es nur bei uns.“ In der Hauptstadt hat er 2011 seinen ersten Veganz-Supermarkt eröffnet, der Frankfurter Markt ist die Nummer zwei. Wettbewerber gibt es bisher nicht. Zweieinhalb Jahre hat der ehemalige Vertriebsleiter bei Daimler-Benz mit zwei Mitstreitern die Welt bereist, um Hersteller und Lieferanten aufzutreiben. „Wir müssen unsere Produkte auf der ganzen Welt zusammenklauben.“ Für die Umweltbilanz spiele der Transport aber nur eine geringe Rolle, meint er.

          Der Einkauf ist die größte Herausforderung für das Unternehmen, das sich vor allem über private Investoren finanziert. Immerhin, im ersten Veganz-Jahr in Berlin wurden 1,5 Millionen Euro umgesetzt und schwarze Zahlen geschrieben. Das habe die Erwartungen „bei weitem übertroffen“, sagt Bredack. Und Veganz (Motto: „Wir lieben Leben“) hat noch viel vor. Dieses Jahr sollen Filialen in Hamburg, Leipzig, Stuttgart, München, Wien und Zürich folgen. „Vegan ist das neue Bio“, meint Bredack.

          Quelle: F.A.Z.

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