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Roaming-Gebühren Mobiles Telefonieren wird in Europa deutlich preiswerter

 ·  Urlauber können sich über mehr Geld im Portemonnaie freuen. Denn die EU senkt zum 1. Juli ein weiteres Mal die Roaming-Gebühren. Nur die Industrie ärgert sich über das „Preisdiktat“.

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Mobiles Telefonieren wird von Montag an in Europa abermals deutlich billiger. Auf Druck der EU-Kommission müssen Telekommunikationsunternehmen ihre Roaminggebühren zum wiederholten Mal senken und neue Preisgrenzen einhalten. Dies betrifft Sprachtelefonate ebenso wie den Versand von Kurznachrichten (SMS) und das mobile Surfen im Internet. Ein Urlaubsanruf aus dem europäischen Ausland nach Hause kostet dann maximal 24 statt bisher 29 Cent pro Minute (ohne Mehrwertsteuer). Deutsche Kunden zahlen inklusive Steuer höchstens 28,6 Cent je Minute und für die Annahme eines Anrufs maximal 8,3 Cent (bisher 9,5 Cent). Für eine SMS dürfen die Mobilfunkanbieter als Endpreis nur noch 9,5 Cent berechnen statt wie bislang 10,7 Cent.

Prozentual noch stärker nach unten gehen die Preise für das mobile Internet. Das Herunterladen von Daten schlägt von Juli an im Ausland mit maximal 53,5 Cent je Megabyte zu Buche; bislang wurden 83,3 Cent berechnet. Ohne Mehrwertsteuer sind es 45 statt 70 Cent. In einem Jahr sollen die maximal erlaubten Werte in jedem Bereich abermals stark gesenkt werden. Wie viel sich mit den neuen Tarifen im Einzelfall sparen lässt, hat die EU für einen Musterverbraucher aufgeschlüsselt.

Ausgegangen wird von einer vierköpfigen belgischen Familie, die Urlaub in Kroatien macht und sieben Tage lang ein Smartphone benutzt - unter der Annahme, dass die Handynutzer fünf Landkarten laden, sich täglich eine halbe Stunde lang in sozialen Netzen bewegen, jeden Tag ein Foto hochladen und eine E-Mail schicken. Für sie errechnen die Mitarbeiter von EU-Kommissarin Neelie Kroes eine Gesamtersparnis von 354,62 Euro.

Mehr Geld im Portemonnaie für Urlauber

Dieser hohe Betrag kommt freilich nicht jedem EU-Urlauber zugute. Er ergibt sich vielmehr aus der Tatsache, dass Kroatien zum 1. Juli neues EU-Mitglied wird. Bis dato haben die Telekommunikationsunternehmen ihren in dem (Nicht-EU-)Adria-Staat reisenden Kunden deutlich höhere Roamingkosten in Rechnung gestellt als denen in der übrigen Europäischen Union. Kommissions-Vizepräsidentin Kroes wertete die neuen Tarife als konsumentenfreundliche Maßnahme: „Die jüngsten Preissenkungen lassen den Urlaubern mehr Geld im Portemonnaie und sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur endgültigen Abschaffung dieser Preisaufschläge. Dies ist gut für die Verbraucher und die Unternehmen, da es die Furcht vor hohen Kosten ausräumt und das Marktwachstum anregt.“

In der Industrie kam die neue Roamingverordnung schlecht an. Der deutsche Hightechverband Bitkom sprach von einem „Preisdiktat aus Brüssel“. „Einer kurzfristigen Senkung von Preisen stehen langfristig negative Folgen gegenüber“, sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Er verwies auf den Aufbau schneller Internetzugänge und intelligenter Netze, die sich dann kaum finanzieren ließen. „Die Folge wäre zwangsläufig, dass dringend benötigte Mittel für den Breitbandausbau fehlen.“

Ziel der EU ist es, dass das Telefonieren mit dem Handy im EU-Ausland schon bald nicht mehr teurer sein soll als daheim. Einen entsprechenden Vorschlag zur Abschaffung der Roaminggebühren will die Behörde im September präsentieren.

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