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Im Test : Welches Fitnessarmband ist das beste?

  • Aktualisiert am

Bunte Fitness-Armbänder von Fitbit Bild: dpa

Sie zählen unsere Schritte, messen unseren Puls und ermuntern uns zum Sport: Ole Zimmer hat sieben Fitnessarmbänder im Alltag getestet.

          Die ersten Tage mit verschiedenen Fitnessarmbändern am Handgelenk erschüttern mein Selbstbild. In meiner Wahrnehmung bin ich ein dynamischer Zeitgenosse, leidlich fit. Vor ein paar Jahren noch habe ich den Halbmarathon unter 85 Minuten gepackt. Und jetzt? Sehe ich genau aufgeschlüsselt, dass ich die meiste Zeit des Tages nahezu bewegungslos am Rechner sitze und nicht viel mehr als 6000 Schritte gehe. Ich bin beunruhigt. Der Grundgedanke der Armbänder ist es, dem Träger sein Bewegungsverhalten bewusstzumachen und ihn anzuspornen. Das zumindest hat auf Anhieb geklappt.

          Sieben Armbänder von 99 bis 179 Euro haben knapp drei Wochen lang meine Bewegungen aufgezeichnet. Ganz unterschiedliche Geräte vom minimalistischen Armreif Jawbone Up24 bis zum Ausstattungswunder Gear Fit von Samsung mit gewölbtem Bildschirm und optischer Pulsmessung. Außerdem am Start: Fitbit Charge, Garmin Vivofit, das Talkband B1 von Huawei, das LG Lifeband Touch, und der „Polar Loop“.

          Alle sieben Armbänder arbeiten mit dreiachsigen Beschleunigungssensoren, um die Bewegungen zu erfassen. Diese Mikroprozessoren werden auch in Airbags verwendet und messen etwa 1500 Mal pro Sekunde die Beschleunigung. Spezielle Algorithmen errechnen dann, ob man tatsächlich einen Schritt gemacht hat oder ob das Band sich nur beim Händewaschen mitbewegt hat. Was bei fast allen Geräten stört: Morgens fahre ich rund zwölf Kilometer mit dem Rad ins Büro, die gleiche Strecke abends zurück. Nur Samsung registriert diese schweißtreibende Stunde als körperliche Aktivität - und das auch nicht sehr präzise. UP24 und LG Lifeband zeichnen die Radstrecke ebenfalls auf, aber nur, wenn sie mit dem Smartphone gekoppelt sind. Grundsätzlich gilt: Fitnessarmbänder mit Beschleunigungsmessern sind für Radfahrer nur bedingt geeignet.

          Mit der Genauigkeit ist es ohnehin so eine Sache. Was wird eigentlich als Schritt gemessen? „Polar“ weist von vornherein darauf hin, dass man nicht wirklich jeden Schritt zähle. Besonders Jawbone, Garmin und LG tun sich schwer, tatsächliche Fortbewegung zu erkennen, und zählen beispielsweise beim Händewaschen fleißig Schritte.

          Zugehörige Smartphone-Apps sind entscheidend

          Besser funktioniert die Pulsmessung. Die ist beim Gear Fit integriert. Polar Loop, LG Lifeband, Huawei und Garmin lassen sich mit speziellen Brustgurten koppeln, die man dann aber den ganzen Tag tragen müsste. Fitbit bietet die Pulsmessung beim Modell Charge HR an, das im Frühjahr auf den Markt kommt. LG verlässt sich bei der Entfernungsmessung nicht allein auf die Beschleunigungssensoren: Einmal mit dem Smartphone gekoppelt, kann das Armband auch auf den GPS-Empfänger des Handys zugreifen und misst zurückgelegte Strecken dann akkurater. Zusätzlich punktet es mit einem Höhenmesser.

          Allein mit den Armbändern ist es jedoch nicht getan. Wichtig sind die zugehörigen Smartphone-Apps, mit denen die Daten synchronisiert werden. Einige Geräte wie die Modelle von Garmin und Fitbit bieten sogar die Möglichkeit, die Daten auch mit dem eigenen Computer auszuwerten. Wichtig ist: Man muss beim Kauf darauf achten, welches Gerät mit welchem Smartphone kompatibel ist. Sechs Vermesser funktionieren mit Apple und Android. Die App von Samsung läuft nur unter Android.

          Bild: F.A.Z.

          Mir zeigen Schaubilder täglich, wann ich mich wie viel bewegt habe - und wann eben nicht. Alle Daten lassen sich speichern und aufbereiten. Bei manchen Geräten wie dem Fitbit Charge kann ich meine Erfolge via Facebook mit Freunden teilen und mir für eine Stunde Joggen am Morgen eine Art Medaille verdienen. Aber: Dafür landen all meine Daten auf Firmenservern. Zusätzlich wertet das Fitbit-Armband noch aus, wie viel ich tagsüber gegessen und getrunken habe, wenn ich die App regelmäßig mit diesen Details füttere. Das allerdings war mir schon nach ein paar Stunden zu umständlich.

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