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Teurer Ölpreis : Russland macht den Autofahrern Hoffnung

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An der Zapfsäule könnte es bald wieder günstiger werden. Bild: dapd

Benzin und Diesel sind so teuer wie lange nicht mehr. Doch jetzt kann sich der Trend drehen. Das liegt auch an Wladimir Putin.

          Die Preise für Benzin und Diesel sind in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen – doch jetzt kommt Hoffnung für Autofahrer, und zwar ausgerechnet aus Russland und Saudi-Arabien.

          Alles begann mit dem Ölpreis. Der ist seit fast einem Jahr immer weiter gestiegen. Die Sorte Brent beispielsweise kostete noch im vergangenen Juni rund 45 Dollar, in der vergangenen Woche allerdings hat sie die 80-Dollar-Marke überschritten. Den letzten Kick gab dem Ölpreis, dass der amerikanische Präsident Donald Trump seinen Ausstieg aus dem Iran-Abkommen angekündigt hat. Jetzt befürchten Händler, dass Irans Öl auf dem Weltmarkt bald fehlt.

          In den vergangenen Tagen kam für die Europäer noch eine zweite Schwierigkeit dazu: der Eurokurs. Erdöl und Benzin werden auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt, ein schwächerer Euro verteuert die Produkte für Europäer. Unter dem Eindruck der italienischen Regierungsbildung, in der populistische Parteien euro-kritische Töne anschlagen, ist der Euro in der vergangenen Woche deutlich schwächer geworden: Für einen Euro bekommt man jetzt nur noch 1,1651 Dollar und nicht mehr die 1,1817 Dollar, die es noch am Dienstag gab.

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          So wurden Benzin und Diesel teuer. Für Super E10 errechnet das Portal Clever Tanken einen Durchschnittspreis über 1,45 Euro je Liter, für Diesel über 1,29 Euro. Weil der Sprit typischerweise im Lauf des Tages niedriger wird, liegen die Preise nachts und am Morgen teilweise noch deutlich höher.

          Russland und Saudi-Arabien wollen mehr fördern

          Doch jetzt kommen Russland und Saudi-Arabien ins Spiel. Beide Länder bereiten sich darauf vor, mehr Öl zu fördern, damit der Preis sinkt. „Wir sind mit 60 Dollar je Fass vollkommen zufrieden“, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag am Rande einer Konferenz in Sankt Petersburg.

          Auch Saudi-Arabien kündigte an, dass die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) ihre Förderung erhöhen könnte – am einfachsten wäre das dann für Saudi-Arabien selbst. Die Rede ist von insgesamt einer Million Fass am Tag zusätzlich, das wäre rund ein Prozent der weltweiten Nachfrage und könnte einige Nachfragespitzen mildern – in Folge könnten die Preise sinken.

          Das tun sie jetzt schon tatsächlich. Der Preis für Brent ist allein am Freitag deutlich unter die 80-Dollar-Marke gefallen und steht jetzt noch knapp über 76 Dollar.

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