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Deutsche Bahn : Das Online-Ticket muss man nicht mehr ausdrucken

  • Aktualisiert am

Das geht jetzt auch einfacher: Die Fahrkartenkontrolle im Zug. Bild: Picture-Alliance

Heimlich hat die Bahn ihre Geschäftsbedingungen geändert: Wer mit dem Online-Ticket Zug fahren möchte, muss es nicht mehr auf Papier mitnehmen.

          Es ist eine Erleichterung für viele Bahnreisende - doch die Bahn führt sie fast heimlich ein: Wer sein Ticket am stationären Computer bucht, muss es künftig nicht mehr ausdrucken. Das Online-Ticket kontrollieren die Zugbegleiter jetzt direkt vom Bildschirm des Laptops oder des Handys - so ähnlich wie das Handy-Ticket, das es schon seit einiger Zeit gibt.

          Gut versteckt heißt es auf Seite 109 der Beförderungsbedingungen: „Ersatzweise kann in Zügen das Online-Ticket auch auf dem Display eines mobilen Endgerätes über ein pdf-Anzeigeprogramm vorgezeigt werden, wenn der Barcode in Originalgröße und die kompletten Fahrkartendaten bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung vorgezeigt werden können.“

          Genau geregelt ist auch, wie die Kontrolle vonstatten geht: „Die Bedienung des Endgerätes nimmt der Reisende vor; das Prüfpersonal kann jedoch die Aushändigung des Geräts zu Prüfzwecken in Anwesenheit des Reisenden verlangen.“

          Mit „Touch and Travel“ können Bahnkunden seit drei Jahren auch quasi im Vorbeigehen zahlen. Sie melden sich einfach am Startbahnhof an und am Zielbahnhof wieder ab, die Bahn bucht dann das Ticket ab.

          Jedes zweite Ticket online oder auf dem Handy gebucht

          Inzwischen verkauft die Bahn im Schnitt monatlich mehr als 2,8 Millionen Online- und Handy-Tickets. Damit wird inzwischen mehr als jede zweite Fahrkarte im Fernverkehr online oder über Smartphone gebucht, so teilte es die Bahn am Montag in Berlin mit. Im Schnitt werde ein Online-Ticket rund 14 Tage vor Reiseantritt gekauft, ein Handy-Ticket im Schnitt erst drei Tage vorher. Zwei von drei Handy-Tickets würden sogar erst am Reisetag gebucht.

          Die Online-Kunden der Deutschen Bahn buchen dabei mit Vorliebe Tickets auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. „Die mit Abstand beliebteste Verbindung bei Online-Buchungen ist Hamburg-Berlin“, teilte die Bahn mit. „Auf Platz zwei folgt Frankfurt-Berlin. Ähnlich häufig werden die Züge zwischen München und Frankfurt gebucht.“ Im Fernverkehr lege ein durchschnittlicher Reisender mit Online- oder Handy-Ticket 340 Kilometer zurück.

          Das Smartphone verändert das Zugfahren auch im Hinblick auf die Reise-Information. Im November erteilte die Bahn täglich im Schnitt rund 3,1 Millionen mobile Reiseauskünfte, im ganzen Monat rund 93 Millionen. 85 Prozent aller mobilen Reiseauskünfte entfallen dabei auf die App DB Navigator. Über die mobile Website m.bahn.de kommen 15 Prozent der Anfragen. Die meisten mobilen Auskünfte erteilt die Bahn freitags zwischen 16 und 18 Uhr.

          Zunehmendes Interesse findet auch der Verspätungs-Alarm, mit dem die Bahn ihre Kunden über Änderungen ihrer Reiseverbindung aufklärt. Am Tag werden rund 63.000 Verbindungen überwacht. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wurden die Fahrplandaten aller Züge neu in das System eingespielt. Dadurch wurden alle vom Ticketkauf unabhängigen Verspätungs-Alarme - davon lassen sich bis zu sechs Verbindungen anlegen - gelöscht. Kunden können sie über die Internetseite oder in der App DB Navigator neu bestellen.

          Im Frühherbst dieses Jahres verzeichnete der Fernverkehr der Bahn katastrophale Pünktlichkeitswerte. Im September kamen nur zwei Drittel der Fernzüge pünktlich am Ziel an, das heißt: weniger als sechs Minuten zu spät. Im Oktober waren 68,6 Prozent der Züge pünktlich. Im November verbesserte sich der Wert etwas auf 73,4 Prozent. Im Nahverkehr waren 93,4 Prozent der Züge pünktlich.

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